Wen der Staat befreit

Wen der Staat befreit, den befreit er von der Freiheit. Ausschliesslich. Der Staat nennt das Kampf. Sein Kampf. Seiner deshalb, weil er erstens von ihm ausgeht und zweitens ihm allein dient. Dabei ist Gewalt in irgendeiner ihrer zahlreichen Formen immer eine Option.

Wenn ein Staat gegen etwas kämpft, ist es nie ein Wettkampf. Regeln und Fairness können von vornherein gekippt werden. Nicht in erster Linie deshalb, weil hier tausende von Beamtenhirnen, mithin das Macht- und Gewaltmonopol einer Nation gegen den erklärten Agressor stehen, sondern deshalb, weil der Staat im Innern vorgeblich nie gegen Menschen, sondern ausschliesslich gegen Hadlungsmuster, Ordnungen, Verhaltensweisen und Sachverhalte kämpft und so die Agression, die ausschliesslich von ihm ausgeht, als „gut“ zertifiziert. Der auch medial propagierte Kampf des Staats – also sein Einsatz fremderwirtschafteter Ressourcen – richtet sich heute gegen Terror, gegen rechts, gegen jedwede Ungleichheit, gegen das Rauchen,  gegen Diskriminierung, gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie, gegen Arbeitslosigkeit (ist ja via Brüssel mittlerweise verboten worden), gegen Armut und immer wieder gegen den Kapitalismus.

Was man zu vermitteln sucht, wenn im Lage-der-Nation-Brustton der gute Kampf begründet, besser: beworben wird: „Wir gehen ins Risiko für euch. Wir halten die Köpfe hin für euch. Wir geben alles für euch. Wir schützen euch. Wir befreien euch. Ihr braucht uns.“ Das Verrückte: Sie kommt an, die Botschaft. Bei vielen. Sie wird geglaubt und nicht hinterfragt. Das Gegenteil ist der Fall: Viel zu oft wird zum Zweck solcher „Befreiung von Bedrohung“ nach dem Staat und der eigenen Versklavung gerufen, während man sorglos rumhängt, vegane Nussfrikadellen brät, Lichterketten bildet und sich ansonsten verantwortungslos durchs Leben nöhlt. Zum Glück. Denn wäre dem nicht so, würden über Nacht Millionen von Menschen in Europa merken, dass die wohlfeile Kampfrhetorik im Endeffekt immer nur zweierlei bedeutet: Erstens die  Allimentierung täglich zahlreicherer nutzloser staatlicher Stellen und zweitens die Einschränkung individueller Freiheit. Die Befreiung in diesem Sinn – von persönlicher Verantwortung, von Leistung, von Pflichten, von Meinungen und vom Geschlecht – ist nur dies: Entmündigung, Entwürdigung und Enteignung. Und die Leute würden ausserdem bemerken, das das sogenannt „Richtige“ und „Gute“ bloss das kurzfristig Angenehmere ist, dem sie auf den Leim gegangen sind.

Was der ganzen Kampf-gegen-Kiste den Boden raushaut: Sie ist reine Show. Was angeblich bekämpft wird, lässt sich nicht besiegen.  Freie Märkte lassen sich zwar unterdrücken, manipulieren und verzögern. Ausrotten lassen sie sich nicht. Es wird sie auch dann noch geben, wenn wir Diktatur haben und Staaten längst insolvent sind. Das, was wir heute haben, als Kapitalismus zu bezeichnen, ist blanker Hohn. Das Scheitern ist politisches Scheitern. Arbeitslosigkeit und Armut eine Folge davon. Dasselbe gilt für den Terror: Solange im Namen staatlicher Interessenspolitik Kriege geführt oder geduldet werden, wird es Gruppen oder Individuen geben, die mangels Zugriff auf eine staatliche Streitmacht zum Mittel des Terrors greifen. Und nicht zuletzt: es wird immer Menschen geben, die für sich bewusst den „Makel des Menschlichen“ in Anspruch nehmen und sich und ihr Denken nicht in von Funktionären vorgestanzte Formen und gegenderte Muster pressen lassen. Und was Rauchen, Salz, Zucker und Alkohol anbelangt: Gibt es wirklich jemanden, der glaubt, der Staat bekämpfe ernsthaft etwas, das ihm jährlich Milliarden in die Kassen spült?

Trotz des programmierten Scheiterns – und wir werden teuer dafür bezahlen – wird weitergekämpft und mit mehr oder minder subtilen Formen von Gewalt daran gearbeitet, dem Menschen sein Menschsein auszutreiben. Der gedankliche Pfad, der über natürliches Misstrauen gegen Fremdes und Unbekanntes durch Erfahrung zu Erkenntnis und Einsicht führt, soll abgeriegelt werden. Die Strasse von Intoleranz zu begründeter Toleranz ist gesperrt. Verordnet wird der direkte Weg zu obrigkeitlichem Allwissen. Es ist ein Tunnel, Sicht nicht vonnöten. Am Eingang gibts kostenlos Politische Korrektheit, eine Taschenlampe mit geringer Leuchtweite und eine Flöte als Uniform der seelenvoll friedfertigen Null-Werte-Gesellschaft. Wen beim Blick in die Röhre dennoch schaudert, dem wird beschieden, das Dunkel berge keinerlei Gefahr, am anderen Ende gäbe es Licht. Man könne es bloss nicht sehen, weil es vorübergehend aus Effizienzgründen ausgeschaltet sei. Energiewende in Hell-Land. Dass es dort auch keine Meinungen, Verbundenheiten, Loyalitäten, Glaube, Durchbrüche, Siege und Erfüllung gibt, wird nicht erwähnt. Ziel ist ein Millionenheer nirgends verankerter, gesellschaftlich isolierter, neutraler, asexueller, spirituell entleerter und von jedem Bewusstsein persönlicher Verantwortung losgelöster Einzeldinger.

Nein – der Staat kämpft nicht gegen Rassismus, Islamophobie oder Hass. Er kämpft gegen die Nation als identitätsstifendes Ganzes. Er kämpft gegen ihre hergebrachte Sitten, Traditionen, Bräuche und Sprachen, die die Menschen verbinden. Er kämpft auch nicht gegen Sexismus, Diskriminierung, Homophobie und für Gleichstellung. Er kämpft gegen die klassische Familie, die Sippschaft, den haltbietenden Grund gemeinsamer Abstammung und damit gegen ein weiteres identitätsstiftendes Element. Er kämpft nicht für die Recht der Kinder, sondern gegen jene der Eltern. Er kämpft nicht gegen die Ausbeutung durch den Kapitalismus. Er kämpft gegen freie Märkte. Er kämpft nicht gegen Intoleranz, er kämpft gegen Meinungen. Er kämpft nicht gegen das Rauchen, den Alkohol, Salz und Zucker, er kämpft für mehr Kontrolle.

Oder anders gesagt: Der Staat kämpft gegen die Mehrheit seiner Bürger und für Minderheiten, die er via Opferstatus und Zuwendungen bereits geknechtet hat und die zusammengezählt eine vielfarbige Mehrheit ergeben. Kämpfte er für die „echte“ Mehrheit, kämpfte er für deren Freiheit. Für freie Märkte, individuelle Wahl, Entscheidung und Meinung, für politische Stabilität, solide wirtschaftliche Rahmenbedingungen, innere Sicherheit und Selbstverantwortung in Bildung, Gesundheit und Erziehung. Kurz: Er würde seinen potentiell gefährlichsten Konkurrenten fördern – eine Masse starker, selbständiger, wehrhafter und fest verankerter Indidivuen, die in der Lage wären, ihn nicht nur in Frage zu stellen, sondern wenn nötig auch wirksam zu bekämpfen.

