Neid – die erbärmlichste Form der Knechtschaft

Den meisten ist die Maslowsche Bedürfnispyramide heute ein Begriff (Nein – Pawlow ist der mit den Hunden. Zu dem kommen wir später.) Als arm gilt im herkömmlichen Sinn, wer nicht in der Lage ist, seine Grundbedürfnisse – Essen, Dach über dem Kopf, Gesundheit – zu befriedigen. Mit ca. 820 Euro pro Monat gilt eine alleinlebende Person als arm. Eine Familie mit zwei Kindern unter 14 ab ca. 2’200 Euro pro Monat. Selbstversorger gelten offiziell ebenso als arm.
Wie jeder beliebige andere Begriff, der in die Hände einer davon zehrenden Industrie (meistens staatliche oder sehr staatsnah) gelegt wird, wurd auch jener der “Armut” beherzt und in kurzer Zeit inflationiert. Das Wort derart verwässert, dass in dem gefühlsduseligen Süppchen heute Begrifflichkeiten wie “allgemeiner Mangel aufgrund subjektiver Wertvorstellungen”, “soziale Benachteiligung”, “soziokulturelle Ausgrenzung” sowie “Mangel an sozialer Teilhabe” obenauf schwimmen. Oder anders gesagt: Abgesehen vom jeweiligen Haushaltseinkommen darf jeder allein entscheiden, ob er arm ist oder nicht.
Dass angesammelte Rentenguthaben in die Berechnungen nicht einfliessen, wird nicht erwähnt. Sie würden verhindern, dass griffige Slogans wie jener, dass “die Reichen (ab ca. 3’200 Euro pro Monat für eine Einzelperson) auf 15 Mal mehr Vermögen sässen als die anderen”. Ebensowenig in die Bodenpflege des Armutsackers fliesst die Tatsache, dass viele Niedrig-Einkommens-Haushalte dies nicht aufgrund sozialer Ungleichheit, sondern aufgrund getroffener Entscheidungen sind (Singlehaushalte, Alleinerziehende).
Leute aus dem steuergeldfinanzierten Innern der direkt davon profitierenden Idustrie heraus als “arm” oder “reich” zu klassifizieren ist gestaltungswillige Arroganz mit feinstem dikatorischen Zungenschlag. Diesen Leuten zuzuhören und ihnen auf den Leim zu gehen ist nicht nur dumm, sondern die Kostümierung eigener Begehrlichkeiten in der Robe des Opfertums. Obrigkeitlich legalisierter Neid. Beides zusammen aber ist gröbste Beleidigung und Verachtung jener Menschen, die tatsächlich um die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse zu kämpfen haben.
Kein Smartphone, keine Kino-, Thater- oder Konzertbesuche, kein Auto, nich die richtigen Klamotten? Das ist nicht Armut. Das ist Leiden auf Everest-Niveau. Wer sich dadurch ausschliessen lässt (ja, jetzt sind wir bei den Hunden), weil andere es “verordnen”, der ist Sklave einer Ideologie, die nur eines will: Teilen, spalten, herrschen. Die Ideologie hat einen Namen: Hetze. Wer darauf hereinfällt ist arm dran. Denn die Tatsache, dass man den Neidacker zurzeit gerade mit hundertausenden neuen potentiellen Neidern düngt, macht die Sache für die Zukunft nicht weniger explosiv.
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