Volksglaube BGE

Ein Volks- oder Aberglaube entspringt oft dem Wunsch, Unbekanntes, Unangenehmes und Bedrohliches zu Bannen oder Glück herbeizuführen – beides durch Beschwörungen und andere rituelle Handlungen. Typisch dafür ist, dass auf das korrekte In-Zusammenhang-Stellen von Ursache und Wirkung verzichtet wird. Auch deren falsche Verknüpfung tut dem Glauben an die Machbarkeit keinen Abbruch.

Zu diesem Vergleich gelangt unweigerlich, wer sich mit den Texten und Argumentarien für ein Bedingungsloses Grundeinkommen befasst: Es sind Herbeirufungen von Geist-Realitäten, die weder auf wirtschaftliche Fakten, noch auf historische Erfahrungswerte angewiesen sind. Es ist die ungeniessbare, aufgewärmte und tödliche Zaubermixtur, deren Rezept da lautet: Die einen durch Staates Gnaden auf Kosten der anderen zu füttern. In der Folge und ohne den Anspruch, der Komplexität des Themas gerecht zu werden, einige der gängigsten Glaubenssätze der Befürworter eines „besinnungslosen Grundeinkommens“.

Der Glaube an die Heilwirkung eines BGE ist zuallererst der Glaube, Arbeit sei Leid, der Arbeitgeber also stets potentieller Leid-Lieferant und daher Ausbeuter. Nur eine Arbeit, die auch Berufung sei und Spass mache, sei menschenwürdig. Falsch. Fragen Sie mal den grossen Berufenen der Literatur, Hemingway. Auf die Frage, warum er in Kriegen und anderswo stets das Leben riskiere antwortete er sinngemäss: Weil da jeden Tag und jede Nacht die Wahrscheinlichkeit bestünde, getötet zu werden – und nicht mehr schreiben zu müssen. Fakt ist: Arbeit kann Spass machen, muss aber nicht und tut es garantiert nicht immer. Es ist Überwindung, Disziplin, Wissen, Können, Meisterschaft und in besten Fall Erfolg, der sich buchstäblich auszahlt, oder solcher, der sich im „Hindurch“ dessen, der geschaffen und es geschafft hat, bemisst.

Der Glaube an ein BGE ist der Glaube, Leistung bedeute unweigerlich das Anrecht auf Lohn. Falsch. Nur wer eine Leistung erbringt, für die andere zu zahlen bereit sind, wird dafür auch einen Lohn erhalten. Egal, welche Motive man den Befürwortern eines BGE unterstellt: Die Antwort auf die Frage, was denn sei, wenn die Produkte der durch ein BGE befreiten Menschen im Rahmen des prognostizierten „kreativen Schubs“, ihre Innovationen, Erkenntnisse und Ideen auf keine Nachfrage treffen, also schlicht nicht verkauft werden, bleiben sie schuldig. Kaufzwang für Kunst? Sortiments-Befehl für unbrauchbare Erfindungen?

Es ist der Glaube, dass der Unternehmer die Lohnhöhe bestimme und daher Ausbeuter oder Menschenfreund sei. Falsch. Es ist sind der Staat und die Konsumenten, die die Löhne bestimmen. Die Löhne sind Teil des Preises der Produkte. Je höher die Nettolöhne und je höher die Abgaben für staatliche Zwangsversicherungen, umso höher der Preis der Produkte. Je teurer die Produkte, umso weniger werden sie gekauft. Und dann? Preis-Diktat? Verlustzwang? In dieser Logik muss der der BGE-Befürworter um glaubhaft zu sein, sein Brot, Fleisch und seinen Käse, ungeachtet ob frisch oder bereits schimmlig und um der sozialen Gerechtigkeit Willen schon heute bei jenen Händlern kaufen, die die höchsten Löhne zahlen und daher am teuersten sind.

Oder anders herum: Es ist der Glaube, dass via BGE sogenannt niedrigere Arbeit dann besser bezahlt würde. Das mag vorübergehend richtig sein und vor allem: Keiner hat grundsätzlich etwas dagegen, wenn die Putzfrau mehr verdient oder der Gabelstaplerfahrer. Wenn aber die Produkte  dann entsprechend teurer und weniger oder gar nicht mehr gekauft werden von den Kunden, dann wird die Putzfrau nicht nur weniger Lohn, sondern keinen Job mehr haben und durch einen Roboter ersetzt. Will sie ein über das BGE hinausgehendes Einkommen haben, wird sie sich zu einem Preis, den die Leute zu zahlen bereit sind, schwarz verdingen. Was dann? Roboter-Verbote oder -Strafen (wie es das heute in der Schweiz schon gibt im Fall der von den Kunden beim Grossverteiler selbst bedienten Scanner-Zahlstellen, CHF 10’000.- pro Monat und Zahlstelle). Mehr Kontrolleure gegen Schwarz-Arbeit?

Es ist der Glaube,  Unternehmer seien raffgierige, habsüchtige Streber nach maximalem Besitz, während der Angestellte eine Art Sklavenstatus frei von Erfolgsgedanken und materiellem Erfolg innehabe. Falsch. Unternehmer sind zuallererst Menschen, die hart arbeiten, die, was sie erarbeiten nicht verbrauchen, sondern sparen, und die mit dem Ersparten dann voll ins Risiko gehen, Werkzeuge und Maschinen kaufen und etwas herstellen, von dem sie zu Beginn nicht wissen können, ob und in welchen Mengen es von Kunden nachgefragt werden wird. Ohne sie gibt es keine Arbeitsplätze. Ohne sie könnten Menschen nicht bei minimalem Risiko ein Einkommen erzielen. Angestellte müssen nicht wie der Unternehmer zwingend sparen, sondern können das Einkommen sofort ver-konsumieren. Ebenso wenig müssen sie, um bezahlt zu werden, erst den Verkauf der hergestellten Produkte abwarten. Sie erhalten ihr Geld pünktlich zum Monatsende und ungeachtet des Geschäftsgangs. Dies als Gier und Ausbeutung zu bezeichnen ist entweder Dummheit oder niedrige, boshafte List zur Neidbewirtschaftung.

Es ist der die Freiheit, die menschliche Natur und jede ökonomische Gesetzmässigkeit ignorierende Glaube, Unternehmernaturen könnten zu reinen Menschenfreunden gemacht werden und würden auch dann Unternehmen gründen und betreiben, wenn die Abgabenlast immer höher, die Gewinne immer kleiner, die Regulierungen immer atemberaubender, die unternehmerische Freiheit immer beschränkter würden. Falsch. Es mag solche Idealisten geben. Die Mehrheit allerdings würde es sein lassen. Oder es anderswo versuchen. Was dann? Unternehmensgründer und -führer Staat, Abwanderungs-Strafen, Schliess-Verbote?

