Splitter in der Haut der Freiheit

Ungefiltert in die Unruhe hinein – Persönliches

Einer hat mal gesagt, wer ein Gefühl habe, der solle ein Gedicht schreiben. Oft und mit grossem Wohlwollen neige ich dieser Ansicht zu. Wenn es Ihnen genauso ergeht, dann sollten Sie die Lektüre hier einstellen. Alles, was jetzt kommt, basiert ausschliesslich auf Gefühl. Ausserdem: Es wird ein reiner Egotrip. Ich schreibe und publiziere den Text um meiner selbst willen. Für ein Stück Freiheit da, wo ich es vor einem Jahr nicht vermutet hatte. Und aus Respekt und Achtung jenen Personen gegenüber, die ich in den vergangen Monaten treffen und an deren Strang ich mein kleines Gewicht hängen durfte.

Es geht um Schrauben. Und Splitter. Und Ruhe. Das vor allem. Ruhe in bestem Baader’schen Sinn, wonach das einzig wahre Menschenrecht jenes ist, in Ruhe gelassen zu werden. Was ich in den letzten 20 Jahren getan und gelassen habe, hatte meist ebendiese Ruhe zum Ziel. Wer selbständig ist und gute Jobs abliefert, hat beim Schaffen und daneben seine Ruhe. Wer in einen versteckten Winkel Frankreichs zieht und abgesehen von Kunden und Hunden nur wenige Kontakte pflegt, hat unbestreitbar viel Ruhe. Und mehr Ruhe, als allein auf 4000 Metern im Gurtzeug eines Deltas geht nicht.

Denselben Zweck hat der Name Frank Jordan: Er ist Schaltung, die zum Zweck persönlicher Ruhe und im erweiterten Sinn auch jener meiner Familie, zwischen Monika Hausammann – so mein Taufname – und die Welt eingebaut ist. Er ist Trennung, Abschwächung, Selektion. Das Problem: Es funktioniert nicht. Nicht mehr. Wo sogenannte Volksvertreter sich mit Unterstützung gekaufter Mehrheiten daran machen, die Freiheit, also das Recht auf Ruhe des einzelnen, via Gewaltmonopol und mittels Zensur zu verteidigen, kann und darf nicht gefiltert und abgeschwächt werden. Solchem müssen ganze und echte Menschen ihr Bestes entgegenhalten. Egal, wie wenig es ist. Das wiederum ist nur möglich, wenn in maas’scher Logik ein Teil der persönlichen Ruhe um ihres Erhalts willen aufgegeben wird.

Die naheliegende Frage: Was macht es für einen Unterschied, ob eine, deren soziale Kompetenz, Reichweite und Wirkung bestenfalls am Rand stattfinden, ganz ist oder nicht? Die Antwort: Für die Welt keinen. Für mich persönlich die Einnahme der eigenen Medizin: Integrität. Die Entscheidung, dass die Zeit beschaulicher Sonntagsfahrten mit angezogener Handbremse für den Moment vorbei zu sein hat. Geschuldet der Einsicht, dass, sofern man dankbar ist, bis hierher das Leben frei und in Ruhe gelebt haben zu dürfen, man schleunig aufs Gas steigen sollte. Als Person und nicht bloss als Name.

Denn: Unmerklich, ignoriert und teilweise wohl auch begrüsst, werden in Sachen Freiheit und Ruhe Schrauben angezogen, während andere sich lockern oder überdrehen. Sind diese Schrauben Verbindungen an ein und demselben Werkstück, kommt es zu Ungleichgewichten, im Extremfall zu Bruch und Zusammenbruch. Genau das – so der subjektive Eindruck, das Gefühl – passiert zurzeit in unterschiedlichem Mass in den Gesellschaften Europas.

Wo angezogen wird – testweise oder planmässig – da tut’s im Moment erst sehr wenigen weh. Entweder deshalb, weil die betroffenen Menschen und Firmen – ja, es sind Unternehmen, die Steuern zahlen, Leuten Arbeit geben und nie, nie NGO’s, Regulierungs-Profiteure oder andere Schmarotzer – zu wenig bekannt sind, aus Angst vor „sozialen Sanktionen“ längst gemieden werden oder bereits zu Boden denunziert und totgeschwiegen worden sind. Oder aber deshalb, weil, wenn es um Kontensperrungen von Einzelpersonen in sozialen Netzwerken geht, es Vergebung und neues Leben gibt im Form von Freischaltung und wo – vor die Option eines virtuellen to be or not to be gestellt –  die meisten demütig und ohne Aufsehen geloben, um des netzmässigen Weiterlebens willen fortan ein sündenfreies Reden zu pflegen. Vielleicht aber auch, weil ein aus Gesinnungsgründen Gemobbter oder Entlassener nicht Mittel und Möglichkeiten hat, ausserhalb des Freundeskreises – sofern noch vorhanden – auf sich aufmerksam zu machen.

Noch sind es bloss Splitter. Wer sich einen „einmacht“ versucht, ihn rauzudrücken, ärgert sich, wenn’s nicht funktioniert, zuckt irgendwann die Schultern und wartet fortan darauf, dass das Ding via Eiterung den Körper selbständig verlässt. Ist er an einer Stelle, auf die nie oder selten Druck ausgeübt wird, merkt man ihn kaum mehr. Aber er ist da. Und wenn es ein Metallsplitter ist oder Glas, dann ist theoretisch bei Nichtbehandlung von Infektion, über Sepsis bis Amputation und Tod alles möglich.

Unserer Freiheit wurden sich in den vergangenen Monaten ein paar solcher Splitter zugefügt. Es sind die offenen oder leisen Massnahmen, die gegen eigentümlich frei, das Magazin meines Verlegers, André F. Lichtschlag ergriffen worden sind. Massnahmen, die durchaus zur Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlage führen können. Auch weitere, wie die „Achse des Guten“, „Sezession“ und „Tichy’s Einblick“  – um nur ein paar zu nennen –  sind „zum Schutz der Meinungsfreiheit“ nicht geschont worden. Privatpersonen und Autoren ebenso wenig. Die Empörung über solche Sperrungen, Löschungen, Kundenerpressung und Ausschluss-Drohung ist kurzfristig gross. Die Betonung lieg auf „kurzfristig“. Wie im Fall des Splitters ist solches für den Peloton der Medienkonsumenten weniger Schmerz, denn Event, dessen Höhepunkte oft in einem resoluten „Teilen, teilen, teilen!“ verebbt. Wie anders in Zeiten digitaler Schnellstlebigkeit und ADHS-mässigem Multilevel-Leben? Irgendwo passiert gerade ein Terroranschlag, ist Wahl oder ein Einzelfall erhitzt die sich abkühlenden Gemüter. Bis zur nächsten Umdrehung der Schraube, der nächsten Sperre, der nächsten Verleumdung, der nächsten wirtschaftlichen und sozialen Existenz, die pulverisiert wird. Bis zum nächsten Empörungs-Event.

Gleichzeitig und oft unbemerkt findet ein Loslassen statt. Ein Sich-Abwenden, Resignieren und Ermüden. Gerade noch Engagierte, Dagegen-Haltende und Warnende mögen nicht mehr. Soll ihnen das Leben selbst den Hintern versohlen, wenn’s einfach so weitergeht, wenn’s nicht tiefer geht, wenn’s nicht interessiert, wenn’s nicht schmerzt. Schrauben, die eben noch starke Verbindung waren, Stützen, Halt, fallen ab. Kommentarlos, erschöpft und leer verschwinden sie im publizistischen Nichtsein. Alles ist bereits tausendfach gedacht, geschrieben, gesagt. Der Warnungen gibt es genug.

Im selben Tempo und Mass, indem sich Unberechenbar- und Kurzlebigkeit ausbreiten, wo hier was abfällt, dort angezogen wird und da ausleiert, machen sich Unsicherheit und das Bedürfnis nach Orientierung und Stabilität breit. Es wird wieder in „Lagern“ gedacht. Man will sortieren können, ordnen, einteilen. Klar, einfach, alltagstauglich und wetterfest. Man erschafft oder sucht sich ein Koordinatensystem, in dem es gelingt, den eigenen Standort und den anderer klar zu benennen und notfalls auch nachts, besoffen und bei Nebel zu finden. Beliebter Treffpunkt ist die „Mitte“. Dort, wo manch einer durchaus auch damit einverstanden ist, dass „man“ allzu verunsichernden Menschen, Medienportalen und Magazinen nicht mehr über den Weg läuft. Ein Ort minimaler Garantien auf Sicherheit und Ordnung. Einigermassen sauber, hell, warm. Dort, wo um der „Sache“ willen auch entschieden werden darf, nichts zu entscheiden. Wo gekämpft wird, indem man nicht kämpft. Von Staates Gnaden befreit, betreut, durchreguliert und umverteilt in den Bankrott – aber bitte ohne die ganzen Islamisten. Freiheit gibt’s nur auf Rezept und in Kleinstdosen, aber wie auch Stefan Zweig in seinen Erinnerungen schrieb, bedeutet Freiheit vielen weniger Reichtum, denn Gefahr.