Das darf nich sein. Um es zu verhindern, muss die Gesellschaft in immer individualisiertere Gruppen aufgesprengt werden, die sich bestenfalls rivalisierend gegenüberstehen. „Reich“ gegen „arm“, alt gegen jung, krank gegen gesund, fleissig gegen faul, LGBTI gegen hetero, Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber, links gegen rechts und ja: auch Kinder gegen Eltern. Das Individuum muss herausgelöst werden aus allem, was ihm Identifikation, Wurzeln, Kraft und die Fähigkeit zum Widerstand an die Hand geben könnte. Die Gesellschaft atomisiert und verarbeitet zu einer gleichmässigen, gleichfarbigen und gleichgeschalteten Knetmasse, die beim beherzten Durchregieren keine Reibungsverluste produziert. Verfassungsbruch ist in dieser Herrschafts-Logik ein Muss. Ebenso die Aushebelung von Recht und Gesetz, deren Institutionen nur noch als ideelle Profitcenter und PR-Agenturen betrieben werden. Ihre ursprüngliche Bestimmung, wie auch jene von Militär und Polizei, war der Schutz der Bürger, der Mehrheit. Auch vor dem Staat.  Dies zu dulden, wäre den Feind päppeln.

Aufhalten kann die Entwicklung heute nur noch eine Art Zusammenbruch. Der erzwungene Entzug von Mitteln und Macht. Es liegt in der Natur eines Staates, sich kontinuierlich auszudehnen, sein Betätigungsfeld zu erweitern, die Befugnisse zu vergrössern und die Möglichkeiten zur Kontrolle auszubauen. Er wird sich nie selber beschneiden, reduzieren oder gar abschaffen. Wohl und Wille der Bürger haben hier nicht nur keinen Einfluss, sondern würden den Staat in seinem „natürlichen“ Verhalten beschränken und müssen ignoriert werden. Und es ist möglich, dass der heutige „Kampf“ irgendwann zum „kriegerischen Kampf“ umgedeutet wird, die administrative Entmündigungsstrategie in eine handfestere Offensivstrategie, die Mehrheit auch offiziell zum Feind.

Die gute Nachricht: Zyklen kommen immer an ein Ende. In der Natur ebenso, wie in der Wirtschaft, an der Börse ebenso, wie innerhalb von Gesellschaften und Hierarchien. Heute wird es nicht anders sein als gestern. Es taut schon und rumort, das Grundeis geht los. Wachbleiben ist die Devise. Und sich um keinen Preis befreien lassen.

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Sagten Sie gerade „Sicherheit“?

Hollywood-Filme wurden über die sogenannte Finanzkrise gedreht, Millionen von Artikeln und Analysen publiziert, Bücher geschrieben. Zu verlockend sind allein schon die Fakten, das Gemisch aus Gier, Grössenwahn, Sucht, Intrigen und unappetitlichen Mesalliancen zwischen Politik und Hochfinanz, um sie nicht zu verwerten. Das Meistersück, das den Repräsentanten des Volkes gelang, noch während sie sich in Unterwäsche und Socken aus den zerwühlten Laken der Betten wälzten, in denen sie mit ihren Financiers gelegen hatten, sucht seinesgleichen. In vorschriftsmässigem Schock mit Landesmutterblick und schon wieder strotzend vor neuentdeckten Loyalitäten, verkündeten sie via Mikrofone und Kameras: „Alle Schuld den Banksters! Wir sind die Guten, opfern uns selbst, unsere ganze Zeit und ein wenig eures Geldes, um die Karre aus dem Dreck zu wuchten. Dank uns habt ihr Zukunft.“ Und sie haben es geschafft: Man glaubte ihnen. Und zum dritten Mal seit Ende der 80er Jahre, als die Blasenfinanzierungen ihren Anfang nahmen, konnte ein schwerer Markteinbruch bereinigt werden.

Wer nun aber denkt, die Finanzkrise sei abgehakt, es sei jetzt genug darüber gefaselt worden oder sie gehe ihn schlicht nichts an, der lebt so gefährlich an der Weltoberfläche, dass er jeden Augenblick hinunter- und ins Leere stürzen kann. Buchstäblich. Die Intervention der Politik via Zentralbanken zur „Rettung“ des Finanzsystems hatte und hat nämlich nur eines zur Folge: die neue Blase ist noch grösser, als jene, die uns vor acht Jahren um die Ohren geflogen ist. Die im Chor vorgetragenen Versprechen, das Investmentbanking der grossen Geldhäuser würde nun ohne Pardon an die Kandare gelegt, der Derivatehandel via Clearing-Stellen brutal ausgebremst und die Banken mittels rituell zelebrierter Stresstests krisenresistent gemacht, sind genau das: Versprechen von Politikern, die, so ist anzunehmen, noch heute über den Coup lachen.  Morgen fragt keiner mehr danach. Ausserdem haben wir systemgefährdende Steuerhinterzieher, die es zu hassen und zu verfolgen gilt. Es lebe das Feindbild.

Wer trotzdem danach fragt, stösst im schlecht beleuchteten Keller der grossen Banken schon auf der untersten Treppenstufe auf ein Detonationspotential, wie es dies noch nie gegeben hat. Nie. Es ist grauenvoll, die Risiken sind gigantisch. Die führenden Banken sind heute grösser als vor der Krise während ihre Aktien zwischen 67 (Crédrit Agricole) und 99 (Bankia / Intesa) Prozent an Wert verloren haben. Die Deutsche Bank und die Schweizer Crédit Suisse liegen mit zirka 86 und 77 Prozent Wertverlust im Mittelfeld. Das Zauberwort auf der Lunte ist damals wie heute dasselbe: Derivate.

Man braucht kein Spezialist zu sein, um zu verstehen, was Derivate sind. Es reicht vollkommen, wenn man weiss, dass es sich dabei salopp gesagt um Wettscheine handelt, die eine Bank ausgibt. Wettscheine auf die künftige Preisentwicklung von Werten, die sie in ihren Büchern hat. Also Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Kredite, etc.. Die Bank ist dabei der Buchmacher. Ein paar Zahlen zeigen auf, wo wir heute stehen.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), auch die Zentralbank der Zentralbanken genannt, schätzt das Welt-Bruttoinlandprodukt, also den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im Lauf eines Jahres in allen Volkswirtschaften der Welt hergestellt werden (nach Abzug der Vorleistungen) auf 63 Billionen Dollar. Das deutsche BIP beträgt rund 3 Billionen. Für die Schweiz sind es 0.685 Billionen oder 685 Milliarden. Demgegenüber stehen laufende „Wetten“ der grossen Geldhäuser, die diese Zahlen wie einen Klacks erscheinen lassen. Vor der Krise hatte die Credit Suisse Derivate im Wert von rund 40 Billionen Dollar in den Büchern stehen. Heute sind es um die 60 Billionen. Die Deutsche Bank hat heute ungefähr ein Exposure gegenüber Derivaten von 70 Billionen. Oder anders gesagt: Sie wettet mit mindestens 47 Mal mehr Geld, als sie effektiv hat. Als Lehman Brothers 2008 in die Pleite geschickte wurde, hatte sie Wetten im Markt, die das Geld, das sie besass, um das 35fache überstiegen. Vor der Krise wurde das weltweite Derivatevolumen auf rund 513 Billionen geschätzt. Heute liegen die Schätzungen zwischen 700 und 1500 Billionen. Schätzungen deshalb, weil 20 bis 30 Prozent des Derivatehandels ausserbörslich stattfindet (auch das nur eine Schätzung) und weil die Komplexität dieser Babuschka-Wetten ihr wahres Ausmass heute mehr verschleiert als je zuvor. Von ihrer Bewertung ganz zu schweigen. Das einzige was sicher ist: Die Derivatebestände wachsen weiter. Täglich. Und es reicht ein Verlust von zwei, drei Prozentpunkten um eine Bank oder gleich mehrere hochgehen zu lassen. Wenn diese „Kiste“ in die Luft geht, wird nur ein Krieg den Krach übertönen können. Vorbereitet wird er ja längst.