Es ist der Glaube, Unternehmen, beziehungsweise die von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze hätten eine Art Selbstfindungs-Labore für die Menschen zu sein und würden mittels eines BGE auch dazu werden. Try and error – wenn der Job Spass macht, bleibe ich, wenn nicht, dann schmeiss ich ihn. Bin ja dank BGE nicht darauf angewiesen und die Unternehmen werden auf Knien um meine Arbeitskraft betteln. Falsch. Ein Unternehmer hätte durch hohe Personalfluktuation hohe Kosten und wird unter dem Regime eines BGE umso genauer prüfen, wem er die zu vergebende Arbeitsstelle anvertraut. Sicher nicht dem, der in den letzten 12 Monaten 5 Jobs ausprobiert hat. Was dann? Anstellungszwang? Ausländer-Arbeitsverbote?

Es ist der Glaube, technischer Fortschritt führe diesmal via Digitalisierung garantiert zu Arbeitslosigkeit. Falsch. In dieser Logik wären jene Gesellschaften die wohlhabendsten, die in der Vergangenheit und aktuell den geringsten technischen Fortschritt zugelassen hätten. Oder anders herum: Die industrielle Revolution, die Automatisierung hätten nicht zu mehr, sondern zu weniger Wohlstand und zu Völkerheeren von Arbeitslosen geführt. Fakt ist: Vieles ist heute noch nicht klar. Ebenso wenig das Tempo der Veränderungen, als auch die sich dadurch eröffnenden Alternativen, die sich verändernden Bedürfnisse der Menschen und die sich möglichen neuen Bereiche des Wirtschaftens, Wagens und Arbeitens. Fakt ist: Es gibt heute nicht weniger Arbeit aufgrund der Automatisierung. Es gibt aber immer weniger bezahlbare Arbeit – dies dank der staatlich sich stets erhöhenden Abgabenlast.

Es ist der Glaube, die Ungleichheit zwischen arm und reich, die zunehmende Hektik, der Stress und die daraus resultierenden Krankheiten seien dem Kapitalismus geschuldet und könnten mit dessen staatlicher Zähmung und via BGE aus der Welt geschafft werden. Falsch. Denn: Alle vorhandene Ungleichheit und das Schlechter-Gestellt-Sein trotz Produktivitätssteigerung verdankt der Mensch sich selber (Ausbildung, Bildung, Disziplin, Arbeit) und dem Staat. Wer entwertet das Geld der arbeitenden Menschen Jahr für Jahr, so dass sie sich immer weniger leisten können? Wer nimmt den arbeitenden Menschen rund 75 Prozent ihrer Einkommens via Steuern und Gebühren ab, so dass zum Teil nicht einmal zwei Jobs zum Leben reichen? Wer organisiert durch Gelddruckerei in Milliardenhöhe eine Vermögenspreisinflation, die an ihrem Ende auch zu erhöhten Mieten führt? Die Unternehmer? Die Immobilienbesitzer? Eben. Und vor allem: Was wir heute noch als Kapitalismus bezeichnen, hat mit freien Märkten weniger zu tun, als mit staatlich abgesegneter Kartellbildung. Dies in erster Linie zugunsten des Staats selber und dann der Grosskonzerne. Hat es etwas mit freien Märkten zu tun, wenn die Lobbyisten der Grosskonzerne beispielsweise in Brüssel in den sogenannten Expertenrunden vertreten sind, die die immer weiter um sich greifenden Reglementierungen nicht nur vorbereiten, sondern de facto auch verabschieden? Regulierungen, die kleinen und mittleren Unternehmen die Luft abdrücken und nur von den grossen ohne Not eingehalten und erfüllt werden können?

Es ist der Glaube, ein BGE hätte den massiven Abbau staatlicher Bürokratie durch den Wegfall anderer Sozialleistungen zur folge. Doppelt falsch, denn: Erstens wollen die Befürworter eines BGE Transferleistungen, die über das Grundeinkommen hinausgehen, selbstverständlich beibehalten. Und zweitens und wie oben nur in Stichworten angedeutet: Ein BGE wird nicht zu weniger, sondern zu mehr staatlicher Intervention und Kontrolle führen. Ausserdem: Bis der Umbau des Systems bewerkstelligt wäre, würden die Beamten noch ein paar Jahre in Lohn und Brot bleiben. Und wenn es dann soweit wäre, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass bisheriges unter neuem Namen und eventuell mit neuen Aufgaben, in denselben warmen Amtstuben ein Auskommen hätte. Hat sich ein Staat anderswo als auf dem Papier einmal selber und in echt reduziert? Seine Leute entlassen, Stellen gestrichen, Pfründe verwehrt?

Es ist der Glaube, Wohlstand sei eine sich nicht mehr verändernde Grösse, ein stets gleich grosser Kuchen, den man nur gerechter zu verteilen brauche. Falsch. Wohlstand entsteht dadurch, dass jemand etwas herstellt. Was er herstellt, gehört ihm. Um es zu verteilen, muss man es ihm wegnehmen. Das ist Enteignung – Raub. Die Tatsache, dass das ganze Dorf zu ihm hinmarschiert, um es ihm gemeinsam wegzunehmen, macht es nicht weniger zu Raub. Solches ist nur durch Zwang zu bewerkstelligen. Hier also überhaupt von irgendeiner Art „Bedingungslosigkeit“ zu sprechen, ist blanker Hohn. Ausserdem: Wie oben angerissen, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit im Zug eines BGE, sich erhöhender Steuern und mehr staatlicher Kontrollen weniger konsumiert, aber auch weniger produziert. Folge: Der Wohlstand wird abnehmen. Das „Leben über unsere Verhältnisse und unter unseren Möglichkeiten“, das BGE Befürworter in abgestandener Sattheit gerne beklagen, wird sich ganz von selbst erledigen und früher oder später würden die Menschen dann schlicht und einfach hungern. Das allerdings sehr gerecht.