Nach diesem Schema wird auch gewählt: Lieber bekanntes Übel, als neues. Und wenn neu, dann jenes, das da verspricht, alles beim Alten zu lassen, aber diesmal besser. Das Resultat sind als Landesväter angepriesene Nivellierungs-Technokraten, die, wie Macron gerade in Frankreich, zum Besten der Nation erneut die Behörden mit Vollmachten ausstatten, die es erlauben ohne juristische Umwege und anderen Klimbim in das Privatleben ihrer Bürger einzugreifen (Verlängerung des Ausnahmezustands). Es sind PR-mässig optimal gecoachte Herren des Übergangs, die sich mit nationalem Pathos daran machen, die Länder Europas kulturell, finanziell, sozial, politisch und wirtschaftlich auf ein Niveau zu dimmen, das ein geschmeidiges Durchregieren und Managen von zentraler Stelle nicht nur möglich macht, sondern gebietet. Gerne auch mit Unterstützung und im Interesse der Freunde aus Übersee.

Ja – es ist ein Eindruck. Ein persönlicher Eindruck von Gefahr. Vielleicht – man hofft es – ist man selber jener Automobilist, der im Radio die Warnung vor einem Geisterfahrer hört und ausruft: „Was heisst da einer? Hunderte!“ Vielleicht ist diesmal wirklich alles anders. Menschlich Unverändertem, Wahrscheinlichkeiten und Vergangenheit zum Trotz. Wenn’s so ist…so what? Bloss einer, der sich geirrt hat. Ich ziehe es vor, mit allem, was mir zur Verfügung steht in eine persönliche Blamage zu brettern, als auf der Bremse stehend an die Wand zu fahren.

Vielleicht gibt es sie, die sogenannt Abgehängten, Frustrierten, Zukurzgekommenen, als die man zu Rechtfertigungszwecken die Schliess- und Sperrkandidaten gerne und mehrheitlich widergekäut bezeichnet. Ich weiss es nicht. Ich kenne keinen, auf den diese Beschreibung zutrifft. Was ich aber sicher weiss: es sind ganz bestimmt nicht die eigentümlich freis, dieser Welt. Nicht die André Lichtschlags und ihre Leute. Da ist nicht Frust, da ist Lebensliebe, Schaffensfreude, Drang und Wille zur Freiheit – der eigenen und der anderer. Egal, welcher Meinung sie sind. Was sie aber auch nicht sind, ist Teil des Pelotons, des grossen Haufens der „Mitte“. Wer sie sucht, findet sie in der Gruppe der Ausreisser. Es sind jene Schrauben, die allem Zug und Druck zum Trotz seit Jahren oder Jahrzehnten halten. Bis jetzt. Ihrer würdig sein und im Rahmen des eigenen Wenigen mitzutragen, bedeutet ganz sein. Ungefiltert. Aus dem Schatten eigener Ruhe und stillen Komforts in die Unruhe hinein. Auch und gerade mit jenem Namen, dessen Trägern ich alles, was ich bin und habe verdanke.

FRANKJORDANBLOG wird unter diesem Namen weitergeführt. Der Einfachheit halber.

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Manchester oder die Brutalität staatlicher Barmherzigkeit

Als ich das Wort „sozial“ zum ersten Mal hörte, war ich sieben oder acht Jahre alt. Mein Vater sagte es. Es war mitten in der Nacht und es sagte „Sozialplan“. Wie oft damals war ich erwacht und hatte mich oben an der Treppe davon überzeugt, dass ein Stock tiefer im Büro meines Vaters Licht brannte. Das musste so sein. Und wie immer ging ich hinunter, setzte mich auf seinen Schoss und fragte, was er tue. Doch anstatt mir wie sonst auch die vertraute Auskunft zu geben, dass er lerne (er paukte sich nebst Familie und Firma noch durch einen Executive-MBA), sagte er, dass er Sorgen habe. Dass er Leute entlassen müsse. Eine Firma, die vor der Insolvenz stand, war übernommen worden. Der grössere Teil des Personals ebenso. Trotzdem gab es Doppelspurigkeiten. Auf meine Frage hin, warum er sie nicht einfach behalten könne, antwortete er mit einer Gegenfrage: „Es gibt drei Möglichkeiten“ sagte er. „Die erste: Wir übernehmen die Firma nicht und sie geht Pleite und in einem Jahr stehen 200 Leute auf der Strasse. Die zweite: Wir übernehmen die Firma, behalten alle Leute, machen Verlust, weil wir zu viele Leute haben und in fünf Jahren stehen 700 Leute auf der Strasse. Die dritte: Wir übernehmen die Firma, entlassen heute 50 und können 650 Menschen heute und vielen weiteren in den nächsten Jahrzehnten Arbeit geben. Welche Möglichkeit wählst Du?“ Das verstand sogar ich. Und dann sagte er „Sozialplan“. Dass das bedeute, dass er wach sei und auch wach bleiben und nicht würde schlafen können, bis jeder dieser 50, die er alle kenne, eine neue Stelle gefunden hätte. Das war 1982 und ich war stolz auf meinen Vater. „Sozial“ bedeutete Sorge aus Verantwortung, persönliches Engagement, die ganze Kraft, das Beste starker Menschen. Sicherheit. In meinem damaligen Verständnis: Vaterschaft.

Szenenwechsel. 2016. Ich lese einen Satz, der mich bis heute erschüttert. Jemand äusserte ihn nach dem Anschlag in Berlin. Wörtlich sagte die Person: „Ich finde die mangelnde Beachtung des Staats (der Opfer, der Hinterbliebenen und ihrer Trauer A.d.V.) traurig und unwürdig.“

Es geht hier nicht darum, wer das gesagt hat. Nicht um die Qual jener, die ihr Liebstes verloren haben. Und für einmal geht es auch nicht um Menschen, die das Abschlachten Andersgläubiger als Gottesdienst betrachten. Es geht ausschliesslich um diesen einen Satz und um die gewaltige Fracht, die er enthält:  Die Erwartung an ein Gegenüber, die auf einem Wahrheits- und Wirklichkeitsgehalt fusst, der so gering ist, dass man ihn schon fast als komisch bezeichnen könnte, wäre es nicht so fatal und von derart lichtloser Traurigkeit.

Es ist die entartete Erwartung an ein imaginiertes Gegenüber „Staat“, dessen einzige Daseinsberechtigung einst jene war, die Ursache des Leids dieser Person und anderer zu verhindern: Schutz der Freiheit des Einzelnen, seines Lebens und seines Hab und Guts. Da stehen wir. Da steht Europa. Je suis Berlin. Je suis Nizza. Je suis Manchester. An die Verteidigung des Individuums und dessen, was ihm gehört, die über das beschauliche Verteilen Betonsperren und Brosamen hinausreicht, scheint längst keiner mehr zu denken. Mehr noch: Wenn wir schon in die Luft gejagt werden, dann wenigstens sozial gerecht und energieneutral. Persönliche Befindlichkeiten, Bedürfnisse und ein Minimalquantum Trost von der „Öffentlichkeit“ werden höher gewertet, als die einfachste Voraussetzung dafür, solchen Schwachsinn überhaupt denken zu können: jene, am Leben zu sein.

Wie sonst ist erklärbar, dass die Mehrheiten Europas im Monatstakt mehr desselben wählen, was unsagbares Leid nicht nur möglich macht, sondern aktiv organisiert?  Wie anders lässt sich der Schrei nach Beachtung interpretieren, als so, dass, was wir einander zu geben hätten – Trost, Mitgefühl, Mittragen, Mitleiden, Barmherzigkeit – an ein anonymes Kollektiv delegiert worden ist und wird? Was ist geschehen, was geschieht? Wie ist es möglich, dass wir unsere Nächsten beneiden, denunzieren, beleidigen und mit Häme übergiessen und gleichzeitig von Menschen, die wir nicht einmal kennen und die ausschliesslich auf unsere Kosten leben, das Beste erwarten, Rettung und Zukunft bloss, weil wir sie direkt oder indirekt gewählt haben?

Es ist eine Bankrotterklärung. Je suis Venezuela müsste es heissen. Das Eingeständnis, dass wir es zugelassen haben, dass aus einem Werkzeug im Dienst der Gemeinschaft eine separate Schöpfung in einem separaten Universum geworden ist, an die wir alles delegiert haben, was uns zu Menschen macht. Beziehung ist nur noch Unterhaltung. Der Rest ist Staat. Was bleibt und wählt, ist der von seiner Verantwortung, von seinem Nächsten und damit von sich selbst getrennte Staatsmensch, der das Ganze auch noch für eine humanitäre Veranstaltung hält.