Es ist nicht das Versagen des Kapitalismus. Denn: Es ist nicht Kapitalismus. Es ist Casino-Korporatismus. Betreiberin der Spielhölle ist die Politk. Banken sind lediglich die Croupiers. Und hier wie im echten Casion gilt: Die Bank gewinnt immer. Solange, bis das Casino pleite ist. Es ist die Politik, auf deren Geheiss das Spiel  hochgradig manipuliert wird, damit sie überhaupt weitermachen kann. Unsere „Volksvertreter“ sind es, die die Karten zinken, um an die Kohle ranzukommen, die ein freier Markt, echter Kapitalismus ihnen längst verweigern würde. Die astronomischen Gewinne, die die Banken teilweise wieder einfahren, sind nicht natürlichem Wohl und Wehe der Märkte, individuellen Fähgikeiten oder einem Quantum Glück geschuldet. Unsere Politiker haben den Banken via Zentralbanken ihr Kreditfenster sperrangelweit geöffnet. Das ganze vor dem Hintergrund quasi abgeschaffter Zinsen. In Wahrheit wird hier zugunsten von Bordsteinpolitikern und freienden Banken ein Krieg gegen Sparer und Geldbesitzer, mithin gegen die Bürger geführt, der infolge Kapitalflucht die Austrocknung und Zerstörung unserer Kapitalmärkte bedeuten kann. Es ist ein Krieg zum Machterhalt der regierenden Cliquen und gegen die eigenen Leute.

Das ganze vor dem Hintergrund staatlicher Schuldenberge, die einem schon mal die Luft nehmen können. Für Deutschland sind dies in Prozenten des BIP und einschließlich staatlicher und privater Schulden sowie nicht gedeckten Verpflichtungen aus Pensions-, Renten- und Sozialleistungen 676 Prozent des BIP, für Griecheland 1196 Prozent, für Frankreich 923 Prozent und für Italien 699 Prozent.

Oder anders gesagt: Wir sind erstens Pleite und die Politik hat zweitens ihr Pulver zur „Bewältigung“ einer weitern Krise verschossen. Tausende von Menschen gehen in Europa täglich in Rente. Was passiert im Fall, dass deren Anlagegelder vernichtet werden, mag man sich gar nicht vorstellen. Von all den Transferleistungsbezügern – den heimischen und den gerade zuziehenden – ganz zu schweigen. Indes: die Frage ist nicht ob es knallen wird, sondern nur wann. Ein Leser des Credit Suisse-Jahresberichts hat es bei „Inside Paradeplatz“ auf den Punkt gebracht: „How THE FUCK is this legal? THIS. WON’T. END. WELL.“.

Kaufen Sie Gold. Nein – sagen Sie jetzt nicht, sie hätten kein Geld, das sei nur was für die „Reichen“. Kaufen Sie eine Münze. Auch wenn Sie sich diese über 12 Monate in Raten vom Mund absparen müssen. Kaufen Sie sie, legen Sie sie ganz hinten in eine Schublade und vergessen Sie sie. Denn es ist sehr gut möglich, dass der Wert des Goldes beim Versuch, das System um jeden Preis zu retten, auf einen Fünftel seines aktuellen Werts einbricht. Ignorieren sie es. Aber, sofern es eintritt, wird auch das nur eine Phase sein und es wird der Tag kommen, an dem sie sich gerne an die Münze in der Schublade erinnern werden. Sie kann Ihnen oder Ihren Kindern dann, wenn das auf dem Schuldenvulkan tanzende Finanzsystem in Illiquidität verdampft sein wird, den Start in ein neues Leben ermöglichen. Sie wird nicht in erster Linie Wert, sondern Zukunft bedeuten. Und das wird mehr sein, als die Mehrheit der Menschen von sich wird sagen können. Deren Zukunft ist schon heute zu Ende. Mit ihren Geldscheinen können Sie dann Drachen basteln und sie fliegen lassen. Einer hat mal gesagt, am Ende einer Zivilisation stünden immer eine ausufernde Bürokratie, Korruption, Korporatismus und totale Geldentwertung. Am Anfang einer Zivilisation stünde Gold. Er hat noch immer recht.

 

 

Die Irreführer – gezielt vorwärts abwärts

Demokratie beschneidet den Durchsetzungswillen ihrer Akteure im Rahmen klar definierter Verfahren. Dadurch, dass sich die durch Wahl ernannten Repräsentanten des Staatsvolks an ein Regularium zu halten haben, werden ihre Befugnisse und Gestaltungsphantasien im Zaum gehalten, notfalls an die Kandare gelegt. Mehr noch: ein Mandatsträger funktionierender Demokratie hat zu akzeptieren, dass die geregelte Verfahrensordnung für ihn persönlich Nachteile bedeuten kann. Er hat buchstäblich Diener des Volkes zu sein. Obwohl wir unsere Herrschaftssysteme weiterhin Demokratien nennen, ist dieser Konsens heute aufgekündigt. Was bleibt ist ritualisierte Demokratie-Show.

Regierung und Verwaltung haben den Staat zur Instanz der Moral erhoben. Die politischen Ziele sind nicht mehr gebunden an die kargen Niederungen der Sachgeschäfte, sondern erhoben zum alternativlos „Richtigen“, was eine Art  überparlamentarischen Dauernotstand rechtfertigt und damit die mehr oder minder offentsichtliche Umgehung demokratischer Verfahren. Die Schlagworte sind bekannt: „Euro-Rettung“, „Solidairtät“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Gleichstellung“. Es soll erreicht werden, was die Elite für richtig hält, verhindert, was man nicht will. Auch Verfassungen und Gesetze müssen hintanstehen, wenn es „notwendig“ ist und dem „Allgemeinwohl“ dient.

Die Benennung des aktuellen Zustands als „Sozialismus“, fasst das Desaster nicht in seiner Gänze. Vieles spricht dagegen, dass hier ein elitärer Vortrupp mit dem Ziel, die Massen aus der Finsternis zu führen, an der Arbeit ist. Und auch die Einsicht, dass die politischen Vorturner dieser Tage nicht dem Wohl der Nationen, sondern ausschliesslich ihrer eigenen Karriere und damit den Interessen der Lobbys dienen, trägt nicht weit genug. Ohne ins neblige Dickicht der Verschwörungstheorien zu stolpern, muss ruhig und nüchtern in Erwägung gezogen werden, dass die Zerstörung des Bestehenden ein mögliches politisches Ziel ist.