Es ist der Glaube, Geld sei etwas, das einen übergeordneten und daher unveränderbaren universellen Wert habe, der wenn nötig vom Staat festgelegt werden könne. Falsch. Dies funktioniert nur, wenn man um einen Raum, in dem das dort gültige Geld zirkuliert, einen Stacheldraht spannt. Und auch dann nur kurzfristig und unter der Bedingung, dass keine Ware ausserhalb des Stacheldrahts gekauft werden muss und dass die Leute innerhalb des Stacheldrahts sich zwingen lassen, dieses Geld und kein anderes (z.B. Naturalien) für ihr Handeln zu verwenden. Denn: Geld repräsentiert – vereinfachend gesagt – eine Ware, verhält sich wie eine Ware und wie für jede Ware gilt auch hier: Was nichts kost‘, ist auch nichts wert. Wenn der Staat also dazu übergeht, die Ware Geld ohne Gegenleistung (Arbeit) zu verschenken (und dass er bei Bedarf gerne macht, beweisen die Zentralbanken ja seit Jahren), dann schwindet der Wert dieses Geldes. All jene, die von diesem Geld besitzen und sehen, dass es an Wert verliert, werden es so rasch wie möglich verkaufen und in etwas umtauschen wollen, das noch einen Wert hat. Und keiner wird mehr so blöd sein, dem Land Waren zu verkaufen, und dafür wertlose Scheine zu kassieren. Das Verschenken von Geld ohne Gegenleistung kann demnach zu einem Null-Wert des Geldes führen. Was dann? Erspartes futsch, Staatschulden futsch, neues Geld, Gerechtigkeit.

Und es ist zuletzt der unausrottbare Glaube, der Staat könne für Glück und Gerechtigkeit „der Menschen“, sprich: aller Menschen sorgen. Doppelt falsch. Erstens: Der Staat – sämtliche Experimente dieses und es letzten Jahrhunderts, sämtliche Markteingriffe (Arbeitnehmer“schutz“, Mindestlöhne, etc.) – beweisen es: Mehr Staat bedeutet nie mehr Gerechtigkeit; mehr Staat bedeutet immer nur „mehr für den Staat“. Ein staatlich organisiertes BGE ist der naive Glaube daran, dass es diesmal anders sei. Dass der Staat – Politiker und Verwaltungsratten – diesmal jeder Versuchung widerstünden. Jener des Selber-Besitzens dessen, was sie via Zwang enteignen ebenso, wie jener, den Druck auf den „Auszahlungsknopf“ des BGE bei Bedarf nicht an Bedingungen zu knüpfen. Auch dann nicht, wenn Pensionen, Posten und Pfründe der Staatsdiener in Gefahr sind, wenn ganze Strassenzüge vergammeln oder die Müllberge sich türmen. Und dass, wenn es hiesse „In die Gruben, Brigaden, ‚Moskau braucht Ziegel‘!“ (Solschenizyn) nicht wieder von „Plänen“ und „Normen“ die Rede wäre. Erst freiwillig, lockend mit dem „Zauberer Arbeit, der die Leute aus ihrer Nichtigkeit und Nichtexistenz erlöst“ (Andrei Januarjewitsch Wyschinski). Später dann mit Zwang.

Und zweitens: Glück im Sinn tiefer langfristiger Zufriedenheit gibt es nur individuell und nie kostenlos. Keiner kann für den anderen bestimmen, was ein Leben in Würde ist, was Glück ist, was Selbstverwirklichung. Das ist persönliche Verantwortung, persönliches Entscheiden, persönliches Wagen, persönliches Handeln und – ja! – auch persönliches Erleiden und Durchbrechen. Und auch dann, wenn man heute jedem alles nähme und jedem „gerecht“ dasselbe gäbe, es wäre nicht von Dauer. Solange der Mensch Mensch ist, wird er vergleichen. Und auch das am gerechtesten verteilte Nichts würde die einen emporheben, anspornen, sie zu Höchstleistungen treiben im Versuch, etwas zu erschaffen. Die anderen indes würde es herabziehen auf ein von Eifersucht getriebenes, träges, feiges, ehrloses Wächtersein. Neid wird durch solche Gerechtigkeit nicht abgeschafft, sondern bloss verwandelt – in Spitzeltum. Die Demokratie wäre gnadenlos und unerbittlich.

Ein BGE ist der Versuch risikoscheuer und opportunistischer Selbstbeweiner, das Leben berechenbar zu machen indem man das, was Leben überhaupt ausmacht – die Freiheit des Individuums – zu Hackfleisch verarbeitet. Alle Offenheit, Kraft, Möglichkeit wird in diesem Ansatz in Selbstmitleid umgesetzt. In das auf Knien-Darum-Flehen, an der Hand genommen, gelenkt, betreut, genährt und bei Bedarf ausgeschieden zu werden. Es ist Verrat am Menschsein schlechthin.

Aber der Lockruf anstrengungs- und angstfrei zu erlangenden Prêt-à-porter-Glücks ist auch heute stark, der „Potekimsche Putz“ vermag zu blenden und entfaltet seine Wirkung mehr und mehr. Diesmal wird alles anders. Diesmal wird es das gerechteste aller Systeme. Und der nächste, wird der gerechteste aller Kriege. Darunter tun wir’s nicht.

Am Ende einer jeden Diskussion um ein BGE bleibt dieselbe Frage stehen, die sich lautstark aber konsequent ignoriert, bebelfert und emotional zu Boden geprügelt auch an ihrem Anfang stellt: „Was ist ein gutes Leben, und wer ist verantwortlich dafür?“. Antworten gibt es nur zwei: „Ich“ oder „Die“. Es ist mithin der Unterschied zwischen Freiheit und Abhängigkeit. Wer zahlt befiehlt – daran werden auch die schönsten Utopien und lockendsten „Gutdenker“ nichts ändern. Nie. Es heisst Menschsein oder Viehsein. Individuum oder Masse. Und es bleibt: Wem ist was zum Vorteil?

 

 

 

 

 

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32 Gedanken zu “Volksglaube BGE

  1. Grundfalsch.
    Hauptfehler liegt hier: „Es ist der Glaube, Leistung bedeute unweigerlich das Anrecht auf Lohn. Falsch. Nur wer eine Leistung erbringt, für die andere zu zahlen bereit sind, wird dafür auch einen Lohn erhalten. “
    Dies ist eine kapitalistische Ausage, die außer acht läßt daß Menschen durch gesteuerte Medien und völlig dekadent geworden durch Gehirnwäsche in Schulen, Medien und Berufsumfelt, eben für Schrott gerne viel Geld zahlen (Beispiel: Kothaufen aus Kunst zu erklären und teuer zu verkaufen, zugegebenermaßen ein Extrembeispiel, aber es trifft den Kern)
    Ohne Lohn keine Leistung, so einfach ist das.
    Wenn eine dekadente verkommene kapitalistische Scheißhausgesellschaft auf Kunst und Kultur verzichten will bzw, sie gar nicht mehr weiß, weil sie halt so verblödet ist, was Kunst und Kultur ist, deshalb auch nicht Kunst und Kultur von Schrott unterscheiden kann, muß sie halt auf Kunst und Kultur 1. verzichten und 2. auch auf Künstler verzichten.
    Denn sie zwingt ja diese Menschen in „Berufe“, die keine Berufe im Sinne von BERUFUNG sind, nämlich in Scheißhausberufe. Das aber ist menschenunwürdig.
    Kurzfassung: der Kapitalismus/Neoliberalismus zwingt Menschen in unwürdige ARbeitsverhältnisse, weil sie überleben müssen (materiell), das ist abzulehnen, und deshalb bin ich PRO BGE.