Ich bin deine Haut, sagt der Staat. Ich schütze dich. Falsch. Die Haut, die die Gemeinschaft zuerst schützt und mit ihr den Einzelnen, ist die Freiheit. Der Staat war der Parasit, zu dessen Bewirtung sich die Menschen zum eigenen Besten entschieden hatten. Nach und nach liess man es zu, dass unter den Schlagworten „sozial“ und „Emanzipation“ die Ordnung, dass der Parasit von seinem Wirt abhängt, auf den Kopf gestellt wurde. Das Einzige, was sich dabei aufs sozialste emanzipierte, war der Parasit selbst, der dazu übergegangen war, sich überall dort dazwischen zu schalten, wo bisher aus gesundem Eigeninteresse zusammen gewirkt, gearbeitet und gewagt worden war. Zuallererst zwischen das Gespann Mensch-Verantwortung, ohne das Leben Lagerleben ist.

Heute platzt der Staat aus allen Nähten. Denn: Der Staat will nie helfen, er will nur wachsen. Das einzige was ihn hindert, weiter zu wuchern, ist die Haut. Die Freiheit. Sie wird dünn. An einzelnen Stellen tun sich Risse auf. Sie sind lästig, aber man gewöhnt sich daran. Sie betreffen und schmerzen nur wenige und nur solche am Rand. Ein paar Konten auf sozialen Netzwerken werden gesperrt. Werbetreibende Unternehmen werden diskret darauf hingewiesen, wo ihre Botschaften besser nicht zu schalten sind. Wikipedia-Einträge entsprechen mehr den „sozialen Anforderungen“, als der Wirklichkeit. Verträge mit suboptimal gesinnten Firmen werden gekündigt. Ein paar Bücher sind nicht mehr erhältlich. Ein paar Magazine und online-Portale und ihre Inhalte sind auf Google nicht mehr zu finden. So geschehen im Fall von eigentümlich frei, Sezession und Blaue Narzisse. Verschmerzbar: Bloss kleine Unternehmen, kleine Steuerzahler, wenige Mitarbeiter, vernachlässigbare Existenzen. Nicht systemrelevant.

Das Problem: Ein Parasit bleibt ein Parasit. Wo er eindringt und nicht in Schach gehalten wird, wuchert er, infiziert gesundes Gewebe. Da stehen wir und merken es nicht. Sind blind dafür, dass die Ursache all unserer Probleme jenes Monster ist, das sich anschickt, als einziger Parasit der Welt grösser zu werden als sein Wirt. Die Euro- und Schuldenkrise ist nicht die Wirkung freier Märkte, in deren Rahmen Menschen aus Eigeninteresse freiwillig zusammenarbeiten. Sie ist die direkte Auswirkung staatlicher Eingriffe in ebendiese Märkte, die heute nicht mehr frei, sondern bloss noch politisch sind. Hohe Arbeitslosigkeit und Armut sind nicht der Gier des Kapitalismus geschuldet, sondern staatlich alimentierten Zwangsorganisationen und politischen Kampfmaschinen, die unter der Bezeichnung Gewerkschaften ihren sozialen Segen verspritzen. Versagt bei der Energiewende haben nicht Forschung und Entwicklung, sondern die staatliche Förderung nicht marktreifer Produkte zur Alimentierung eigener Ideen und gesinnungsmässig Nahestehender. Hohe Scheidungsraten und Kinder, die mit drei Jahren schon drei Postadressen haben sind nicht das Versagen hergebrachter Werte und Traditionen, sondern das Resultat staatlicher Emanzipations-Rhetorik und Fütterung aufkosten anderer. Und Berlin, Manchester, Paris, Nizza – sie sind nicht der Unterprivilegierung, dem Ausschluss, der Nicht-Teilhabe, mangelnder sozialer Gerechtigkeit und dem Versagen der Gesellschaft geschuldet, sondern der seit Jahren staatlich orchestrierten Kriegs- und Einwanderungspolitik.

Es ist so hart, wie es einfach ist: Ein Parasit trachtet nie nach dem Besten seines Wirts, sondern nur nach dem eigenen. Um jeden Preis. Ein Parasit ist nie sozial, nie gerecht, nie fördernd, nie bildend, nie integrierend. Er muss unsozial sein, ungerecht, fordernd, dumm haltend und trennend um zu wachsen.  Oder anders gesagt: Wohin führt die Alimentierung immer breiterer hier lebender und zuwandernder Bevölkerungsschichten? Wohin führt die Verschleuderung des ganzen hart erarbeiteten Wohlstands vergangener Generationen (jawohl er ist weg und via Erbschaftssteuer will man jetzt auch den privaten Teil noch verschleudern können)? Wohin führt es, dass man den Leuten via Negativzinsen das Sparen verleidet? Wohin führt es, wenn man Geld druckt, als wär’s Dreck, wenn es eines Tages zuviel davon gibt und es keinen Wert mehr hat? Wohin führen Rentenerhöhungen, Länderrettungen, Bankenrefinanzierungen und Industriesubventionen auf Pump? Genau – all das führt mit mathematischer Präzision früher oder später geradewegs in den Bankrott. Was höre ich? Hat jemand „sozial“ gesagt?

Aber das ist nicht das Ärgste: Wohin führt es, wenn man nicht beim Trennen des Zusammengehörenden verweilt, sondern fortschreitet und gegeneinander aufhetzt, was heute zumindest vorne herum noch friedlich koexistiert? Männer gegen Frauen, Kinder gegen ihre Eltern, die Jungen gegen die Alten, die Fleissigen gegen die Faulen, die „Armen“ gegen die „Reichen“, die Kranken gegen die Gesunden, die Raucher gegen die Nichtraucher, die Risikofreudigen gegen die Feigen, die „Guten“ gegen die „Bösen“, die Minderheiten aufeinander und das Eigene gegen das Fremde? Es führt zum Spannungen, Terror und Krieg. Es führt zu Berlin, Paris, Brüssel, Nizza, Manchester. Es führt zu mehr Kontrolle durch den Parasiten Staat. Und es führt am Ende zum Tod des Wirts. Sozial?

Leider nein – das „Sozial“ des Staates bedeutet Tod. Immer. Reissen wir die Vaterschaft wieder an uns.  Ein Zurück gibt es nicht. Bloss bereit sein und wach – die Währung der Freien. Ansonsten gilt frei nach Roland Baader: Wer sich füttern lässt wie ein Hund, wird gehalten wie ein Hund. Und verreckt auch wie ein solcher.

Was einzig zählt

 „Wenn Menschen friedlich miteinander leben wollen, müssen sie das Prinzip anerkennen, dass jeder Mensch Rechte hat, die andere Menschen nicht verletzen dürfen; dass der Mensch das Recht hat, für sich selbst zu leben und sein eigenes Glück zu suchen; dass er ein Selbstzweck und kein Mittel zum Zweck für andere ist – für niemand anderen, sei er nun groß oder klein, stark oder schwach; nicht als Kanonenfutter und nicht als Arbeitsdrohne für den Feudalherren, den König, den Kaiser oder die Kinder von Sozialhilfeempfängern.“ Ayn Rand

Mit Eid gegen das Volk

Das Wort Verschwörung ist eine Übersetzung der zusammengesetzten lateinischen Worte „con“ und „iuratio“, was soviel bedeutet wie „mit Eid“. Es war die Bezeichnung für Verbindungen von Personen durch Schwur zu etwas Üblem (Wikipedia). Definiert wurde dieses Übel in der Regel von der Obrigkeit, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Verschwörer stets solche waren, die sich gegen ebendiese Obrigkeit richteten. Und es ist nur logisch, dass Machthaber sich den Begriff zunutze machten und  jene als Verschwörer, heute Verschwörungstheoretiker diffamierten, verfolgten und ruinierten, die ihnen lästig oder gar gefährlich wurden.

Im Zuge der erfolgreichen Trennungsanstrengungen des Staates, der sich in den entstehenden Lücken, Löchern und Gräben (zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Kranken und Gesunden, Alten und Jungen, usw.) breit machen kann, hat der Begriff zu neuer Wichtigkeit gefunden und stellt eine Art Demarkationslinie zwischen aus offizieller Sicht krankem und gesundem Gewebe der Gemeinschaft mit Namen Volk dar. Vor Krankheit fürchtet man sich. Vor der Anwendung des V-Begriffs auf die eigene Person ebenso: Sie ist gleichzusetzen mit geistigem Aussatz, Ausgrenzung, Preisgabe an das Nichts oder an den Pöbel.