Sämtliche in der Umsetzung befindlichen Regierungsmassnahmen in finanz-, wirtschafts- und sozialpolitischer Hinsicht werden auf lange Sicht negative Auswirkungen auf die Bevölkerungen Europas haben. Hier Dilettantentum, Dummheit, Naivität oder andere hofnarrenfähige Qualitäten zu unterstellen reicht nicht. Es abzubuchen unter „ein verdammt langer Marsch nirgendwohin“ und sich ansonsten hauptamtlich dem Verdrängen zu widmen, wird unserer Situation nicht gerecht. Es kann heute ratsam sein, zum eigenen Besten das Undenkbare zu denken. Oder besser: das Unbekannte. Denn denkbar ist es und da war es auch schon. Alles erwarten heisst nicht überrumpelt werden, heisst, soweit möglich, vorbereitet sein.

Die Tatsache, dass die europäischen Staaten sich immer weiter verschulden bei gleichzeitig mittelmässigem bis schwachem oder nicht vorhandenem Wirtschaftswachstum kann beim besten Willen nicht als „Sorge um das langfristige Wohl der Nation“ gesehen werden. Ebensowenig die Massnahmen der EZB zur Ankurbelung der Kreditvergabe und der Wirtschaft. Sie verpuffen allesamt wirkungslos und werden mittelfristig Schaden anrichten. Oder gibt es wirklich irgendjemanden, der die Teilenteignung der Sparer mittels Negativzinsen als „Wohl“ ansieht? Oder die Tatsache, dass die Folge eine massive Kapitalumschichtung bzw. einen Kaptialabzug aus den betroffenen Ländern sein wird? Dass damit der Wirtschaft das dringend benötigte echte Kapital für Auf- und Ausbau fehlen wird? Findet jemand es mit Blick auf das Wohl seiner Kinder beruhigend, dass unsere Regierungen sich nur noch an den eingegangenen Zwängen orientieren zum eigenen Machterhalt (Verträge mit der EU und internationalen Institutionen, militärische Missionen, die den einzelnen Ländern nicht dienen, ungezügelte Einwanderung, flächendeckende Allimentierung ganzer Branchen und Bevölkerungsschichten)? Die Sozialsysteme als Errungenschaften und Investitionen der vergangenen  Generationen und als Kriegskassen von Land und Leuten, werden heute schamlos geplündert, sind längst leer oder verschuldet. Die Überschüsse einst wirtschaftlich starker Staaten sind dahin. Beschränkung des Bargeldverkehrs, gesetzliche Bankenschutzmassnahmen zur Verhinderung von Kapitalabfluss, Behinderungen jeder Art, Inflation,  Steuererhöhungen, Zugriff auf das Vermögen der Bürger mittels Bail-In-Gesetzgebung – eine Frage der Zeit.

Der finanzpolitische Irrsinn spielt sich innerhalb täglich instabiler werdender Gesellschaften ab. Militärisch hat sich Europa schon vor Jahren für das Eunuchentum entschieden. Ansonsten herrschenen Lenkung, Bevormundung, familiärer Kollaps und gesitlicher Klimbim vor. Der Staat hat sich als „Allversöhner“ etabliert und ist heute ein diktatorischer Heilsbringer, der seine Doktrin gnadenlos durchsetzt. Viele – vor allem jene, die auf der nahrhaften Seite der öffentlichen Hand ihr Leben fristen – begrüssen seine Gebote und Verbote nach wie vor, halten sie freiwillig ein und kultivieren ein denunziatorisches Schmalspur-Verrätertum. Unter dem Schlagwort „bunt“ ist so eine mittelalterlich-inquisitorische Schwarz-Weiss-Herrschaft installiert worden. Als gut gilt, was Opfer ist, schutzbedürftig, herausgefordert, abhängig, gefühlsgesteuert, was sich ausliefert, unterwirf und immer nachgibt. Als böse hat zu gelten, was frei sein will, selbstverantwortlich, der Tradition verbunden, diszipliniert und leistungsorientiert, was sich wehrt, der Denunziation standhält und herausfordert. Noch stehen wir am Anfang. Noch werden Bespitzelung, Zensur und Bestrafung im Zaum gehalten. Wer sich nach 30tägiger Facebooksperre aufführt als käme er aus dem Gulag, übertreibt. Es abzutun als etwas, das „ja nicht wirklich weh tut“ ist fahrlässig. Schon werden Pfarrer entlassen, weil sie „delikate“ Stellen aus der Bibel zitieren, Lehrer, weil sie sich der Vergewaltigung der Privatsphäre kleiner Kinder mittels Frühsexualisierung widersetzen oder Mitarbeiter, weil sie sich auf sozialen Netzwerken kritisch zum Erlösungsprogramm der Regierung äussern. In dieser Förderung der Abhängigkeiten, in der zunehmend robusten Durchsetzung des Politsch Korrekten und in der Kampfansage an ein Gutteil der staatlichen Leistungsträger das „Wohl des Volkes“ zu sehen, dürfte nicht nur beim Schreibenden stark gebändigtes Entzücken auslösen.

Diese im besten Fall labil zu nennende Gesellschaft empfängt ausserdem auf obrigkeitliches Geheiss gerade ein Millionenheer sexueller, kultureller und finanzieller Konkurrenten mit Sinn für allbegründendes Geistlichsein. Abgesehen von den horrenden Kosten, die die Zuwanderung aus muslimischen Staaten generiert (und auch die heute vorliegenden Zahlen sind zu „schön“, da sie von einem in der Vergangenheit liegenden Status quo ausgehen und die tägliche Entwicklung nicht berücksichtigen), wird sie für die Nationen Europas weitere negative Folgen haben. Die Aussagen arabischer Journalisten über die eigene Kultur und die eigenen Landsleute angesichts der traditionellen Gewaltverherrlichung in Schulen und Medien, dem islamischen Terror und der alltäglichen Gewalt gegen Frauen geben da ehrlicher Auskunft als unsere Medien und Politiker, die uns weismachen wollen, die da kommen, seien gut, weil Flucht aus einem Menschen prinzipiell einen guten Menschen mache. So schrieb beispielsweise Ghassan Charbel in der Zeitung Al-Hayat: „Kinder verlassen unsere Schulen mit kranken Vorstellungen und unbeugsamen Emotionen. Wir sind wirklich gescheitert!“ Und weiter: „Die einzige Lösung für uns ist, unser Versagen zuzugeben, dieses umfassende und eklatante Scheitern, diesen schrecklichen Zusammenbruch.“ Muslime und Araber würden „Zerstörung und Angst in die europäischen Länder tragen, die sie aufnehmen, nachdem sie aus ihren gescheiterten Staaten geflohen sind“. Richtig ist sicher, dass hier auch Menschen einwandern, die schlicht und einfach ein besseres Leben suchen. Nicht mehr und nicht weniger. Richtig ist aber auch, dass ebenso Opfer, wie auch Täter des ewigen innerislamischen Krieges der „Rechtgläubigen gegen die anderen Rechtgläubigen“, einwandern. Oft sind sie beides in einer Person. Sich und den Menschen vorzumachen, die Einwandernden seien allesamt „gut“, da schutzsuchend und traumatisiert, bedeutet die Ausblendnung ihrer Tradition der Gewalt, ihrer Feindschaft untereinander, ihrer Geschichte und ihrer Prägung durch Systeme, deren Ziel immer die Unterwerfung der Individuums ist und nie ein abstraktes Verfahren, wie die Demokratie es fordert. Es ist mithin die totale Verhöhnung der eigenen Leute und der Zuzüger.