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    • Angenommen es wäre so, wie Sie es sagen: Wie wollen Sie die Leute „zurück-Gehirnwäschen“ zu dem Leben, das Sie persönlich als richtig für die gesamte Menschheit erachten? Und zweitens: Wer definiert denn, was ein menschen-würdiger, bzw. -unwürdiger Job ist? Gibt es dann gewisse Berufsverbote? Oder Anstellungs-Verbote? Oder anders gefragt: Finden Sie, dass ich als praktizierende Dreck-der-anderen-Wegmacherin, also Putzfrau, ein Menschenunwürdiges Leben habe? Vielleicht gar nicht richtig Mensch bin? Nur so zur Info gefragt …

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    • Wenn Sie einzig „Gehirnwäsche“ anführen um die Kultur der „Scheisshaufen“ und der Verantwortungslosigkeit zu erklären, schätzen Sie die Menschen als sehr gering befähigte Wesen ein. Ich bin – wie Sie – der Meinung, dass in Sachen Konsum-Verantwortung etwas gewaltig schief ist in „unserer Gesellschaft“. Trotz nie dagewesener Informations-Möglichkeiten wird „dümmer“ denn je konsumiert. Dies zu ändern, können nur „organisierter“ oder „natürlicher Zwang“. Ersteres durch Geld- oder Angebots-Mangel, letzteres durch staatlichen Eingriff. Ersteres lässt den Menschen frei bleiben und neue Wege und Arten des Konsums finden, letzteres macht ihn um dauerbetreuten Sklaven auf Kleinkindniveau und bedeutete, die „Gehirnwäsche“, die Sie erwähnen“, mit neuer Gehirnwäsche auszuradieren.

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    • Ich glaube, am Anfang und am Ende einer jeden BGE-Diskussion steht eine einzige Frage, von der jeder den Mut haben sollte, sie zu beantworten: „Was ist ein gutes Leben und wer ist verantwortlich dafür?“ Antworten gibt es nur zwei: „Ich“ oder „Die“. Es ist mithin die Wahl zwischen Freiheit und Abhängigkeit. Wer zahlt befiehlt. Daran wird sich nie etwas ändern, egal, wie gut die Absichten, wie wohlklingend die Versprechen sind. Es ist der Unterschied zwischen Menschsein und Massesein.

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  2. Wenn jemand Geld bekommt, ohne dafür zu arbeiten, muss logischerweise jemand arbeiten, ohne dafür Geld zu bekommen. Sollte das BGE eingeführt werden, werde ich sofort aufhören zu arbeiten. Solange, bis ich für meine Arbeit wieder Geld (in marktgerechter Höhe) bekomme. Ich werde allen raten, es ebenso zu tun. Sollte es zu Wahlen kommen, werde ich diejenige Partei wählen, die den höchsten bGE-Betrag verspricht.
    So“lange“, bis dieses System zusammenbricht. Und glaubt mir, das wird schnell kommen…
    Merke: ALLES für ALLE bedeutet: NICHTS. Für NIEMANDEN.

    Oliver Janich denkt übrigens weiter: er vermutet, dass der Einführung des BGE zu dessen Finanzierung die Arbeitspflicht eingeführt würde. Wie gefällt uns das denn ? Hatten wir etwas ähnliches schon mal ?

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    • Wenn eine Art „Arbeitspflicht“ eingeführt werden würde, würde das den frenetischen Befürwortern eines BGE total gegen den Strich gehen und zu neuem Geheule führen.
      Aus meiner Erfahrung heraus sind gerade diejenigen die glühensten Befürworter des BGE, die jetzt schon am Wenigsten – eher gar nicht- wirklich arbeiten wollen, und dies unter Aufbietung aller nur denkbaren scheinheiligen Gründe zu rechtfertigen suchen. Sie wollen ja genau dies – ein (für sie) leistungsloses Einkommen. Deswegen können sie ja auch nicht weiterdenken und sehen nicht, dass das System BGE in keinem Fall funktionieren wird und auch nicht kann.

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  3. …noch etwas: wenn unsere Gesellschaft ein Problem hat, heisst die Lösung nicht BGE, sondern (Aus-)Bildung. Und zwar Bildung, die Ihren Namen auch verdient. Diese ermöglicht 98% der Bürger, sich selbstzuverwirklichen. Warum klappt das heute nicht? – Die Politik ist an DUMMEM Stimmvieh interessiert, und das hat sie in den zurückliegenden Jahrzehnten durch die systematische Absenkung der Bildung erzeugt. Im deutschen Bundestagswahlwahlkampf 2017 sieht man das besonders deutlich.

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    • Ausbildung macht dahin Sinn, wenn es um die Bereitschaft und Fähigkeit geht, etwas zu wagen und zu versagen dabei, bis es mal was wird. Diese Qualitäten und Landeigentumsrechte die zum arbeitslosen Bestehen befähigen, die sind schon Heute und vermehrt Morgen gefragt.

      (die 5-10 minuten ab 19:52 sind besonders relevant. https://youtu.be/qDbgsxwV4rc?t=19m52s )

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      • Wobei das Video stellenweise an der Arbeitswirklichkeit der Zukunft vorbeidenkt. In der Fragerunde wird aber darauf auch noch eingegangen, zB wird es ja noch Fußballspieler (oder auch eSports) geben, weil Robotterturniere einfach nicht so viel Mitgefühl erregen. Und muss auch nicht immer im Wettbewerb sein. Also ich sehe da eine Arbeitswelt die mehr ausgerichtet darauf wäre, das Schöne, das Gute und das Wahre miteinander zu entdecken, zu teilen und zu bewahren.

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  4. Das BGE muss sich wie jede Theorie einem.eibzigen Lackmustest die nterziehen. Der Freiwilligkeit beim BGE mitzumachen oder auch nicht. Ist es ein Zwang unters heidet es sich in nichts vom jetzigen System.