Das mag hart sein – aber es funktioniert. Wer sich auch nur einmal kurz im selben Raum mit dem Stempel des „Verschwörungstheoretikers“ aufgehalten hat, ist aus dem Himmelreich harmonischer Mehrheitsherden ausgeschlossen. Oft können sowohl wirtschaftlicher Erfolg und soziales Leben als erledigt abgehakt werden.

Bei der potentiellen Härte, die solch gemeinschaftlicher Aktionen feigen Muts für eine Person oder eine Familie bedeuten können, ist es umso erstaunlicher, dass die Sache auch dann wie auf Kommando funktioniert, wenn es um nachprüfbare Ideen, Konzepte und Forschungsergebnisse nationaler und supranationaler quasi geheiligter Institutionen geht, die belegen, dass die Verschwörung per Eid zu Üblem auf einer ganz andere Ebene stattfinden, als in den Niederungen des Wahlviehs. Es sind Verschwörungen einer privilegierten Beamten- und Funktionärskaste zum ausschliesslich eigenen Besten.

Als Beispiel soll hier der Migrationsplan der UN aus dem Jahr 2000 (!) dienen (die kursiv gehaltenen Stellen sind von mir übersetzte Originalzitate). Es fängt schon beim Titel an: Ersatzmigration ist okay, Umvolkung ist Verschwörungstheorie, wahlweise und gern auch Hetze, Hass oder Häresie. Natürlich ist der Begriff bitterst zynisch mus – aber eben im besten Sinn: bellend, kläffend, beissend und punktgenau dort, wo es weh tut. Zum zweiten: Das Wort „Flüchtlinge“ kommt im ganzen Text nirgends vor. Es ist ausschliesslich von „Migranten“ und „Einwanderern“ die Rede und von den gewaltigen Anstrengungen und Herausforderungen, die es bedeutet, die zum Ersatz notwendigen Ströme in Bewegung zu setzen. Und last but not least: der Widerspruch zwischen dem Eid, den Inhaber politischer Ämter leisten, demzufolge sie zum Wohle des Volkes zu handeln gedenken, während Konzepte ihnen nahestehender Kreise schlicht und einfach vom Ersatz ebendieser Völker bis 2050 ausgehen (für Deutschland 80% Migrantenanteil). Wie bitte, kann man zum langfristigen Wohl und Erhalt eines Volkes arbeiten, das es in Zukunft gar nicht mehr geben soll? Zumindest nicht in seiner originären Form? Wer genau verschwört sich denn hier gegen wen? Vorschlag? Irgendjemand?

Aber der Reihe nach: Die Basis des Migrationsplans bilden die Tatsachen, dass die Bevölkerungen der meisten industrialisierten (und sozialisierten) Länder nicht nur abnehmen, sondern vor allem auch überaltern. Dabei schrumpft der erwerbstätige Teil der Bevölkerung schneller , als die Gesamtbevölkerung, was zu einer konstanten Senkung der Unterstützungsquote führt. Wenn 1995 noch zwischen 4 und 5 Personen für eine alte Person aufkamen, rechnet die Studie mit einer dramatischen Verschlechterung dieses Verhältnisses, was durchaus realistisch ist. Nicht erwähnt wird in der Studie das groteske Ausmass der heutigen Sozialleistungsquote der untersuchten Staaten, die sich Fall Deutschlands beispielsweise auf rund 29,4 Prozent des BIP oder 921 Milliarden Euro (2015) beläuft und die das „soziale Rundumpaket“ mit Abhängigkeits-Features wie Kindergeld, Erziehungshilfe, sozialpädagogische Familienhilfe, Eingliederungshilfen, und so weiter enthält. Dies im Hinterkopf behaltend müssen die Zahlen, von denen die Migrations-Planer ausgehen, entsprechend angepasst, sprich: erhöht werden.

Bei der Lektüre wird sehr schnell klar: Es geht nicht um die Schrumpfung der Bevölkerung an sich. Es geht ausschliesslich um die Schrumpfung der erwerbstätigen Bevölkerung deren Hauptqualifikation jene ist, dass sie mit Arbeitsleistung und Lebenszeit Geld verdient, von dem sie den grössten Teil an den Staat abliefert. Man kann dies gut oder schlecht finden – es ist Fakt und nur das ist die primäre Sorge der planenden Oberen. Denn ebenso ist es ein Fakt, dass, wenn die Erwerbsquote sinkt, vielleicht sogar die Wirtschaft schrumpft, nicht in erster Linie die arbeitende Bevölkerung leidet – im Gegenteil, es könnte mehr und bessere Jobs geben und die Wirtschaft würde sich genau jene Menschen im In- und Ausland „holen“, die sie braucht und sich anpassen wie immer, wenn man sie lässt – sondern der Staat. Der Staat und nichts anderes ist gefährdet, wenn man die Entwicklung der Bevölkerungszahlen nicht steuert. Aller Dekadenz zum Trotz traue ich es unserer Gesellschaft, den Familien, Vereinen, Freundeskreisen und Dörfern auch heute noch zu, für „ihren“ Alten und Behinderten zu sorgen, sollte von einem Tag auf den anderen die entsprechende „Sozial“leistung wegfallen.  Die einzigen wirklichen Verlierer wären die Hunderttausenden privilegierten Beamten und Funktionäre, die ausschliesslich auf dem Rücken der Erwerbstätigen existieren können. Fallen die Erwerbstätigen weg, fallen sie schlicht und einfach vom Regal. So einfach ist das.

Aber weiter im Text. Der Migrationsplan stellt fest, dass nebst den erforderlichen Migranten auch weitere politische Massnahmen und Programme notwendig sein werden, um die Kohle von den Erwerbstätigen in Richtung Staat und von dort an dessen Günstlinge zu verteilen. Das Rentenalter muss erhöht werden auf mindestens 75 Jahre, die Renten- und Krankheitsleistungen müssen abgebaut und die Höhe der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge für die Sozialversicherungen erhöht werden.

Aber vor allem und wie der Titel klar macht, müssen Programme betreffend die internationale Wanderung und die Eingliederung grosser Zahlen neuer Einwanderer lanciert und umgesetzt werden um die Lebensfähigkeit der Systeme der sozialen Sicherung zu garantieren. Die Einwandernden müssen zudem jung sein, da ansonsten ihr Fortpflanzungswert abnimmt und das Gleichgewicht zwischen der arbeitenden und der abhängigen Bevölkerungsgruppen unter einem Regime nicht bewahrt werden kann. Das Arbeitspapier, das sich auf Studien aus verschiedenen Ländern aus den Jahren 1986 (!) bis 1995 stützt stellt auch klar, dass mit einer deutlichen Veränderung der Gastländer durch hohe Zuwanderung und durch die grosse Fruchtbarkeit der Zuwandernden gerechnet werden muss. Ohne es zu erwähnen, wird mit diesem letzten Satz auch dem letzten Multikulti-Romantiker klar, aus welchen Teilen der Welt diese Zuwanderung ausschliesslich erfolgen wird.

Zu den Zahlen. Das Papier zeichnet sechs Szenarien auf (obwohl in der Einleitung nur von fünf die Rede ist). Die Szenarien eins bis drei kann man getrost beiseite lassen, weil wir sie heute bereits „überholt“ haben. Die Migrations-Ströme, die gemäss Papier zur Erreichung der obigen Ziele notwendig sind, seien sehr schwer zu realisieren und erforderten strenge Kontrolle des Prozesses. Es sind jene Zahlen, mit denen wir aktuell zu tun haben und sie sind in Szenario fünf und sechs enthalten.

Szenario Nummer fünf für Deutschland geht von einer Unterstützungsquote im Verhältnis 3:1 bis 2050 aus. Um dies zu erreichen muss die Gesamtbevölkerung auf rund 113 Millionen steigen bei einem Migrantenanteil von 54,4 Millionen oder 48%, was einer Mindestzuwanderung von gut 1 Millionen Menschen pro Jahr entspricht.

Szenario Nummer sechs rechnet mit einer Wunsch-Unterstützungsquote im Verhältnis 4,4:1 was die Erhöhung der Gesamtbevölkerung auf 299 Millionen bei einem Migrantenanteil von 80% bedingt.

Für die EU sieht der Plan eine Verdreifachung der Gesamtbevölkerung bis 2050 bei einem Migrantenanteil von 75% vor.

So. Und als wär’s noch nicht schauerlich genug, jongliert die Studie zum Schluss noch etwas mit Zahlen, die dem jetzt nicht mehr zu schockierenden Leser nahelegen, dass die Alten ein gewaltiges Problem darstellen dadurch, dass eine alte Person zweieinhalb Mal mehr kostet, als ein Kind und Jugendlicher mitsamt allem pädagogischen Drumherum bis zum zwanzigsten Lebensjahr. Vor diesem Hintergrund erschrecken einen dann auch nicht mehr Studien wie etwa jene, die im offiziellen Organ der kanadischen Ärztekammer, dem Canadian Medical Association Journal, publiziert wurde und die sich mit der „Kostenanalyse von medizinischer Sterbehilfe“ befasst und aufzeigt, wie günstig sich töten auf Verlangen und assistierter Suizid auf die Sozialhilfe- und Gesundheitskosten eines Staates auswirken. Dass der Staat via Gewaltmonopol ausserdem durchaus in der Lage ist, jeden Einheimischen oder Fremden, der noch Lebenszeichen von sich gibt, in Lohn und Brot zu zwingen, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.