Darum auch hier: Es reicht nicht, unsere Regierungen als Dilletantenvereine abzukanzeln und ansonsten halbgare Toleranz zu pflegen, irrelaufende Nächstenliebe und vererbte Schuldkomplexe zu unterstellen. Wer die klassische Familie demontiert und ohne Rücksichten auf Kinder und Existenzen auf die „Nazi-Liste“ setzt, das eigene Volk gegeneinader und gegen das Fremde ausspielt, die innerfamiliäre Frühtraumatisierung von Kindern  propagiert, die Abtreibung jährlich hunderttausender Ungeborener befürwortet und seinem Volk jedes gesunde Misstrauen gegenüber einem Heer an Staatsabhängigen, das es zu allimentieren hat, verbietet, kann weder an übergrossen Schuldgefühlen noch an ausufernder Nächstenliebe leiden oder gar die langfristige Sicherung des Wohlstands aller im Auge haben.

Es ist heute denkbar, dass wir dem Bankrott entgegenschlittern. Dass die  Hauptplatine sämtlicher Errungenschaften des Humanismus an die Wand gefahren, die finanziellen Schaltkreise in die Luft gejagt werden. Und dass genau das so gewollt ist. Warum? Warum nicht? Seit Jahrtausenden erliegen regierende Eliten den Versuchungen der totalen Kontrolle, des perfektionierten Korporatismus, der Umformulierung von Macht zu Allmacht, der Weiterentwicklung vom ideellen zum praktischen Notstand. „Beschlagnahme“ zu denken, „Hyperinflation“, „Währungsreform“, „Bageldverbot“, „Steuererhöhungen“, „Verteilungskämpfe“, „Bürgerkrieg“, „Diktatur“ muss heute bereits mehr sein, als blosses Gedankenspiel. Es ist schon Vorsorge. Und die Möglichkeit des Handelns vor der Masse.

Unsere Normalität ist brüchig geworden, die Ruhe trügerisch, Friede und Freiheit sind permanent gefährdet. Die meisten fühlen es. Die Flucht in politische Überlaufbecken, die einzig das gemeinsame Gegen einigt, spricht eine deutliche Sprache. Ihre Einigung auf ein Für, das mehr ist, als der Wille zur Macht und letztlich das Aufgehen im bestehenden System, steht noch aus. In der Zwischenzeit wird der Zerfallsprozess weitergehen. Es sieht nicht nach einem Ritt in den Sonnenuntergang aus. Kultivieren wir das, was man verteufelt, am liebsten verbieten und durch eine Mentalität prüfungsfreien Weltumarmens ersetzen möchte: Argwohn und Skepsis. Misstrauen wir dem ausgeklügelten Katechismus obrigkeitlich verkündeten „Wohls“. Es hilft beim Leben heute. Morgen möglicherweise schon beim Überleben.

Zumutung! Mehr davon, bitte.

Es geht uns gut. Dem politisch und finanzpolitisch nebligen Dickicht, in dem unsere Regierungsdarsteller herumirren, zum Trotz immer noch. Den ärmsten 20 Prozent der Menschen geht es hierzulande besser, als den 20 Prozent der reichsten vor 100 Jahren. An Hunger, Kälte und Obdachlosigkeit leidet eine verschwindend kleine Teilmenge unserer Gesellschaft. Trotzdem fühlen sich viele, als wären sie nur provisorisch in ihrem gegewärtigen Leben beheimatet. Als wäre das heute zur Verfügung Stehende an Zeit und Geld und Möglichkeiten eine vorübergehende und unberechtigte Insanspruchnahme ihrer selbst durch die Umstände und ein anmassendes Vorenthalten dessen, worauf sie in Wahrheit ein Recht hätten. Als wären Jetzt und Zurzeit nur bedingt freiwillig gelebt weil nicht dem  unscharfen Bild eines nicht näher definierten Gottesgnadentums entsprechend. Man leistet sich eine Wenn-ich-mal-gross-bin-Mentalität und bleibt bis 60 sowas wie das Kind. Mangelndes Wachstum und ausbleibendes Vorankommen sind naturbedingt. Das Leben wird reduziert auf lethargisches Wünschen und Warten, das sich in drei Worten zusammenfassen lässt: Recht auf mehr.

Was dieses Mehr ist, bleibt oft ein Rätsel. Das Wie wird in selbstverständlicher Nonchalance von der eigenen Person und persönlichem Wirken abgekoppelt. Was bleibt sind wehleidige utopische Visionen von etwas, das verdammt noch mal geliefert werden sollte. Egal woher.

Die schlechte Nachricht: Das Leben ist eine Zumutung. Das Leben ist ein Kampf. Dort sein zu wollen, wo kein Kampf ist, ist tot sein wollen. Wir drücken uns um die Aufgabe der persönlichen geistigen Kampfführung, wenn wir keine Ziele, kein Warum und kein Wozu für uns definieren. Oder wenn wir es zu delegieren versuchen. Was dann passiert, können wir rundum sehen: Der Staat positioniert sich selbst als Wegweiser, Sinnstifter und Glücksgarant, springt in die Bresche, die in Wahrheit das Vakuum ist, in dem wir ohne Grund und Sinn leben. Alle Politik zielt heute darauf ab, diesen Zustand infantilen Beanspruchens zu bewahren und zu befördern. Das Leben des Einzelnen wird dadurch nicht anders, schon gar nicht leichter oder besser; nur leichter zu lenken. Im Hintergrund läuft Krematoriumsmusik.

Es war Nietzsche, der sagte, wer ein Warum im Leben habe, der ertrage fast jedes Wie. Es ist eine unumstössliche Wahrheit. Wer für sich ein Ziel hat, ein Warum und Wozu gefunden, geprüft und definiert, der kämpft zuallererst auf der Basis eines bereits errungenen Sieges und erst dann um eine in der Ferne liegende Trophäe. Und vor allem: Er kämpft freiwillig – Freiwillige kämpfen länger und härter. Immer. Natürlich ist solcher Kampf kein Spiel. Aber er ist auch nicht die furchterrende und beängstigende Sache, als die er dargestellt wird. Es ist nicht der Sturm der Anarchie, in den wir ohne Karten und Messgeräte hinausgeworfen werden, wie alle Obrigkeit uns gerne glauben machen würde. Allerdings fordert er unser Bestes: Verstand, Vernunft, tätiger Wille, Verantwortung, Kraft, Ausdauer.  Und das Akzeptieren der Tatsache, dass unsere Gefühle oft nicht mit den Erfordernissen unseres Warums übereinstimmen. Die Freude, wenn sie es doch tun, weil Geleistetes und Erreichtes dem Gewünschten entsprechen, ist mit nichts anderem vergleichbar. Keiner und nichts kann sie uns nehmen. Geben erst recht nicht.