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    • Sehe ich auch so. Das Grundeinkommen kann durchaus eine Abkehr von zwangbefangener Erhaltung von ungerechtfertigtem Landeigentum sein, hin zu einem fairen Ausgleich für derartige Konzentration, und einer Freiwilligkeit wenn es um den Respekt der teils konzentrierten privaten Landhaltung geht. Dann brauchen wir weniger Zäune, weniger Polizisten, weniger Patente. Also ist so ne Vermutung dass es dahin gehen könnte, zumindest. Kommt natürlich auch auf die konkrete Umsetzung an.

      Jedenfalls erscheint es es mir wert weiter diskutiert zu werden!

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  5. Ich moechte zum Thema Geldschoepfung ein paar Anregungen zum Verstaendnis beitragen.
    Aus den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und internationalen Vereinbarungen der ISO Normen ist die Definition von einem Meter, der Masse in N ( Newton) , die Zeit in h, in der Elektrik , Volt, Ampere, Ohm , etc. exakt bekannt, und aus diesem Wissen haben die Techniker und Ingeniuere die moderne technische “Umwelt” erschaffen.
    Es ist die einheitliche Sprache der Wissenschaft, welche das Fundament in Naturwissenschaft und Technik ist. Ein Meter , eine Stunde , in Asien oder sonstwo auf diesem Planeten, hier herrscht eine klare Uebereinkunft.
    Doch wer hat den Wert von einem Gramm Edelmetall,den Wert 1 beim US$, beim Euro, beim Rubel, etc. bestimmt ? Wer bestimmt die Werthaltigkeit der verschiedenen Waehrungen untereinander ? Wie ist es definiert, wer bestimmt das es jenen, oder gar keinen Wert hat, wo ist die Naturwissenschaftliche gemeinsame Basis?
    Ob wir wollen oder nicht, die Erkenntnis ist, es gibt keinen gemeinsamen Nenner. Es ist das perfekte Werkzeug, der Illusion, in den Haenden von wenigen, um die verschiedenen Waehrungsraeume gegeneinander auszuspielen, mit Unterstuetzung der Politik und der Rechtspfege, mit dem Ziel, in den jetzigen nationalen Volkswirtschaften groesst moegliche arbeitsfreie Einkommen (parasitaere) Strukturen zu realisieren.

    Beispiel 1:
    Schauen wir uns ein normales Tauschgeschaeft an.
    Ein Mensch hat sich im Laufe der Jahre ein paar Goldbarren als Reserve fuer schlechte Zeiten erworben.
    Wegen schlechter “Wirtschaftslage” hat sein Boss Ihn gekuendigt. Nach ein paar Wochen muss er feststellen, dass seine Barreserven verbraucht sind . Nunmehr ist er gezwungen seine Goldbarren in Bargeld zu tauschen. Also zur Bank. Diese tauscht das Gold zum Tagespreis in Geld. Absolut normales Geschaeft. Bargeld, Cash auf die Hand. Und beide Seiten sind zufrieden.

    Frage:
    Wie wuerdest DU Leser dieser Zeilen, Dich verhalten, wenn Du beim Tausch von deinem Gold, in den schriftlichen Formalitaeten erkennen must, dass Du hier einen Vertrag unterschrieben hast, aus dem zu entnehmen ist, dass Du den Wert des Goldes in monatlichen Raten an die Bank zusaetzlich bezahlen musst ?!

    Da die goesste Anzahl der Menschen kein Gold hat, aber finanzielle Hilfen zur Realisierung der persoenlichen Ziele benoetigt, ist die Hilfe der Banken ein Angebot. Denn die Banken haben ja (noch) die Lizenz vom Staat, als Bank zugelassen zu sein. Du, als NICHT Bank hast keine Lizenz vom Staat!!

    Beispiel 2:
    Du brauchst z. B. 10000 Euro. Du bist ausgestattet mit einem festen Arbeitsplatz, hast ein lastenfreies Haus und Grundstueck , somit Kreditwuerdig!
    Hin zur Bank. Nach ein paar Formalien , Deine Unterschrift unter dem Kreditvertrag , und der Mitarbeiter der Bank stellt Dir die 10.000 Euro auf Dein Girokont ein. Dieser Vorgang geschieht in grosser Zahl, jeden Tag, in allen Banken dieser Erde. “Taegliche Normalitaet” ??

    Doch was geschieht tatsaechlich in diesem Vorgang, der Einkaufes von einem Kredit. Dein bewilligter Kredit ist mit Deiner Unterschrift unter den Kreditvertrag, Deine Einlage in die Bank.
    Und diese Deine Einlage verkauft die Bank an Dich als Kredit. Die Bank hatte vor Deiner Unterschrift unter Deinen Kreditvertrag kein Geld !.
    Die Bank hat soeben Giralgeld ueber die vorhandene Banklizenz Geld geschoepft. Geld aus Luft, absolute nicht Werthaltig. Nur Nullen im Komputersystem der Banken.
    Relevant ist immer nur

    DEINE Unterschrift

    Denn Du bist das Gold.

    im Kontrakt.

    In der Abgabe Deiner Sicherheiten bis D U das in Form der Unterschrift plus der Sicherheiten. Ueber diesen Sachverhalt bist Du nie informiert worden.

    Fakt ist, dieser Vorgang ist ein Wertetausch.

    Die Bank nimmt nun Dein Arbeits und Werte Vermoegen mit Deiner freiwilligen Unterschrift unter den Kreditvertrag in “Besitz”, denn wenn Du aus welchen Gruenden auch immer, nicht die monatlichen Pflichten erfuellst, wird Dir die Bank mit der Hilfe der Justiz, Dein Eigentum pfaenden.
    Wo ist nun der Unterschied von Beispiel 1 zum Beispiel 2.
    Beispiel 1: ein normales Handelsgeschaeft
    Beispiel 2: Taeuschung im Handelsgeschaeft und im Rechtsverkehr, geduldeter Raub mit der Hilfe der Politik und der sogenannten Rechtspflege.
    Ich nenne es: eine seit vielen Jahrzehnten die geduldete organisierte Bandenbildung, bestehend aus Banken, Politik und Justiz, mit dem Ziel, die Arbeitsleistungen von Menschen und Voelkern mit dem universellen Werkzeug “Geld” auszurauben.
    Ein super geniales Geschaeftsmodell !!

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    • Ich sehe das ähnich.