Aber lassen wir das. Das ist Verschwörungstheorie. Wichtig ist den Autoren zum Schluss noch dies, dass die Migration als Teil des globalen Globalisierungsprozesses gesehen werden muss, der stattfindet, und der den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Charakter der Sender- und Empfängerländer beeinflussen wird und muss, was durchaus zu sozialen Spannungen führen kann.

Wer also behauptet, Umvolkung sei eine Idee von Spinnern, Extremen, Grössenwahnsinnigen oder sonst irgendwie gebrandrodeten, der hat Recht und liegt nur in einem Punkt falsch: Er verortet die Organisatoren des Übels am falschen Ort. Es sind jene, die da sagen „There’s no such thing as french culture“ (Macron) – und die gewählt werden. Trotz alledem oder für das kurze Glück rhetorischer Abschiebe-Höhepunkte, die man indes ruhig unter Wahlkampf und Stimmenfang abbuchen kann. Oder einfach unter Betrug.

 

Gastbeitrag – Apartheid im eigenen Land

Das Volk weiß zwar nicht was eine exponentielle Wachstumskurve ist, versteht aber die existenzielle Bedrohung durch die unterschiedlichen Geburtenraten trotzdem: der stetig wachsende Anteil der Moslems an der Bevölkerung bedroht nicht nur die Errungenschaften der westlichen Welt, er bedroht etwas viel Wichtigeres: die Herrschaft des französischen / deutschen / schwedischen Volkes über ihr Territorium.

Das Volk spürt auch, dass die Bedrohung nicht linear voranschreitet, sondern dass der anfänglich flache Verlauf der Exponential-Kurve bei 8% Bevölkerungsanteil der Muslime auf einmal beginnt, steiler und steiler zu werden, dass die nächsten beiden Verdopplungsraten in 20-30 Jahren unser Volk schlicht ersetzen werden, und dass Völker, die sich beneidenswerte Gesellschaftsformen geschaffen haben, nicht nur diese, sondern auch ihre Länder in toto verlieren werden. Das Volk begreift auch, dass nichts davon möglich gewesen wäre ohne den Hochverrat ihrer Eliten. Kein Moslem könnte sich in Europa niederlassen, wenn sein Import nicht durch die „Eliten“ gegen den Willen der Völker erzwungen würde.

Karl Marx über den Islam 1854: „Der Koran reduziert die Ethno- und Geo-Graphie der Völker auf eine bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist „harby“ (d.h. der Feind). Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen.“ 
Der integrierte Moslem wählt AfD. Diese Leute sind nämlich oft bestürzend normal, sprich unverhetzt und von einem gesunden Eigeninteresse geleitet. Oder meint jemand, der durchschnittliche deutsche Moslem kann etwas mit Gender anfangen, mit der Entwertung der Familie, mit den Abenteuer-Urlauben für kriminelle Jugendliche, oder mit den eingewanderten Strauchdieben, die die Stadt unsicher machen, in der er sich sein Geschäft aufgebaut hat?
 
Integrierte Einwanderer leiden am meisten unter der katastrophalen Welcome-Politik. Sie sind es, die integrierten Ausländer, die den Wahnsinn mit ihren Steuern mitfinanzieren dürfen und schief angeschaut werden, weil sie oft und zu unrecht in einen Topf mit kriminellen Einwanderern geworfen werden. Sieht denn keiner die Widersprüche? Es kann nicht einerseits eine Trennung von Staat und Kirche geben und gleichzeitig die bedingungslose Unterwerfung unter einen Gott versehen mit der Forderung, dass sich dem alle zu unterwerfen haben. Es kann nicht gleichzeitig die Gleichberechtigung der Frau geben und ihre Unterwerfung unter den Mann. Es kann nicht den Rechtsstaat und eine Scharia nebeneinander geben. Es kann nicht gleichzeitig die Moderne und religiös verkleidetes Spießertum bis hin zur Ermordung Andersdenkender geben. 
Circa 5000 „Schutzbedürftige“ haben als Asylgrund angegeben, Bundeswehrsoldaten getötet und für die Taliban gekämpft zu haben. Diese Aussage lässt sich von den Behörden weder beweisen noch widerlegen. Da den Taliban in Afghanistan die Hinrichtung droht, verbietet unser Asylgesetz eine Auslieferung. Eine Strafverfolgung in Deutschland ist ebenfalls ausgeschlossen, da die nötigen Beweise nicht erbracht werden können. Aber: „Gott, schütze unser armes Land vor der AfD!“ Man muss sich die Absurdität vor Augen führen. Seit 2001 kämpfen und sterben unsere Soldaten am Hindukusch im Kampf gegen die Taliban, und wir gewähren diesen Typen Asyl. Im Falle einer Ausweisung demonstrieren unsere Gutmenschen gegen deren Rückführung in die Heimat. Wenn jemand wegen Terrorismus in der USA gesucht wird, liefern wir ihn dahin aus, Todesstrafe hin oder her. Wenn jemand wegen Terrorismus in Afghanistan gesucht wird, nicht. 

Und vom Frankfurter Flughafen hieß es, dass da Afrikaner Asyl beantragen mit der Begründung, sie hätten in ihrem Heimatland Verbrechen begangen, für die sie dort gefoltert oder exekutiert würden. Also können sie nicht zurück. Die Schleuser-Szene weiß, dass in Deutschland ein Asyl-Verfahren nur pro forma für die Vergabe der unbefristeten Aufenthalts-Erlaubnis verlangt wird. Trotz des tausendfachen Asylmissbrauchs hält es keine der etablierten Parteien für notwendig, die Abänderung des Paragraphen 16 GG auch nur zu diskutieren. Als Steuerzahler bin ich entsetzt über die Dreistigkeit unserer Politiker. Als Mensch schäme ich mich für unseren Staat. Als Wähler bin ich froh, dass es die AfD gibt. 

Die Emanzipationslüge – Plädoyer für mehr Ich

Weniger Emanzipation, mehr Ich. Was wie ein Widerspruch klingt, ist in Wahrheit nur eine Verschiebung. Allerdings eine gigantische. Wer heute noch an Emanzipation als Befreiung aus der eng geschnürten Korsage von Unmündigkeit, Traditionen, veralteten Wertvorstellungen und gesellschaftlichen Normen glaubt, der sitzt einer doppelten Lüge auf. Es ist Selbstbetrug auf der einen, Verführung auf der anderen Seite. Oder anders gesagt: Emanzipation ist in Wahrheit nur noch gefühlsduselige und „raumgreifende Ich-Versautheit“ (Michael Krogerus, „Das Magazin“), Freiheit bloss ein schönes Wort für den willen-, visions- und verantwortungslosen Spiessrutenlauf kostenlosen Mehrwollens. Das Erwachsenenleben eine 60 Jahre dauernde Verleugnungsphase.

Höre hier bitte auf zu lesen, wer weiterhin an Emanzipation als Weg zu mehr Freiheit glauben und seine Befindlichkeiten und Bedürfnisse – auch bekannt als „Recht auf“ oder „Mangel“ –  vor sich herschieben will wie ein Bankräuber seine Geisel. Denn genau das, nichts anderes ist es, was heute Emanzipation und Freiheit genannt wird: Geiselhaft. Nein – nicht wir persönlich, natürlich nicht. Wir lassen in Geiselhaft nehmen und schieben unsere persönliche Verantwortung, unsere Schuld und unser Gewissen in den Fleischwolf der Anonymität.

Darum geht es: um Anonymisierung. Was harmlos klingt, zerstört langsam und nachhaltig – Familien ebenso, wie andere Gemeinschaften und die Gesellschaft als ganzes. Ihr liebstes Wort ist „Wir“. Das Spiel eine Art Betroffenheits-Roulette, dessen einzige sichere Konstante jene ist, dass vom Individuum weggefragt wird. Wer Wir sagt, meint nie sich selber. Wer sagt „wir müssen“, „wir brauchen“, „wir dürfen nicht“, der sagt , dass Leben bloss Resultat von Ursachen ist, die ausserhalb von ihm selber liegen. Das Motto: „Es muss doch da draussen verdammt noch mal irgendjemanden geben, der Schuld ist!“ Er will nicht Missstände beheben und Mängel bekämpfen, er will sie lediglich begründen und potentielle persönliche Schuld aus der Welt schaffen. Er selbst, was er ist und tut, ist dann nur noch Produkt des Schicksals, zwangsläufiger Prozess. Und das Verrückteste dabei: Wir zahlen auch noch dafür, in den Genuss dieses Halblebens zu kommen. Mit dem grössten Teil dessen, was wir erarbeiten via Steuern und mit unserer Freiheit. Und genau darauf, auf diese kindische, selbstische und bequeme Masche stützt sich ab und mästet sich der grösste Teil dessen, was wir als Politik bezeichnen. Das Stück, das aufgeführt wird, heisst „totale Sorge“ und hat zum Ziel, das Publikum, uns, zu reduzieren auf jämmerlich mittelmässiges und von Vorklatschern betreutes Quotenvieh.