Früher oder später stellt man sich freiwillig. Oder man wird vom Leben selbst gestellt. Je früher man sich die Frage stellt, als was für ein Mensch man sterben möchte, desto besser. Zurückblicken auf etwas, das sich in pubertärer Aufsässigkeit erschöpft hat, kann nicht wünschenswert sein. Als halbgares Dauerrebellentum verkleidete Unzufriedenheit auf der Suche nach dem nächsten Tempel zum Niederreissen auch nicht. Ebensowenig unreifes Revoluzzertum, das in Wahrheit nur etwas sucht, woran es sich besser anpassen kann, als das Gegenwärtige oder einfach hoffnunglos neidendes Leiden am vermeintlich besseren Leben der anderen. Denn nicht mal Hoffnung gibt es gratis. Sie überfällt uns nicht wie ein Hormonschub. Erst im aktiven Herausrücken unseres Besten, kann begründete Hoffnung sein. Alles andere ist leerlaufende Sentimentalität. Wir haben die Wahl: geistig unreif, stets neutral und ohne Chance auf Wachstum herumrutschen auf dem dünnen Eis gefühlter Wünsche, uns bauchoben und ohne Einfluss auf Richtung und Widerstand treiben lassen, oder aber uns auf den Weg machen zu dem, was wir uns zu wollen und wer wir zu sein entschieden haben.

Es wird sicher nicht einfach, im Gegenteil. Wir werden Angst kennenlernen und Sorgen. Zweifel und das Gefühl, gleich schachmatt gesetzt zu werden. Wir werden Fehler machen und Umwege, ermüden und stolpern. Es wird Tage geben, da werden wir uns das Warum im Minutentakt vorbeten müssen, uns daran hochziehen um auf den Beinen zu bleiben, nicht angezählt zu werden. Wir werden Flüchtlinge sein, staatenlose Vier-Mann-Völker vielleicht, hungrige Eigenbrödler, geschlauchte Kämpfer. Abkürzungen gibt es keine. Die Hintertüren sind allesamt zu.

Die gute Nachricht nach Dürrenmatt: Das Mögliche ist ungeheuer. Auch heute noch. Wir können Jobs übernehmen, die wir nicht ausstehen können und die wir doch lieben und in denen wir doch Top-Leistung bringen werden, weil sie uns die Zeit kaufen, die wir brauchen, um Bücher zu schreiben und Bilder zu malen. Wir können unseren Speisezettel einschränken, Strom und Wasser sparen, die Wohnungstemperatur runterfahren um anderes zu kaufen, Reisen zu ersparen oder zu lernen. Wir können weniger schlafen, um mehr zu lesen. Wir können in Dachkammern und Garagen ziehen, um Firmen zu gründen oder ein Studium zu finanzieren. Wir können TV- und Handy-Abonnemente kündigen, um ungebundener zu sein. Wir können bei aller Liebe streng sein, Reibereien aushalten und Rebellion, um als Väter und Mütter unsere Kinder in ein Leben als starke, selbständige Menschen zu führen. Wir können sparen, um Vermögen zu machen, uns Träume zu erfüllen oder um weniger zu arbeiten. Wir können unseren Masterabschluss in den Schrank stellen und Häuser putzen, um dort zu leben, wo wir leben möchten. Wir können Krisen durchstehen, auch wenn es Jahre dauert, um Versprechen zu halten. Wir können Ausgrenzung und Beleidigung in Kauf nehmen, uns als Heimchen-am-Herd, Chauvinisten oder Rechte bezeichnen lassen, um aufrecht als Männer und Frauen in dem Leben zu stehen, das wir leben wollen, und nicht fremddefinierte PC-Zombies zu sein. Wir können geben von dem, was wir haben, um zu helfen oder einfach, um Freude zu machen. Wir können alles verkaufen, um bei Null anzufangen oder auf Wanderschaft zu gehen.

Sie erraten es: es gibt ungezählte weitere Möglichkeiten. Ich will mich hier auf das beschränken, was ich selber gemacht habe. Alles, bis auf die Kinder. Und um meiner Freiheit willen gedenke ich es weiterhin zu tun. Fakt ist: Wir können weitermachen, egal, was andere sagen. Und wir können täglich das Richtige tun, auch wenn wir uns nicht danach fühlen. Kurz: Wir können leben. Frei sein. Niemals Opfer. Und wir können uns auch einfach mal genau das wünschen, was wir haben.

Kollateralschäden der Bereicherung

1989 wurde die UNO-Kinderrechtskonvention abgeschlossen. Die Schweizer Bundesversammlung genehmigte sie 1996. 1997 trat sie in Kraft. In 54 Artikeln sind darin die Mindeststanards zum Wohle des Kindes bis zum Erreichen des 18. Lebensjahrs festgelegt. Diese Standards sind völkerrechtlich verbindlich.

Kinder sind somit eigenständige Rechtssubjekte, die ernstzunehmen und zu respektieren sind. Dass Kinder ein Recht auf Leben und Überleben, Kindeswohl, Nicht-Diskriminierung, etc. haben, braucht hierzulande keinem speziell erläutert zu werden. Das war auch lange vorher schon klar. Im Gegenteil: Wir leisten uns mit hunderten privaten und staatlichen Beratungsstellen – sekundiert von der geballten Power der Frauenrechtsorganisationen – eine ausufernde Schutz- und oft Verunsicherungs-Indurstrie, die über Handbücher, Leitfäden, Aktionspläne, Präventionsmaterial und Schuluungen alles dafür tut, die Kinder unserer Gesellschaft zu Subjekten der Dauergefährdung umzudeuten und Betreuende – allen voran die männlichen – in naturgemäss latent Übergriffige. Die Prinzipien der „vier Augen“ und der „offenen Türen“ sollten nach Meinung der oft selbsternannten Schützer*innen  am besten nicht nur in Schulen, sondern am auch in den Familien angewandt werden.

In eklatanter Diskrepanz zur dieser krankhaft praktizierten Überbehütung und von Feministinnen, Kirchen und Kinderschützern mit dröhnendem Schweigen kommentiert, stehen die UNICEF-Daten zur häufigsten Todesursache geschlechtsreifer minderjähriger Mädchen. Es ist nicht Krieg, Hunger, Unfalltod oder eine bestimmte Krankheit. Es sind Komplikationen bei der Geburt. Oder anders gesagt: Wenn der kleine Körper mit acht oder elf Jahren den Geschlechtsverkehr mit einem erwachsenen männlichen Exemplar der Schöpfungskrone  muslimischen Glaubens überlebt, dann wird ihm nicht selten die buchstäbliche Zerreissprobe der Geburt zum Verhängnis. Manchmal sterben die Mädchen direkt bei der Entbindung. Andere bluten wochenlang, ohne dass medizinischer Rat oder gar Hilfe in Betracht gezogen werden.