      Ich sehe im Grundeinkommen ein Geld für Landnutzrecht, wo es eben sinnvoll ist umschlossen zu sein, also nur durch den Mittelmann ‚Markt‘ zur Verfügung steht, für eine Zeit lang oder auch länger. Niemand hätte etwas davon, wenn auf Google.com jeder andere Angebote stellen könnte, völlig unreguliert. Allerdings kann man schon auch sagen, dass Google gemeinschaftlich reguliert werden müsste, da es eben auch durch gemeinschaftlich Geschaffenes so groß ist und bleibt. Netzwerkeffekt und Skaleneffekt eben. Das Grundeinkommen in diesem Kontext kann dafür sorgen, dass man, wenn man ne gute Idee hat, diese Geld in richtung Google tut, um dafür Aufmerksamkeit zu schaffen. Oder wenn man nicht so gute Ideen hat, es anderswo einbringt. Das lässt uns schnell erkennen, ob Menschen eher Ideen verbreiten, gestalten, wollen, oder eher Ideen kennenlernen und geniesen. Was sich eben schnell und dynamisch verändern kann. Zu einem gewissen Ausmaß ist das Geld als Landnutzrecht dann eben sehr praktisch um kurzfristige Entscheidungen zu treffen. Für alles weitere bin ich gerne bei der konsensbasierten, deliberativen Demokratie.

      Also ein Grundeinkommen ist weder ein Geld/Lohn für die Arbeit wie sie der Kunde belohnen würde, noch ist es ein Geld fürs nichtstun.

      Es kann aber durchaus eine Pauschale für Arbeit im Menschsein sein, also sowohl für Arbeit wo Kunden zahlen, wo Kunden nicht zahlen (Allmende/Commons/Familie/Politik/Freie Wissensbildung und Entdeckung), und wo man selber der Kunde ist. Neben dem Landnutzrecht wo Land im Eigentum umschlossen ist.

      Die Arbeit wie sie der Kunde belohnen würde, die kann man als ein ‚Schenken‘ denken, und weil wir uns gerne beschenken, mit ein bischen extra Landnutzrecht, und es geniesen Demut zu erfahren dank der Großzügigkeit anderer, wird das Grundeinkommen, selbst im hyperautomatiserten Luxuskommunismus noch von Bedeutung sein. Wenn auch nicht von großer, sei es mit ner Demurrage von 90% im Jahr. Aber sollange Menschen sich im Freundes- und Familienkreis oder auch darüber hinaus beschenken wollen, wird Geld erfunden werden, immer und immer wieder. Es ist nun an uns zu schauen, dass dies nicht im Denken und in der Gestaltung pervertiert wird.

      Wobei das sich-zukommenlassen von zusätzlichen Landnutzrechten auch in der Gegenwart ökonomisch Sinn hat, im kurz- und teils mittelfristigen Ausrichten der Ökonomie. Der persönliche Profit dabei, der ist aber ein Geschenk. Wie hoch oder niedrig dieser ist, dass kann man allerdings nicht wissen ohne in die Köpfe der Menschen zu schauen, denn der Mensch hat auch seine Gründe mehr oder weniger Landnutzrecht, Geld, zu verlangen, wenn er besonders große Mühe mit manchem Anteil an der Arbeit hat, und positive Gefühle stehen dem auch gegenüber.

      Der Menschenfreund ist insofern mit dem selben Lohn für Arbeit erheblich mehr belohnt als der der Anderen wenig gönnen will. Was der Markt heute teils wiederspiegelt und eher bedenklich ist, wenn Anhäufung von Landnutzrecht möglich und ermutigt ist, ja es sogar schon fast unverantwortlich entgegen den eigenen Kindern ist, dies nicht zu tun…

      Das Grundeinkommen stellt im kurzfristigen sicher, dass Menschen nicht für weniger als was sie subjektiv profitabel fühlen, arbeiten müssen. Wobei damit schon etwas gewonnen ist. Somit wird weniger Verbitterung und Missgunst geschürt.

      Weiterhin stellt es eine Grundlage dar, dass Menschen sich wieder mehr in der Allmende treffen können. Zu der man auch durchaus das politische Miteinander zählen kann. Alles weitere ist Gestaltungsfrage wie es den Menschen dann nach deliberation sinnvoll und gerecht erscheint. Ja, ich würde da tatsächlich gerne viel mehr Menschen mit in die Verantwortung holen.

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  6. Wieviel „Anspruch“, wieviel „Würde auf ein Existenzminimun“ , wieviel „Selbstbestimmung“, wieviel „Freiheit“ hat eigentlich jemand, der davon abhängig ist, dass ihm jeden Monat „vom Staat“ – also von seinen Mitbürgern- einen Geldbetrag (aka „bedingungsloses Grundeinkommen“) überwiesen wird?

    Geld, das eben seinen Mitbürgern als „Steuern“ unter schwersten Sanktionsandrohungen von derem tatsächlich ERARBEITETEN weggenommen wird.

    Wir reden in diesem Zusammenhang ja nicht von Leuten, die durch schwere Unfälle, wirkliche schwere Krankheiten usw auf die Solidargemeinschaft angewiesen sind.
    Die die am lautesten nach dem BGE und staatlichen Leistungen schreien, sind aber aus meiner Erfahrung als Unternehmer und politisch interessierter Mensch, immer die grundsätzlich faulen und bequemen Nichtstuer. Die sich sehr gern als Opfer von allem möglichen darstellen, von den „Umständen“ bis zum „Staat“ oder gern auch „System“. Die in Wahrheit aber nur selber für ihr Scheitern verantwortlich sind. Sie sind nicht „Opfer“, weil die „Gesellschaft“ oder das „System“ sie dazu gemacht hat, sondern weil sie sich selbst in jeder Hinsicht dazu gemacht haben, und zwar aus reiner Bequemlichkeit.

    Ich kenne einige solche Menschen näher. ist in Berlin nicht schwer 😉
    Um es mal etwas platt zu sagen – man geht eben Freitags abends lieber saufen als zur Meisterschule, das Fernsehprogramm ist wichtiger als einen Euro nebenbei zu verdienen überhaupt „steht es ja im Gesetz dass man bestimmte Ansprüche gegen den Staat“ hat. Der sicherlich mal mit gutem Grundgedanken gestartete Sozialstaat, der eben wirkliche Härtefälle abfedern sollte, ist für einen (zu) grossen Anteil der Teilnehmer dieses Staates zu einem ausufernden Anspruchssystem und bequemen Hängematte verkommen.
    Das kann nicht funktionieren.

