Danke, Jungs!

Als direkte Folge der aktuellen und voraussichtlich künftigen Mehrheitsmeinung und politischen Marschrichtung haben die Worte Gefahr und Gefährdung ein neues erfahrbares Gewicht erhalten. Dies nicht nur in Bezug auf die Kollision nicht kompatibler Kulturen, sondern auch im Zusammenhang mit in Kauf genommener Einschränkung der grundlegenden Freiheitsrechte des einzelnen zu Gunsten eines sogenannt sozialen Ganzen, der Gesellschaft.  Als Konsequenz erhält das Thema Sicherheit ebenfalls ein neues Gewicht. Was die Politik zu bieten bereit und wozu sie in der Lage ist, ist bekannt: Worthülsen, Waffenverbote, Betonpoller, Überwachung. Sicherer wird dadurch nichts.

Der Begriff Sicherheit geht zurück auf das lateinische securus – sed „ohne“ und cura „Sorge“, „Fürsorge“. Stelle ich mir persönlich die Frage danach, wo, wann und wie ich mich in diesem Sinn sicher fühle, dann ist zweierlei rasch klar: Es ist erstens im Kreis meiner Familie und meiner Freunde. Und es ist zweitens nicht Gefühl, sondern eine Wirklichkeit, die mit den Männern steht und auch fallen würde.

Es sind Ingenieure, Elektriker, Unternehmer, Hoteliers und Lehrer. Familienväter, Ehemänner und Alleinstehende. Angestellte und Selbständige. Allen gemeinsam: Die Familie steht an erster Stelle. Ihre Frauen, ihre Kinder, Geschwister, ihre Eltern. Aber eben auch die Onkel, die Tanten, die Cousinen und Cousins, die Freunde. Eine Selbstverständlichkeit. Jeder von ihnen lehnt Gewalt ab, verabscheut sie und wünscht sich, sie von den Seinen fernzuhalten. Wenn nötig mit Gewalt. Jeder von ihnen hat Waffen zu Hause und weiss damit umzugehen. Sicherheit, Geborgenheit, Fürsorge, die keiner grossen Worte bedarf.

Den Blick über die eigenen Nächsten hinaus hebend stellt man fest: Es gibt sie zum Glück noch in grosser Zahl, diese Männer. Jene, die Wirken und Werk vielen Worten vorziehen. Was sie sagen und tun ist deckungsgleich: Ich bin da. Und sie sind von der Art, die dabei bleibt.

Der Bauleiter, der, seit die Frau ihn vor fünfzehn Jahren verlassen hat, jeden Morgen um fünf in der Küche steht, um für seine vier Töchter ein richtiges Mittagessen zu kochen. Der Ingenieur, der sich die Zeit nimmt, seinen bejahrten Nachbarn am Wochenende den Rasen zu mähen. Der Elektriker, der die 80jährige ehemalige Prostituierte aus der Wohnung nebenan nach der Arbeit ebenso zum Arzt wie zum Einkaufen fährt. Der Uhrmacher, der den Kumpel, der in Italien einen Sportunfall hatte, ohne Fragen abholt und nach Hause bringt. Der Chef eines Medienhauses, der seinen Kindern am Feierabend beibringt, wie man sich wehrt: Mit Wissen und Worten ebenso, wie mit den Fäusten. Der Kranführer, der der seine Eltern nicht nur versorgt, sondern täglich umsorgt – bei sich zuhause und wenn möglich bis zum Schluss.

Dies nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Es gibt ihrer ungezählte mehr. Allen gemeinsam: Schlagzeilen machen sie nicht und ebenso wenig fragt einer nach der Grösse von „Hüten“ unter denen das alles unterzubringen ist. Sie tun es einfach. Und ebenso selbstverständlich unterstützen sie ihre Frauen im Beruf, im Haushalt und mit den Kindern, ohne dass über Emanzipation oder Gleichberechtigung lamentiert werden muss. Alles neben Karriere, Engagement in der Gemeinde und Weiterbildung.

Es sind nicht Frauenversteher, sondern mit jeder Faser Frauenverehrer. Kerle, die bei allem Wissen um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, dem Nicht-Verstehen und dem Lachen darüber erkennen und akzeptieren, dass sie auch dank der Frauen sind und sein können, was sie sind: Männer. Solche, auf die man sich verlassen kann und die einen grossen Teil unserer Freiheit möglich machen.  Kein Kommentar nötig. Diskutieren schon gar nicht. Danke Jungs!

 

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