In den meisten islamischen Ländern gibt es mittlerweile Gesetze, die die Ehe unter dem 16. Lebensjahr verbieten. Sie werden aber mitnichten eingehalten und auf ihre Durchsetzung wird verzichtet. Die Tradition ist stärker; gegen Koran, Imame und Sitte haben abstrakte Rechtsnormen einen schweren Stand. Besser: keine Chance. Auch jene eines Gastlandes nicht. Wie auch: Der göttliche Religionsstifter selber heiratete eine seiner Frauen, als diese gerade sechs Jahre alt war und führte sie mit neun Jahren zum Vollzug der Ehe nach Hause. Auch sonst, war der Erleuchtete im Umgang mit Kindern nicht zimperlich. Ayatollah Khomeini interpretierte Mohammeds Praktiken mittels Hadithe in einem seiner Bücher dahingehend, dass muslimische Männer „sexuelles Vergnügen von einem Kind haben“ können, das „so jung ist wie ein Säugling“. Allerdings sollte er dabei nicht in das Kind eindringen. Wenn er es doch tue und das Kind dabei verletze, müsse er ein Leben lang für es sorgen. Es ist anzunehmen, dass ein derart verletztes Kind aufgrund seiner Lebenserwartung von mehreren Stunden bis Tagen in den wenigsten Fällen grössere Kosten verursachen wird.

Wie ein zweites Herz pocht das Entsetzen in dem, der sich zwingt, solches zur Kenntnis zu nehmen. Die Geschichten von Kindern zu lesen, die – sofern sie die Kraft dazu haben und nicht irgendwo allein auf einer dünnen Matratze verbluten – Putzmittel trinken, sich Schlagadern aufschneiden oder irgendwo hinunterstürzen um Schmerzen, Schlägen und Schande zu entgehen, ist kaum zu ertragen. Aber es muss sein. Denn diese sogenannte „Kultur“ mitsamt ihren diesbezüglichen länderspezifischen Variationen wandert gerade in Europa ein. Sich wie die UNO in Phrasen zu flüchten, von „tiefem und dauerhaftem Leid“ zu schwafeln und  davon, dass „das volle Potential des Lebens“ nicht genutzt werden könne im Fall von Kindern, die vergewaltigt, missbraucht und weggeworfen werden, ist eine himmelschreiende Verhöhnung all unserer verbleibenden Werte. Von den Opfern ganz zu schweigen.

Per 31. Juli waren im deutschen Ausländerzentralregister 1475 minderjährige Ausländer als „verheiratet“ registriert. 361 davon unter 14 Jahren. Dass es sich dabei grösstenteils um Mädchen handelt, liegt auf der Hand. In anderen europäischen Ländern wird es ähnlich sein. Ebenso, dass von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen werden muss. Viele dieser Ehen – oft nicht rechtsverbindliche Zivilehen sondern islamische Ehen – werden in Flüchtlingsheimen geschlossen. Medien und politische Allesfresser – wenn ihre Ministerien nicht gerade Migräne vorschützen uns sich in planvollem Nichtstun üben – machen uns unisono weis, dies sei erstens normal und von uns zu akzeptieren, und wenn nicht, dann geschähe es aufgrund der Notsituation der Familien, die sich mittels ihrer Töchter Schutz und Sicherheit auf der Flucht und in Auffangeinrichtungen erkauften. Aber das stimmt nicht –  ist schlicht und einfach gelogen. Die Mädchen sind Eigentum des männlichen Teils ihrer Familien. Von ihrer Keuschheit hängt die Ehre der ganzen Sippe ab. Schutz brauchen nicht die Familien, sondern die Mädchen. Und zwar nicht Schutz vor Hunger und Kälte, sondern vor ihren muslimischen Glaubensbrüdern, die die brutale Vergewaltigungstradition des Islam gerne auch im Kollektiv pflegen. Ehe ist hier oft die einzige Möglichkeit, Kinder vor solcher Barbarei zu schützen.

Mit der ungebremst fortschreitenden Zuwanderung, dem Anwachsen von Parallelgesellschaft und der Aufgabe ganzer Stadtgebiete – in die schon vor Jahren zur Unterstützung der Polizei und zur Durchsetzung unserer Gesetze die Armee hätte reingeschickt werden sollen anstatt sie irgendwo am Ende der Welt von Demokratie-Exporteuren motivierte und durchgedrehte Wilde voreinander retten zu lassen – werden die westlichen Gesellschaften auch in sexueller Hinsicht zunehmend bereichert werden. Was sich im Moment noch als innerkulturelles Phänomen verdrängen lässt, wird uns eines Tages betreffen. In dieser Hinsicht sind uns die Einwandernden voraus: In ihrer Realität sind unsere Frauen längst allesamt Huren, unsere Kinder kleine weisse Ungläubige. Was heute Einzelfälle sind, die aus der Sattheit und Sicherheit staatlicher Rundumversorgung heraus Ausnahmen bleiben, wird sich bei sich verändernden Rahmenbedingungen zum Gebot mausern.

Was ist, wenn eine Krise wie 2008 oder schlimmer die gloalen Märkte beutelt? Wenn Arbeitslosigkeit grassiert? Wenn die Zinsen steigen und die Endlos-Schuldenorgie zur Allimentierung der halben Welt zu einem abrupten Ende kommt? Wenn eine plötzlich anziehnde Inflation in Galopp übergeht und nicht auf Zentralbankengeheiss auf die Bremse tritt? Wenn die Rundumversorgung unserer Neubürger auf einmal nicht mal mehr Grundversorgung ist? Wenn zum sexuellen Notstand Millionen junger Muslime materielle Entbehrungen oder Scheinentbehrungen kommen? Dann ist Krieg. Und unsere Kinder und Frauen im Rahmen dieses Krieges Beute.

Solches als reine Gedankenspiele in einer abgelegenen Aussenstation unseres Kopfes zu kultivieren, wird der Sache nicht gerecht. Das Sich-Kümmern unter dem Schlagwort „nationale Sicherheit“ jenen zu überlassen, die ihrer Stellung nach dafür sorgen sollten, denen sie aber scheinbar ein ebenso grosses Rätsel ist wie vielen von uns, ist grobfahrlässig. Persönliches Entsetzen reicht nicht. Hass und Angst sind schlechte Ratgeber. Sachlichkeit ist gefragt – Vorsorge.  Jeder in der Sicherheitsbranche Tätige wird bestätigen, dass man in einer operativen Situation immer die Wahl haben sollte. Ob wir das wollen, können wir heute entscheiden. Möglich, dass es dafür nötig ist, unsererseits die Grenzen der Legalität auszuloten. Oder zu umgehen. Wenn die Wahl aber jene ist, ob ich meine Familie schützen kann oder danebenstehe wie ein militanter Fünf-Sterne-Dulder wenn andere im Rhythmus ihres Glaubensbekenntnisses die Meinen zum Ihren erklären, dann kann ich diese Wahl hier und heute treffen. Sie fällt mir leicht. Uns sie ist hundertprozentig kinderrechtskonform.

Du sollst deinen Kinder dienen

Von offizieller Seite her ist man sich einig, dass das traditionelle bürgerliche Familienmodell ausgedient hat. Als Ideal und anzustrebendes Ziel gelten die Modell-Varianten „egalitär-familienbezogen“ (beide Eltern arbeiten Teilzeit) und „egalitär-erwerbsbezogen“ (beide Eltern arbeiten Vollzeit). Das Äusserste, was man als Kompromiss auf dem Weg dahin zu akzeptieren bereit ist, ist das sogenannte „modernisierte bürgerliche Modell“ bei dem der Vater Vollzeit, die Mutter Teilzeit arbeitet. Leute, die hingegen festhalten am verpönt Gestrigen (Vater Vollzeit, Mutter Kindererziehung und Haushalt) werden degradiert zu meldefplichtigen Irren, zu Nazis oder – seit neustem auch im Repertoire politischer Jovialitäten zur Bezeichnung widerspenstiger Bürger – zu Arschlöchern. Vergessen, ignoriert, verschwiegen oder alles auf einmal wird die Tatsache, dass diese sogenannt fortschrittlichen Lebens- und Familienentwürfe nicht realisierbar wären ohne die letzte intakte Stütze des bürgerlichen Familienmodells: die Grosseltern.