    Das liegt einerseits am „System“ selbst, vulgo den Politikerdarstellern, die durch Klientel- und Lobbypolitik die überbordenden Ansprüche bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zunehmend und unhinterfragt bedient haben und bedienen. Es liegt aber eben auch an den Mitbürgern selbst, die dies aus Bequemlichkeiten, Faulheit und Nutzniessertum ausnutzen. Und da reden wir noch nicht mal von der massenhaften Zuwanderung seit 2015, das kommt dann irgendwann auch noch obendrauf und zeigt letztlich das Versagen des „System Sozialstaat“.

    Genau hier kommt das BGE ins Spiel.

    Genau genommen gibt es ein staatlich garantiertes Grundeinkommen in DE doch schon. Heisst nur anders – Hartz IV und Grundsicherung. Ist nur nicht immer und nicht für alle bedingungslos. Und weil man sich eben nicht wie gewünscht bequem auf Hartz IV/ Grundsicherung ausruhen kann und neidisch immer zu denen hinüberschielt, die mehr haben (aber dabei übersieht, dass die Mehr-Haber dafür meist auch mehr tun), versucht man es jetzt eben (mal wieder) mit dem bedingungslosen Grundeinkommen.

    Dass das nicht funktionieren kann, weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich, ist ein langes Thema und soll jetzt hier der Übersichtlichkeit halber nicht weiter ausgebreitet werden.

    Kein fauler Nichtstuer, der sich bewusst auf staatlichen Leistungen ausruht und davon mehr will, hat mir zu sagen was mit meinem Geld zu geschehen hat.

    Die Wahrheit ist: Selbst wenn die Nichtstuer Geld, Grundeigentum und ähnliche „kapitalistische Werte“ hätten, würde es ihnen nichts nützen. Sie würden trotzdem ihr Opfergetue fortsetzen, denn es geht ihnen ja um das NICHTSTUN, um das Abgreifen von Leistungen anstatt selber etwas zu leisten. Da wo ich herkomme, nennt man sowas „Schnorrer“.
    Und für sich selber sorgen, sei es nun durch genug eigenes Geld verdienen oder sich anderweitig selbst zu versorgen – genau das ist dieser Klientel viel zu anstrengend. Diese Bequemlichkeit wird durch das staatliche System seit längerem und zur Zeit auch noch besonders zunehmend gefördert. So sind die Anreize seinen Hintern zu bewegen, für bestimmte Leute halt nicht gegeben sind.

    Deswegen bin ich schon lange dafür, dass man den „Sozialstaat“ komplett abschafft, oder auf ein absolutes Minimum für echte Härtefälle zusammenstreicht. Kein bewusst fauler Nichtstuer hat „Recht“ auf von anderen geschaffenes Geld oder Eigentum. Für welches die derzeitigen Besitzer idR morgen um 6 aufgestanden sind und abends um 22 Uhr alles erledigt haben, während der Nichtstuer sich freut mit der Bierflasche in der Hand das TV-Programm inhalieren zu können.

    All dies wird auch ein BGE nicht verändern, schon gar nicht dauerhaft. Immer wird es Menschen geben, die „mehr“ haben – weil sie mehr tun, cleverer sind, besser wirtschaften, mehr Glück hatten (und das auch ergriffen haben!), Risiken eingegangen sind usw. Und immer wird es „Opfer“ geben – wirkliche Pechvögel, und viel schlimmer die Selbsternannten, die sich darin selbstgerecht suhlen und viel lauter schreien als die echten Pechvögel.

    Dies alles gilt auch für die restlichen etwa 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Wenn ich auf die Idee käme, mit nichts in der Tasche nach Amerika, Kanada oder sonstwohin auszuwandern, wird dies erstens auch nicht funktionieren, und zweitens wird niemand dort für mich bezahlen. Richtig so! Die sogenannte „Flüchtlings“krise in Deutschland – was auch immer politisch dahinterstecken mag- zeigt somit auch das Scheitern des sogenannten Sozialstaates, bzw es wird dadurch deutlich was schon vorher absehbar war.

    Die Abschaffung des Sozialstaates wird von selbst kommen, weil irgendwann so oder so das Geld alle ist. Wenn jetzt noch innerhalb der EU Schulden und Lasten von Deutschland zumindest teilweise mitübernommen werden, beschleunigt das das Ende nur. Ich denke, es wird ein langes Ende und trotzdem mit Schrecken. Irgendein Einkommen wird es danach erstmal für niemanden mehr geben.

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    • Ob man sich ausserdem des GROSSARTIGEN Vorteils des beidseitigen Rücktritts vom freiwillig eingegangen Vertrags (Kündigung) und der Möglichkeit einer neuen Kooperation bewusst ist bei den BGE-Befürwortern, ist fraglich. Bei BGE-Abhängigkeit müsste man sich im Fall der Unzufriedenheit dann einen neuen Staat suchen, was sich möglicherweise dann schwierig gestaltet.

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      • Die BGE-Befürworter werden IMMER unzufrieden sein. Selbst wenn man jedem nach heutiger Kaufkraft 10.000 Euro pro Monat geben würde. Ein paar Wochen oder Monate ist dies dann vielleicht toll – aber irgendwo tief in ihnen schlummert unreflektiert das Wissen um ihre Faulheit und Bequemlichkeit, und dass sie deswegen meist selber für ihre ‚Situation‘ verantwortlich sind. Dieses Unreflektierte entlädt sich ja in vorwiegend ‚linken‘ Kreisen gerne in Gewalt – körperlich wie verbal. Diese ganze hochgepushte Diskussion um BGE – Kapitalismus im allgemeinen – das böse System usw, dient von Seiten der BGE-Befürworter nur zu Ablenkung von tatsächlichen Fakten und der Verdrängung von dem Eingeständnis, dass man ja selber was tun müsste.

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  7. Wenn man ein wenig tiefgründiger nachdenkt, kommt man darauf, dass eine Gemeinschaft weder Steuern auf geleistete Tätigkeiten noch BGE braucht.
    Ein anderer Punkt ist, dass kein Mensch von Geld leben kann, sondern immer nur von den Ergebnissen eigener und/oder fremder Leistung.
    Ein weiterer Punkt ist, dass die erbrachte Leistung nicht mit Geld messbar ist, da die kleinste Einheit des Wertmaßstabes nicht definiert ist. Das bedeutet, dass die Messung menschlicher Leistung mit Geld immer nur ein Willkürakt sein muss.
    Weiterhin stellt sich die Frage, wie man den Wert einer Stunde Leben/Gesundheit/Wissen/Talent/… überhaupt ermitteln will. Das ist nicht selbstbestimmt. In der Gegenwart beruft man sich auf das römische (Sklavenhalter)Recht (Arbeitsrecht in der Tradition des locatio conductio operarum) und ökonomische Lehren.
    Freiheit ist etwas anderes.