Langfristig verlieren wir mit dieser Wegduckerei alles. Uns selber mit eingeschlossen. Denn: Ein Mensch ohne persönliches Gewissen, ohne persönliche Schuld und Verantwortung ist von Anfang an ein Besiegter. Befreit zum Knechtsein PR-mässig hochbegabter Bürokraten und auf Knien vor dem Altar des befreiten Ichs liegend. Es ist der Logarithmus aller Abhängigkeit. Und er mündet irgendwann stets in sich gegenüber stehenden , selbstmitleidigen, maximal aufgewiegelten und reizbaren Mobs, die bereit sind, sich gegenseitig ohne Mitleid und Blick zurück totzutrampeln.

Ist das ein Aufruf zur harmoniesüchtigen Sanftmut ewig schlechten Gewissens, zum Dauerduckertum endlosen Schuldgefühls, das einer wie einen riesigen Bluterguss unter den Kleidern zu tragen hat? Nein – im Gegenteil. Ohne Schmerzen wird es zwar nicht gehen, es wird schlicht und ergreifend weh tun, aber der Gewinn ist gross. Es ist nicht weniger, als echte Freiheit.  Wollen wir echt Freie sein, dann müssen wir uns als erstes für persönliche Verantwortung und damit für die Möglichkeit persönlicher Schuld entscheiden. Und für die Inbesitznahme unseres Gewissens.

Stellen wir uns vor, jeder Willkommens- und Wir-müssen-Schnatterer müsste sein Geplärr zuallererst persönlich nehmen und Menschen in seinem Leben und in seiner Wohnung, willkommen heissen, sie ernähren, begleiten und integrieren. Wer Geld vom Staat nimmt, müsste dieses persönlich am Ausgang der Firma von jenen holen, die eben gerade eine Acht- oder Zehnstundenschicht hinter sich haben. Und er müsste zusehen, wie der, der sein Erarbeitetes für sich behalten möchte, verhaftet, abgeführt und eingesperrt würde. Und jene, die Billigstfleisch kaufen, müssten dieses in der stickigen Panik und im stinkenden Entsetzen der Grossmästereien und -schlachtereien persönlich tun. Wer Staatschulden möchte, müsste zuerst alles eigene hergeben, wer Krieg befürwortet, müsste selber schiessen, wer abtreiben will, müsste sie selber entsorgen, die „Gewebeteile“ des Zellklumpens, deren Vollzähligkeit jeder Arzt ohne weiteres zu bestätigen vermag. Und so weiter und so fort – man kann heute fast unser gesamtes gesellschaftliches Leben, allem voran die Politik, auf diese Weise durchdeklinieren und landet irgendwann mal bei den Kindern. Und auch da gälte: Ja – ich bin schuld. Ich bin es, der eine Familie zerstört, ich bin es, der seine Kinder verlässt, ich bin es, der einem durch mich gezeugten Menschen das Leben abspricht, ich bin es, der Bildung im Namen der Chancengleichheit herunterdimmt auf ein Niveau, auf dem jeder alles besteht, sofern er anwesend ist und einen Puls aufweist. Ich bin es, der Talente vergeudet und Potential verschleudert im Namen einer Ideologie.

Ich bin schuld. In diesem kurzen, als negativ abgestempelten Satz, steckt die ganze Kraft echter Verantwortung. Es ist das Geheimnis des Menschseins und echter Freiheit. Hier wird nicht länger wehleidig an Kausalitäten herumgefummelt, eine Kultur des Nölens gepflegt und ansonsten in neidbedingten Minderwertigkeiten herumgestochert. Hier wird ja gesagt – mit aller Kraft, von ganzem Herzen, mit ganzer Vernunft. Ja zum Menschsein, zum Risiko der Fehlbarkeit, zum Glauben an persönliches Wachstum.

Es ist das Heraustreten aus dem vermeintlich schützenden Schatten des „man“ mitten hinein in den gleissenden Lichtkreis des Ich und des Handelns. Oh ja – man schlottert dabei, zweifelt, kotzt vor Angst – excusez l’expression, aber so ist es nun mal – aber man kann sicher sein, zu leben. Ganz zu leben als ganzer Mensch und nicht bloss als hyperkonditionierte Ratte, die den Weg durchs Labyrinth gelernt hat und diesen fortan aufs rattigste bereist und Freiheit nennt, was trivialste und unterwürfigste Selbsterhaltung ist.

Positiver Nebeneffekt: Den Ratten in den Regierungspalästen bliebe bei solcher Freiheit bloss die Optionen „Bürger werden“, „Verhungern“ oder „Sich gegenseitig fressen“. Persönlich ist mir alles recht.

 

Leistungsgesellschaft 2.0 – Lehrt die Kinder scheitern

Zwei Begebenheiten. Ein Abend bei Freunden. Man hatte gerade mit Essen begonnen, als einer der beiden Jungs (6) mich fragte, ob ich mir sein „Bobo“ (Schweizer Kleinkinder-Jargon für Beule, Wunde) ansehen wolle. Ich war hungrig, beschäftigt mit dem Tellerinhalt und verneinte die Frage. Ich weiss nicht, wie viele Sekunden verstrichen, bis mir die eklatante Abwesenheit von Geräuschen auffiel und auf dem dreckigen kleinen Bildschirm meiner sozialen Kompetenz eine Leuchtdiode im Panikmodus zu blinken begann. Die Augen hebend blickte ich in die erstarrten Gesichter meiner Freunde. Als hätte ich ihnen vorgeschlagen, ihre Kinder mit der Gin-Flasche aufzuziehen oder sie künftig von Kamelpisse und gebratenem Sand zu ernähren. Der Junge, der die Frage gestellt hatte, die ganzen 1 Meter 20 dieses kleinen Menschen, schauten mich an wie ein kranker  Hund. Mir stockten Atem und Herz. Meine verbale Volte – „Also, zeig her die Beule“ – vermochte wohl beim Kind eine Art verstrubbelten Triumpfs hervorzurufen, trug aber nur wenig dazu bei, die Stimmung ärgst gedämpfter Euphorie zwischen uns Erwachsenen nachhaltig zu heben. Es wurde ein kurzer Abend.

Zweite Begebenheit: Der Sohn eines Bekannten (9) spielt begeistert Fussball in der Schulmannschaft. Während eines Trainings stand eine Übungseinheit auf dem Plan, die er – aus welchem Grund auch immer – nicht gut meisterte. Der Trainer, ein Typ Anfang 30, der seine ganze Freizeit mit Begeisterung in den Club steckt, stippte dem Jungen beim Vorübergehen mit den Notizen, die er zusammengerollt in der Hand hielt, auf den Kopf und sagte: „Was ist eigentlich heute mit dir los?“. Diese Aussage hatte Weinkrämpfe, Trainingsverweigerung, unzählige Deutungs- und Erklärungsversuche der Eltern und ein Gespräch mit dem Trainer zur Folge.

Ja – was ist eigentlich hier los? Ich oszilliere zwischen Fassungslosigkeit, Mitleid und verbalem Amoklauf wider solchen Beschiss. Was soll das, Leute? Das Leben ist keine geruch-, geräusch- und gefahrisolierte Gummizelle, an deren Wände man Bilder einer Wirklichkeit pinnt, die es so nicht gibt. Das weiss jeder von euch. Warum also tut ihr das euren Kindern an? Warum organisiert ihr ihnen eine Dauerkomfortzone und degradiert sie zu Schmalspur-Menschen indem ihr ihnen einen vollkommen abgehobenen Glauben an sich selbst und an die eigene Rolle in der Welt eintrichtert?