Grosseltern leisten in der Schweiz jährlich rund 100 Millionen Betreuungsstunden, was dem Arbeitspensum von 50’000 Vollzeitstellen entspricht. Das ist wunderbar und spätestens mit Kenntnisnahme solcher Zahlen, sollte jedem auflage- oder um-umverteilungsmotivierten Jung-gegen-Alt-Hetzer der Wind aus den Segeln fahren. Tut es aber nicht. Warum.

Die immense Leistung der Grosseltern – allen voran der Grossmütter – wird oft weder gewürdigt, noch verdankt, geschweige denn bezahlt – sie wird als selbstverständlich vorausgesetzt, gefordert und notfalls erpresst. Gerade junge Mütter und Väter, die gleichberechtigter leben wollen als ihre Eltern einst, erwarten von diesen, dass sie sich zum Zweck der eigenen Befreiung und Verwirklichung klaglos in jenes Rollenbild fügen, das sie selbst zu bekämpfen vorgeben oder bereits auf Kosten anderer überwunden haben.

Zwei Beispiele: Eine Grossmutter, 55, ist voll berufstätig und kümmert sich ausserdem um ihre betagte Mutter. Viel ihrer zur Verfügung stehenden Freizeit sowie sämtliche Ferienwochen widmet sie nebst Ehemann, Haus und Garten den Enkeltöchtern. Sie empfindet die Zeit mit den Kindern als Bereicherung. Trotzdem meldet sie nach neun Jahren das Bedürfnis an, eine Ferienwoche für sich zu haben. Seither liefern Sohn und Schwiegertochter die Kinder wohl noch ab, verweigern jedoch jegliche Kommunikation. Ein anderes Ehepaar, beide in den Sechzigern, nimmt zwei- bis dreimal wöchentlich die zweistündige Fahrt zu „den Kindern“ auf sich. Diese sind beide voll berufstätig, ihre Kinder grösstenteils in professioneller Obhut. Die organistorische Lücke im Mikromanagement füllen die Grosseltern. Da das doppelte Einkommen zwar ein Haus mit Garten ermöglicht, jedoch keine Zeit für Haushalt und Gartenarbeit bleibt, wird auch hier auf die Alten zurückgegriffen. Als diese Ermüdungserscheinungen zeigen wird ihnen beschieden, dass sie in diesem Fall, sollten sie einmal pflegebedürftig werden, nicht auf die Hilfe der Jungen zählen sollten.

Natürlich sind beides negative Extrem-Beispiele. Sie zeigen jedoch in überzeichneter Weise ein Verhaltensmuster auf, das in mehr oder minder abgeschwächter Form oft zu finden ist. Fakt ist: Ein Grossteil der mittleren Generation verlässt sich organisatorisch und finanziell auf die Alten. Ob und in welcher Form dies erwünscht ist und gelebt wird, ist Sache einer jeden Familie. Was stört und befremdet, ist, dass solches Entscheiden, Diskutieren und Lösungs-Finden oft gar nicht stattfindet. Fordern ersetzt Bitten. In hilflos-arroganter Weise werden den Eltern nach vierzig Jahren des In-der-Verantwortungs-Stehens eigene Bedürfnisse, Interessen und Pläne stillschweigend abgesprochen und es wird vorausgesetzt, ihr einziges Wollen gelte den Jungen und deren Vorankommen. Ein Nein stösst vor den Kopf, der Hinweis auf ein eigenes Leben wird als Querulantentum wahrgenommen. Wer keine Probleme will funktioniert klaglos, wunschlos und nachtürlich kostenlos.

Als Begründung und Feel-good-Argument wird oft der Kollektivismus der Kinderaufzucht, wie ihn unsere Vorfahren in Familien- und Dorfgemeinschaften praktizierten, hervorgezerrt. Das Argument hinkt insofern, als dass die gemeinschaftliche Brutpflege auch gemeinschaftliche Erziehung bedeutete. Jener, der die Kinder betreute, legte auch die Regeln fest. Bei der Nachbarin, die Nachbarin, bei der Grossmutter, die Grossmutter. Solches ist heute nicht mehr erwünscht, wer nebst eigener Leistung eine eigene Meinung mitbringt, macht sich der Ketzterei schuldig. Oder anders gesagt: In Sachen Erziehungskompetenz würde man den Alten nicht mal einen gebrauchten Busfahrschein anvertrauen. Grossmütter haben als gütige, liebevolle, und meinungslose Wesen zu dienen und dankbar zu sein für die Gnade der teilhabenden Dauerverpflichtung im Hütedienst, im Haushalt und im Garten. Optimalerweise unsichtbar oder wenigstens auf Socken und Zehenspitzen.

Mit dem Überbordwerfen letzter familiärer Hierarchien und der Aufzucht einer Teilgeneration infantiler, egoistischer, desinteressierter und empathieloser Dauerschmarotzer durch Eltern und professionelle Betreuer, die sich als Diener und Projektmangager dressierter und ansonsten geschoner Kinder verstehen, verschärft sich das Problem noch. Grosseltern, die sich weigern, fraglos zu fixen Arbeitszeiten und selbstverständlich in Dauerbereitschaft in die Überbehütungs-Maschinerie einzusteigen, werden als Affront empfunden. Selbstbestimmung findet vordergründig zwar jeder gut. Die Alten sollte sich allerdings nicht erdreisten, solches für sich in Anspruch zu nehmen. Was das für die aktuelle Elterngernation im Alter und die Generation der Kindeskinder bedeutet, kann sich jeder selber ausmalen.

Sie möchte die letzten statistisch wahrscheinlichen 15 Jahre ihres Lebens so verbringen, wie Sohn und Schwiegertochter es heute für sich in Anspruch nehmen, verkündete eine aufmüpfige Oma. „Böses Blut“ war das Resultat. Funkstille. Enkelentzug. Irgendwann ein erstes Gespräch. Eine Diskussion über die Zusammenarbeit der Generationen, über Regeln, Distanz, Werte und über die Freiheit. Es wirkte. Heute funktioniert es. „Danke“ und „Bitte“ sind wichtiger Bestandteil dieses „Neuen“. Auch für die Kinder.

Grosseltern sind etwas Wunderbares. Zeit mit Ihnen verbringen zu dürfen während den ersten Dekaden des Lebens ist unbezahlbar. Aufgrund unseres Wohlstands und des medizinischen Fortschritts können Generationen heute voneinander lernen und profitieren wie nie zuvor. Solches zu reduzieren auf eine nach Belieben und Bedürfnis buchbare Dienstleistung oder es gar umzudeuten zum Zweck politischen Gegeneinanders ist nicht nur anstandslos sondern dumm. Die Alten brauchen die Jungen, das stimmt. Wahr ist aber auch, dass die Jungen die Alten brauchen. Dieses Einander-Brauchen nennt sich Familie. Zeit, unsere Eltern zu ehren.