Der Gast

Willommenskultur – Jetzt auch auf meinem Blog. Der Gast mit vorläufigem Bleiberecht ist Deutscher. Ausserdem Arzt, Aussteiger, Zeit seines Lebens Aussenseiter und Abenteurer. Er wird sich in regelmässig unregelmässigen Abständen zu politischen und gesellschaftlichen Themen äussern. In Form von Artikeln, Statements und Anekdoten. Er provoziert dort, wo scharf geschossen wird (meist rechts der Mitte), stellt dem faschistoiden Diktat der selbsterklärt „Guten“ oft beissenden Spott engegen und heisst den Preis, den solches heute vom Einzelnen fordert mit einem gerüttelt Mass Zynismus willkommen. Ein weiterer „Wüter“ bloss, ein Zeterer und aus der Ferne Stänkernder? Nein – Ein echt Engagierter, der um und für Inhalte ringt. Immer. Ein Sich-entgegen-Stemmender um der Liebe zu seinem Land Willen. Ein Hoffender, der Kategorien von „links“ und „rechts“ und „oben“ und „unten“ hinter sich hat. In letzter Konsequenz ein Optimist. Egal wie’s kommt. Hier die erste „Hasenpost“.

Hasenpost – Nachrichten aus dem Wald

Der Hase meint: „Ja, dieser Karneval hier muss verboten werden: Schwimmen ohne Einmann-Zelt. Schwule, die Händchen halten. Und dann die Schweine in Kinderbüchern. Das geht nicht.“ Die ‚Flüchtlinge‘ drohen mit Maßnahmen.

Wie schwachsinnig muss man sein, so einen Müll zu schlucken oder gar zu fordern? Und solche Leute sollen uns in Deutschland retten von wegen frischem Blut? Die hier Raum- und sonstwas Greifenden? Wer so was will, ist doch nicht mehr frisch im Kopf. Aber sich über einen Viktor Orban oder Präsidenten Trump aufregen, das wären ganz schlimme antifreiheitliche Monster, und dekorativ vor Kameras rumheulen, während man faschistoide Religionsunterwerfung für weltoffen hält.

Hopfen und Malz sind endgültig verloren. Macht nix, der Prophet verbietet sowieso Alkohol.  Scharia, Ehrenmord und Totschlag sind okay, Bierchen sind haram, Ungläubige sind minderwertig und alles so unrein, während man(n) sich heimlich nackige weiße „Schlampen“ ansieht, oder gar ungefragt anfasst. Und alles HIER in UNSEREM Land, das ist Satire, oder? Bitte sag mir einer, dass so ein Irrsinn Satire ist, von mir aus auch mit Ziegen, aber Satire, ja? Hallo? Regierung? Justiz? Polizei? Medien? Jemand zuhause? Ich hätte da mal eine Frage. Was sind das für Leute, die hierher kommen in ein Land, wo sie dauernd alles Mögliche beleidigt, ja sogar unser Denken? Und warum müssen wir machen, was die wollen? Frau Merkel, was soll das?

Zurück zu den Schweinereien. „Schon seit Jahren zählen muslimische Staaten wie Pakistan, Ägypten und Saudi-Arabien zu den Ländern, aus denen laut Suchmaschinenbetreiber Google die weltweit meisten Anfragen zu den Themen Sex und Porno kommen“ (Stern, 28.11.2013: NSA sieht Islamisten beim Pornogucken zu). Ach nein, wir wollten von richtigen Schweinereien reden. Also erstmal: dass das Schwein ein unreines Tier sei und Schweinefleisch zu meiden, hat einen schlichten, lebenspraktischen Hintergrund: Ohne Kühlung hat man im Orient ruckzuck ein Problem mit Trichinen. Das ist alles, darum ging’s ursprünglich. Der Rest ist Mythos. 1400 Jahre Aufregung wegen Schweinen für nix. Denn heute gibt es das Trichinen-Problem nicht mehr, dafür Hygiene, Tierärzte, Antibiotika und Kühlschränke. Das hat Prophet Mohammed nicht voraussehen können. Wie? Okay, aber Allah hätte es wissen müssen …