Woher diese Wahnidee vom perfekten Leben, vom perfekten Menschen in einer perfekten Welt, die sich früher oder später als Betrug herausstellen wird, und die zuallererst Selbstbetrug ist? Der Widerspruch in der heutigen Mode-Doktrin in Sachen Erziehung ist gigantisch. Die Kinder sollen Kinder sein dürfen, heisst es, der Ernst der Lebens komme noch früh genug. Mit dieser Begründung werden Kinder und Jugendliche von Leistung, Konkurrenz, von der Möglichkeit des Scheiterns, von Regeln des Zusammenlebens im allgemeinen und von solchen des Anstands im Besondern abgeschirmt. Es gilt: Alles ist toll. Und es ist deshalb so toll, weil das Kind so toll ist. Der Druck, wunderbar zu sein und alles wunderbar zu finden und Spass zu haben, ist gigantisch. Vor allem deshalb, weil Scheitern, Aufstehen, Weitermachen zum letzten Mal beim Laufenlernen erlaubt war. Danach ist es keine Option mehr.  Denn: ein perfekt betreutes Kind kann nicht scheitern. Aber: Ein perfekt betreutes Kind ist kein Kind. Es ist Sklave eines Kuschel-Totalitarismus, der jeden Existenzbereich überwacht. Der vorgibt zu lenken, zu erziehen, zu trösten, zu behüten, zu motivieren, zu beraten, zu vervollkommnen und zu schützen, während er in Wahrheit besitzen muss.

Was den Kindern heute als Freiheit-des-Kindseins aufs Auge gedrückt wird, ist oft nicht mehr als ein totalüberwachtes räudiges Rasenviereck, auf dem sie betreut spielen dürfen. Später dann pubertär aufsässig sein, gegen rechts demonstrieren und gegen Atomstrom, brutalst proletarischen Kaffee trinken und demokratische Brötchen essen, zwanzig Semester Kunstmarketing studieren, Plüschtiere verteilen und ihren Befindlichkeitsstatus auf zehn sozialen Netzwerken aktualisieren. Freiheit reduziert auf die Integration in die Konsum- und Konsensgesellschaft und auf ein paar technische Gadgets moderner Einsamkeit. Alles ist erlaubt – alles, bloss nicht über die Mauer steigen und auf jene Seite gehen, auf der Eltern oder Staat keinen Zugriff auf einen haben. Wo einer scheitern könnte – ob echt oder bloss in den Augen der perfekten Welt, die er verlassen hat –  spielt dabei nur eine marginale Rolle. „Nur“ eine Berufslehre machen, das Studium selber finanzieren, finanziell zum elterlichen Haushalt beitragen, sich Dinge, die man sich wünscht zusammensparen, zu den richtigen Dingen die falsche Meinung haben, aus den Reihen der Mehrheit tanzen, sein eigenes Ding durchziehen auf eigene Kosten, einen Job annehmen, der nicht auf der nahrhaften Seite der Gesellschaft, also in Staatsnähe angesiedelt ist, selbst mal für andere zurückstecken, etwas wagen, versagen, es wieder wagen, es besser machen, ein behindertes Kind zur Welt bringen – ja, auch das! – dagegen sind die Gebote, obwohl unausgesprochen, knallhart. Wer solches tut oder zulässt hat als Eltern versagt.

Widerspruch und Betrug decken sich hier: Wir machen uns vor, noch nie in einer derart freiheitlichen Gesellschaft gelebt zu haben, in der jeder buchstäblich sein und tun und lassen kann, was er will. Die Jungen zuallererst. Aber das stimmt nicht. Es ist eine halbgare Freiheit, die einer lauwarmen Sicherheit gegenübersteht. Es ist weder Fisch noch Vogel – und es ist ganz sicher nicht das volle Leben. Alles, was Kinder so lernen, ist, ein Toller unter Tollen zu sein, ein Wunderbarer unter Wunderbaren. Ein Auserwählter unter Auserwählten. Eltern und später die Medien bestätigen es ihm jeden Tag. In Bern haben letzthin die Studenten des staatlichen veterinärmedizinischen Instituts abseits ökonomischer und organisatorischer Realitäten den ganzen Betrieb lahmgelegt, indem sie in Streik traten und mit ihrer Klage von Überlastung an die Medien gelangten. Das Engagement der Jungen, ihr politisches Bewusstsein, ihr Empfinden für soziale Gerechtigkeit wurden landauf landab gefeiert. Davon, dass während Tagen und Nächten die Tiere nicht mehr genügend versorgt werden konnten, die Boxen überbelegt waren, dass Intensiv- und Notfallstation zu wenig Personal hatten, dass die Ärzte und Pfleger Doppel– und Dreifachschichten absolvierten um die freiheitskämpfenden Jungen zu ersetzen – davon las man nichts. Es war eine tolle und mutige Aktion der Studierenden. Punkt. Und die Klinikleitung tat alles, um sich bei den Medien anzubiedern und den festen Personalbestand ruhig und bei der Stange zu halten. Schliesslich steht Steuerknete auf dem Spiel.

Das soll Leben sein? Freiheit? Mut? Diese winderweichen utopischen Visionen von Engagement, diese armseligen risikolosen Aktionen auf Kosten anderer und auf charakterlichem Gnomenniveau? Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mache nicht den Jungen einen Vorwurf, ich mache ihn den Eltern, die ihre Kinder sehenden Auges in ein Dasein als Unfreie führen, sie zu Konformisten unter dem schützenden Flügel einer dauerklatschenden Mehrheit machen und ihnen das, was Leben heisst, mit aller Liebe und nach bestem Wissen und Gewissen vom Leib zu halten versuchen. Das ist nicht fair, Leute! Leben ist auch die unbegrenzte Fähigkeit des Menschen zu scheitern, wieder aufzustehen, es erneut zu versuchen, durchzubrechen, Dinge zu erleiden und das eitle eigenen loslassen und hergeben zu müssen. Ansonsten bleibt es ein betreuter Raum, der sich in erster Linie durch die totale Abwesenheit von Freiheit auszeichnet. Ein Vakuum und kein Leben. Die Menschen von morgen konformistische Allesfresser – ungefestigt, unreif, labil.

Abgesehen von der Tragik, die solches für ein einzelnes Leben bedeuten kann, haben wir diesbezüglich zurzeit noch ein anderes Problem: Der „Ernst des Lebens“, vor dem man Kinder und Junge mit aller kraft zu schützen versucht, wandert gerade ein. Man muss nicht Verschwörungstheoretiker, Rechtsaussen oder Nationalist sein, um zu realisieren, dass die Menschen, die hunderttausendfach hier in Europa einwandern (durchaus gewollt, wie der auf der offiziellen Website der Europäischen Union publizierte Neuansiedlungsplan kundtut), aus Kulturen stammen, die solch dekadente Wunschwelten nicht nur nicht kennen, sondern sie auch verachten. Verachten müssen. Und die vor allem nicht planen, sich diesen auch nur im Enterferntesten anzupassen oder sich darein zu integrieren. So barbarisch es tönt: Sie oder wir wird es heissen. Oder anders ausgedrückt: Es ist nicht der Islam, das Fremde und teilweise Feindliche, das mich persönlich umtreibt: Es ist unsere eigene Schwäche und die Schwäche unserer Jungen, zu der wir sie verdammen. Wir haben weder die Zeit, noch die Mittel, uns weiterhin um ökonomische und soziale Fakten zu foutieren um eines „guten Gefühls“ Willen und wir können es uns nicht leisten, eine Freiheit zu pflegen, deren kräftigster Ausdruck sich in einem LOL bei Watsapp und im Ausfüllen eines Antragsformulars erschöpft. Tun wir es dennoch, dann betrügen wir uns und unsere Kindern nicht nur um das, was Leben heute sein könnte, sondern vor allem um unsere Zukunft.

 

 

Fremdes Heil – Köter sei der Mensch und Pack

Es ist Wahljahr. Und in einem Punkt liegt Emmanuel Hollande – pardon! – Macron richtig: Es ist Wahljahr in einer einzigartigen Zeit. Letzthin kursierte in den sozialen Medien die humoristische schematische Darstellung eines Menschenlebens. Letzteres repräsentiert durch eine Linie, die an ihrem linken Ende durch das Wort „Birth“, an ihrem rechten durch „Death“ begrenzt wurde. Der Strich selber, also das Leben, war mit „What the Fuck …?!“ überschrieben. Das Schmunzeln des Betrachters über den jeder Idee von Einflussname, Verstehen und freiem Willen ins Gesicht lachenden Fatalismus währt nur kurz und weicht rasch der Weigerung, die Möglichkeit des eigenen Lebens als zwangsläufigen Prozess vor dem Hintergrund individueller Ratlosigkeit wahr- geschweige denn hinzunehmen.

