Es wird haarig

Vorahnungen – von Roi Henry

„Eine Vorahnung ist manchmal keine Vorahnung, sondern eine Erinnerung.“ Das sagte eine gewisse Frau Susanne T. und ich vermute, dass sie aus der DDR kommt. Sie drückt aus, was ich als „alles schon einmal dagewesen“ beschreiben würde.

Muß man möglicherweise schon Diktaturerfahrung besitzen oder besondere Fähigkeiten, um zu sehen, dass diesmal tatsächlich versucht wird, den Sack zuzumachen. Der Widerstand ist im Osten der Bundesrepublik heftiger als im Westen. Wen wundert’s. Im Westen haben die Versuche der „Welt“, Alice Weidel nach Stasimanier zu zersetzen, sogar Unterhaltungswert. Man weiss nichts über das Leben in einem Staat mit unbeschränkter Gewalt, will nichts wissen – man spricht von „Mutti“. Immerhin fliegen mancherorts Tomaten, ertönen Pfiffe und Hau-ab-Rufe.

Es gärt, aber die Mischung stimmt noch nicht. Die Zeit vergeht über Diskussionen darüber, was die Systempropaganda der AfD andichtet. Und die Zeit rennt. Guido Knopp mit seinen Wischi-Waschi-Dokumentationen über das, was hierzulande gefiltert als Zeitgeschichte verstanden wird, hat ganze Arbeit geleistet. Wer noch glaubt, dass Arte ein Kulturkanal sei, hat keine Ahnung, so brüskierend es auch klingen mag. Warum sehe ich denn ausser Vera Lengsfeld keinen mehr aus der ehemaligen Bürgerrechtsbewegung der DDR? Freya Klier unterstützt die I-like-Rauten-Kampagne und Stefan Krawczyk singt auf Kirchentagen „gegen Rechts“. Jana Hensel als junge Frau zeigt offenherzig die Verkommenheit von Anstand und Stil. Das nennt man eingerichtet und angepasst.

Nach der Wahl? Zensur, Überwachung und Entrechtung gehen in die nächste Runde. As simple as that. Es wird haarig. Der Familiennachzug kommt, ob mit großer Koalition oder bunter und noch schamloserer Paktiererei.  Die Propagandamaschine läuft. Wiederholungen, Lügen, Weglassungen. Vierundzwanzig Stunden am Tag, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr.

Mir ist völlig unklar, wieso die Repräsentanten des Staates und der Parteien, der Kirchen und der Verbände noch immer nicht durchschaut werden, obwohl sich ihr schäbiges Tun und Lassen bereits deutlich in ihre Physiognomie eingebrannt haben. Da muss doch einer kein Fachmann für Blickdiagnosen sein.

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2 Gedanken zu “Es wird haarig

  1. Was getan werden muss?

    Verehrter Roi, Sie wissen es im Grunde ihres Herzens. Jeder weiß es:
    Die EU beherrschenden Regime stürzen. Die EU-Außengrenzen schließen. Das Asylrecht abschaffen. Die große Mehrheit der Muslime und Afrikaner in ihre Heimatländer zurückschicken, so human, wie es noch möglich sein wird.

    Nein, das sind keine weltfremde Träumereien, die sich nie in die Tat umsetzen lassen. Eine neue Regierung, die von eisernem Willen beseelt ist und Armee, Polizei, Justiz, Medien und Finanzen kontrolliert, könnte das. Dass unter den heutigen Umständen keine Aussicht besteht, eine solche Regierung in den Sattel zu hieven, heißt nicht, dass es auch in ein paar Jahren nicht möglich sein wird. Der Leidensdruck auf die Bevölkerung wird zunehmen. Dafür, dass er zunimmt, sorgen die Regierenden selber. Günstig für Europa wirkt sich aus, dass die USA bald so mit sich selbst beschäftigt sein werden, dass sie nicht mehr den Willen besitzen werden, militärisch zu intervenieren, um missliebige, neue Regierungen zu stürzen.

    Ein bisschen Hoffnung bleibt – und sie wird umso größer, je größer die AfD im Bundestag wird. Wenn alle Schlachten geschlagen sein werden, lieber Frank und lieber Roi, sehen wir uns – am Lagerfeuer.

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