Nachdem dieser unsäglich rückständige Blödsinn geklärt wäre, kommen wir jetzt zur Kunst. Wollen wir mal gar nicht über das Schwein als Glücksbringer in der Ikonographie reden und staunen, wie ein so unreines Tier sich solchen Ruhm zu erschleichen erquiekte. Reden wir über Odysseus und Circe oder über die drei kleinen Schweinchen. Ich zum Beispiel hatte das Glück einer vorislamisch-genderlosen Kindheit ohne Frauen, die dauernd zwanghaft am Kämpfen waren. Also meine Frauen – Mama und diverse Tanten – die kämpften schon, aber eher mit dem Haushalt als gegen fiese Chauvis, die damals noch nicht breitenwirksam erfunden waren. Jedenfalls bei uns zuhause da taten Männer das, was sie immer taten: alles wuppen, hinterher Bier trinken und eine rauchen. Voll unterdrückend eben. Und ich hatte das Glück, damals in meinen heißgeliebten Comics u.a. die Bekanntschaft von Ede Wolf und den drei Schweinchen zu machen, aber das noch viel größere Glück war, das ging mir erst viel viel später auf, dass die Comics nicht nur nette Kunst, sondern sogar Kultur waren. Wie nun dieses? Nun, ganz einfach: Die Übersetzerin dieser Strips war einfach genial. Sie ließ zum Beispiel Ede, den großen bösen Wolf, Sachen sagen wie: „Mein ganzer Sinn und Lebenszweck sind Borstenvieh und Schweinespeck“. Nun, das kennen manche. Aus dem Zigeunerbaron. Der Text würde dann weitergehen: „Das Schreiben und das Lesen sind nie mein Fach gewesen, denn schon von Kindesbeinen befasste ich mich mit Schweinen.“ Das wußte ich allerdings damals noch nicht, aber das waren natürlich nicht die einzigen Klassiker-Verse, die ich auf die Art kennenlernte. Die promovierte Kunsthistorikerin, die den deutschen Übersetzungen Seele einhauchte, leistete an mir über viele Jahre ganze Arbeit, und an mindestens einer oder zwei Generationen Comic-Lesern auch. So lernte ich was, ohne es zu merken. Ich hatte Spaß und merkte mir die lustigen Verse und das sozusagen gratis, weil da jemand einfach Spaß an unserer Kultur hatte und drin schwelgte, und es genial und mit Gefühl den Lesern auf den Punkt hinschrieb.

Heutzutage haben die meisten Dinge im Internet weder Herz noch Seele, und solche Kultur-Extras wie Ede und die 3 Schweinchen sind eher voll ätzend gruftig. So ist das halt mit einem modernen, auf Digital Naives basierenden Neofaschismus, der als like-bare Bessere-Welt-Moral daherkommt. – Und das kann nur passieren, weil Boko haram ist, Bücher und Bildung also Scheiße sind, eigenständiges Denken haram, in der Masse blöken und mitlaufen aber halal. Und individuell bedeutet nur noch, was alle cool finden, nicht was einzigartig ist. Natürlich haben die Leute keinen verlässlichen Horizont mehr. Bildung, Kultur und Geschichte sind passé. Sonst würden sie einen Faschismus erkennen, wenn er ihnen über den Weg läuft, und über George Orwell’s 1984 Bescheid wissen. Das jahrzehntelang aufgewendete Geld, die ganzen Institute und Lehrbücher, die haben alle nicht dazu geführt, dass die Leute Faschismus erkennen und ablehnen, obwohl andauernd laut und schrill dagegen „gekämpft“ wird. Das ist so lächerlich, so armselig. Und dann unterwirft man sich steinzeitlichen Regeln, dass es einer Sau graust, und nennt’s „integrativ“. Seit diese unsäglichen Grünen am Ruder sind, wird laufend eine kulturelle Atombombe nach der anderen geworfen. Kritik- und hirnlose, kulturlose Gleichschaltung, wir kommen! Aber Schweine in Kinderbüchern verbieten wollen! Ich weiß auch warum: Schweine sind schlaue Tiere.

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8 Gedanken zu “Der Gast

  1. Faszinierend.

    Jemand der sich traut, den Sinn der Grünen Sprachverbotsorgien zu hinterfragen.

    Jemand, der die gewünschte politisch korrekte Kritik als Instrument der subtilen Sprachverbote erkennt.

    Gefällt 1 Person

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