Wendet man das Schema jedoch auf den zeitlichen Abschnitt an, auf die Stunde, in der wir uns als Gesellschaften befinden, dann gibt es kaum ein passenderes Bild. Die Linie, die unsere Zeit darstellt, wird dann an ihrem Linken Ende von den Worten „Nicht mehr“, an ihrem rechten von den Worten „Noch nicht“ begrenzt. Dazwischen stehen wir. Das Alte, die Ordnungen unserer Vorfahren, die allgemeingültigen Regeln des Zusammenlebens haben wir überwunden. Die Würde der traditionellen Familie, die Unantastbarkeit des Lebens und des Eigentums, die grundsätzliche Ablehnung persönlicher Vorteilnahme durch Denunziation und neidgetriebenes Handeln und Reden – eine Zusammenfassung der biblischen Gebote fünf bis zehn – haben ihre Gültigkeit verloren. Eine neue Ordnung, die sich aus den Trümmern individueller, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und monetärer Exzesse ergeben wird, ist noch nicht da. Die Annahme, dass der symbolische Strich zwischen Vergangenem und Künftigem ein Abgrund ist, ist nicht bloss Schwarzmalerei und Pessimismus. Gerade das, was sich Wahlkampf nennt, offenbart, dass das „Dazwischen“, in dem wir uns befinden, für viele in Wahrheit ein „Nirgends“ ist.

Ich bin ein Mensch wie Ihr. Ich kenne Euch und Eure Erwartungen. Eure Zweifel, Eure Ängste, Euren Groll. Es ist Zeit für Gerechtigkeit. Ich werde dafür sorgen, dass Sorgen und Nöte nicht zu Angst werden. Und dass die Ritter der Angst nicht aus Angst Hass machen. Wir sind das Bollwerk gegen jene, die hetzen, die für alles einen Sündenbock brauchen und die die Völker aufeinanderhetzen wollen. Wir werden das Land und die Völker vereinigen, wiedervereinigen und zusammenführen durch Hoffnung und Optimismus. Fürchtet Euch nicht. Ich liebe Euch. Wir errichten eine positive Zukunft unter dem Schutz des Höchsten. Wir sorgen dafür, dass jeder seinen Platz findet. Ich frage keinen danach, woher er kommt. Meine Zusage gilt allen, die daran glauben. Das ist ein Beginn und kein Ende. Und ich werde nie fern von Euch sein.

Nein – diese Sätze sind nicht die verbale Peitsche eines Sektenführers zur Spenden- und Unterwerfungs-Motivation seiner gehirngewaschenen Jüngerschar. Es sind – willkürlich zusammengefügt – Aussagen von Martin Schulz und Emmanuel Macron anlässlich verschiedener Auftritte. Der „Schutz des Höchsten“ ist in der Realität stets der „Schutz Europas“. Eine von Macrons liebsten Beschwörungsformeln: Sicherheit und Rettung eines jeden Lebensbereichs der Nation und des Individuums finden ihre diffuse und individuell zu interpretierende Erfüllung ausschliesslich in der Unterwerfung unter den schützend ausgebreiteten Flügel der EU. Dass dieser Flügel – es ist der linke – erstens lahm ist und zweitens der einzige eines flugunfähigen Ideologie- und Beamtensauriers, spielt dabei keine Rolle. Wer will schon fliegen, wenn er, glaubt man den Kandidaten, schon am Boden Angst hat. Aber darum soll es hier auch nicht gehen.

Die Frage ist vielmehr: Wie anders, als mit grosser Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit und einem beherzten „What the Fuck …!?“ ist zu erklären, dass ein grosser Teil der Menschen solch faktenfreiem Predigen zujubelt? Dass sie Messiassen und Heilsbotschaften huldigen, die fernab von Sachpolitik und Realitäten des Gemeinwesens, mit Gut und Böse, Licht und Finsternis, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Wahrheit und Lüge, Hass und Liebe operieren? Der Mechanismus, der dabei greift ist erschütternd einfach: Fakten können nicht denunziert werden. Also hat man die Fakten jenen überlassen, die man denunzieren kann. Die „Anderen“, die „Rechten“, die „Ultranationalisten“, die „Hetzer“. Und keinem fällt es auf. Im Gegenteil: Wem es am besten gelingt, bei der Mehrheit quasireligiöse Schauer der Zustimmung und der Ablehnung auszulösen, wird gewählt werden. Europa wird sich ein weiteres Mal für den Antifaschismus entscheiden.

Ein Antifaschismus des „Wir“, das reine Maskerade ist und das Macron mit dem Satz: „Je ne serais jamais loin de vous“ (Ich werde nie fern von Euch sein) auf den Punkt bringt. Im Klartext: Ich bin zwar nicht bei euch, bin nicht unter euch, bin keiner von euch und schon gar nicht auf dem Strich im Nirgends stehend auf dem ihr darbt – aber ich werde nie fern sein. Dass dieses „Nie fern“ eine Parallelwelt ist, für die die Menschen nur den Versorgungsnachschub an realen Werten via demokratische Wahl zum Preis der Freiheit und aus Hoffnung auf Orientierung darstellen, wird nicht wahrgenommen oder gezielt unterdrückt und verdrängt. Was sich hier über allem schwebend als Erlöser inszeniert, als  Sicherheits- und Friedensgaranten, als Gerechtigkeitslieferanten und grosse Reparierer des irdischen Paradieses ausgibt, ist Repräsentant einer repressiven Verwaltungsmoral sogenannt demokratischer Institutionen. Festgehalten am Strich, auf dem die Massen stehen, durch die tonnenschwere Halteleinen der vierten Gewalt.

Kein schönes Bild – mehr eine dalìesk surreale Alptraumszenerie. Fürchterlich die dünne die Leere überspannende und zum Reissen gespannte Linie, die gedrängten Menschenmassen über dem Nichts. Und Europa wird wählen. Europa wir die Hoffnung, dass die Linie hält, wählen und damit den kurzfristigen Machterhalt jener, die sie über den Abgrund geführt haben und die selber längst von Bord sind. Europa wir das wählen, was immer gewählt wird, wenn Menschen sich vor der wunderbaren grenzenlosen Verantwortung drücken, die Leben bedeutet und hoffen, dass andere die Sache für sie regeln werden: Knechtschaft.

Indes: Darauf zu hoffen, dass einzelne Stimmen, echt freiheitliche Medien, faktenliefernde Quellen das Ruder herumzureissen vermöchten, die Mehrheit zu wecken, ist ebenso illusionär. Es mögen im Kleinen heilsame Fusstritte sein, Weckrufe – im Grossen und Ganzen wird jedoch als Opfertum kostümierter Opportunimsus die Oberhand behalten – „Reisst euch am Riemen!“, „Packt an!“, „Sorgt für Euch selber und für eure Nächsten“, „Lasst andere in Ruhe leben, reich sein und schaffen, wie es ihnen gefällt“ sind nicht die Botschaften, die ankommen. Solange, bis nichts mehr zu verschenken sein wird und die die Menschen merken, dass des Kaisers neue Kleider nur Parolen sind, dass das, worauf sie stehen heisse Luft ist und darunter der Abgrund gähnt, wird man auf das Recht pochen zu ernten, was andere gesät haben und es Gerechtigkeit nennen.

Wozu also rufen und schreiben und sich täglich durch den dumpfen Morast der Empörung quälen? Warum nicht vielmehr tun, was man von uns erwartet: Sich verhalten wie die „Köter“ und das „Pack“ (was im Englischen Rudel bedeutet), als das man die Menschen, die sich wehren nicht nur bezeichnet, sonder wohl vielmehr auch empfindet?

Wenn meine Hunde draussen im Garten sind und es unterlassen in regelmässigen Abständen die Köpfe zur Tür hereinzustecken oder drinnen eine Runde zu drehen, wenn es ganz, ganz, ganz still wird im Umkreis von hundert Metern und sie weder zu sehen noch zu hören sind, dann weiss ich, dass sie etwas ausbrüten. Dass sie sich entweder an einem Paar meiner Schuhe gütlich tun oder aber Schwerstarbeit in Sachen Zaunüberwindung leisten. Warum es nicht ebenso halten? Warum nicht still werden und in dieser Stille und in aller Ruhe etwas in Sachen Freiheit ausbrüten? Unauffällig und still dem Apparat entziehen, was ihn am Leben erhält – die Mittel, die wir erwirtschaften und die uns gehören und jede Macht über uns?

Ich glaube nicht, dass es jemanden oder eine Gruppe gibt, die das Ruder herumreissen kann. Es kann nur der Einzelne tätig beginnen, ansonsten bleibt es fremdes Fremdes Heil: eine Gnade, für die andere als wir selber zuständig sein sollen. Was wir indes können, ist den Weg – er führt erst einmal abwärts – bereits heute unter die Füsse nehmen, das Gedränge auf dem „Strich“ hinter uns lassen.  Gefasst auf die Möglichkeit materieller Bescheidenheit und in Sachen Freiheit und Verantwortung reich die Landschaft geniessen und Kraft tanken für den Moment, in dem soziale, wirtschaftliche, politische und monetäre Illusionen nicht mehr halten werden. Und vor allem nie Knechte sein: Nicht jene einer gottspielenden Obrigkeit und auch nicht jene der eigenen Empörung.