    Ich bin kein Freund des BGE, aber der Dialog darüber bietet die Möglichkeit, die moderne Gesellschaft zu hinterfragen und menschenwürdige Lösungen zu finden.

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  8. Vorweg, einen Strohmann aufbauen um dagenen zu argumentieren, kann jeder. Nun ist kritisch mitdenken ist gefragt!

    „Der Glaube an die Heilwirkung eines BGE ist zuallererst der Glaube, Arbeit sei Leid, der Arbeitgeber also stets potentieller Leid-Lieferant und daher Ausbeuter. Nur eine Arbeit, die auch Berufung sei und Spaß mache, sei menschenwürdig. Falsch.“

    Das BGE wird aus vielen Gründen befürwortet. Der Arbeitgeber ist jedoch fast nie mit Leid assoziiert. Auch Arbeit die keinen Spass macht, will das Grundeinkommen getan sehen, aber nur dort, wo der Kunde und der Arbeiter das Leid, oder eben auch den Profit, teilen. Ganz im Sinne der freien Marktwirtschaft.

    „Tatsache ist: Arbeit kann Spaß machen, muss aber nicht und tut es garantiert nicht immer. Es ist Überwindung, Disziplin, Wissen, Können, Meisterschaft und im besten Fall Erfolg, der sich buchstäblich auszahlt“

    Genau im Sinne des Grundeinkommens, ja. Das Grundeinkommen macht es den großen Landeigentümern schwerer: Nun muss nichtmehr der, der wenig geeignet für eine Arbeit ist, aber nicht Nein sagen kann, die Arbeit erledigen, sondern es kostet auf einmal so viel, dass auch der der vorher schon frei war, ins überlegen kommt, und dann ausgehend von seinen individuellen Eigenschaften entscheidet, ob die Arbeit für ihn es wert wäre. Und wenn die Arbeit es nicht wert ist getan zu werden, dann wird sie auch nicht getan. Das Grundeinkommen ist daher eine klare Bekenntniss zum freien Markt.

    „Der Glaube an ein BGE ist der Glaube, Leistung bedeute unweigerlich das Anrecht auf Lohn. Falsch. Nur wer eine Leistung erbringt, für die andere zu zahlen bereit sind, wird dafür auch einen Lohn erhalten.“

    Das Grundeinkommen ist Leistungsloses Einkommen für Alle, statt nur für wenige. Es erkennt, dass das Land uns allen gehört, und in einer Welt in der immer mehr im Markt umschlossen ist, insofern der Natur entrissen und dem Individuum auf keinem Naturrecht basierend vorenthalten, da macht es schon Sinn, dass Landnutzrecht durch einen Geldbetrag garantiert wird.

    Das Land übrigens im ökonomischen Sinne zu verstehen, also Chancen sich in Eigenverantwortung zu entwickeln und einzubringen, da wo es u.a. bezahlte Anerkennung einbringt. Wer heute viel Bekanntheit innehat, der hat erheblich größere Chancen, denn wer mehr verkauft, hat geringere Kosten pro Stück (Skaleneffekt), und hat ein wervolleres Produkt (Netzwerkeffekt), und das wird dank Neuralen Netzwerken auch noch nen paar Jahrzehnte lang extremer.

    „Es ist der Glaube, dass der Unternehmer die Lohnhöhe bestimme und daher Ausbeuter oder Menschenfreund sei. Falsch. Es sind der Staat und die Konsumenten, die die Löhne bestimmen.“

    Das Grundeinkommen ist losgelöst von jeglicher leistungsbezogener Entschädigung. Der Unternehmer darf so viel oder wenig zahlen wie er will, sollange freie Menschen, Menschen die von ihrem leißtungslosen Landrecht lebem könnnen (auch wenn es Arbeit für sich selbst bedeutet), dazu ja sagen. Es ist immer der Kunde und wie viele Kunden dasind, was Löhne bestimmt. Klar.

    „Es ist der Glaube, Unternehmer seien raffgierige, habsüchtige Streber nach maximalem Besitz, während der Angestellte eine Art Sklavenstatus frei von Erfolgsgedanken und materiellem Erfolg innehabe. Falsch.“

    Keineswegs. Grundeinkommen ist Grundlage für alle, das Unternehmertum zu wagen, die sich dafür bereit fühlen, und es sorgt weiterhin dafür, dass Kunden keinen Service bekommen, da wo der Unternehmer oder auch der Angestellte, für zu wenig Lohn arbeiten müsste. Ob ein Lohn nun zu wenig ist oder nicht, dass klärt sich zwischem dem Kunden und den Leistungsträgern, also Unternehmer, Arbeitnehmer undsoweiter. Natürlich braucht es bei allen Parteien die Fähigkeit, Arbeit für andere abzulehnen, wo sie nicht gewinnbringend ist. Also auch der Arbeiter ist da im freien Markt in der Verantwortung, ansonnsten können Preise nicht Effizient ermittelt werden, wenn der Arbeiter der Arbeit willen zu jedem Preis arbeiten müsste. Das wäre dann schon fast Kommunismus.

    „Unternehmer sind zuallererst Menschen, die hart arbeiten, die das, was sie erarbeiten, nicht verbrauchen, sondern sparen, und die mit dem Ersparten dann voll ins Risiko gehen, Werkzeuge und Maschinen kaufen und etwas herstellen, von dem sie zu Beginn nicht wissen können, ob und in welchen Mengen es von Kunden nachgefragt werden wird.“

    Genau! Angestellte teilen immer mehr dieses Risikos heute, also sagen wir einfach mal „Leistungsträger“

    „Ohne sie gibt es keine Arbeitsplätze.“

    Ohne Leistungsträger gibt es keine Arbeit, ist schon klar… Und auch ohne Kunden die ordentich zahlen können oder wollen gibt es keine Arbeitsplätze. Da sehe ich die Gefahr heute, dass wegen der Konzentration der leistungslosen Einkommen dank voranschreitender Technologie, erstarkendem Netzwerkeffekt, Skaleneffekt, immer weniger Menschen Kunden sein können, und wegen der marginalen Konsumquote die Leute die immer mehr vom Land und Geld haben, nicht diese Lücke füllen wollen.

    „Wenn der Job Spaß macht, bleibe ich, wenn nicht, dann schmeiß ich ihn. Bin ja dank BGE nicht darauf angewiesen, und die Unternehmen werden auf Knien um meine Arbeitskraft betteln. Falsch. Ein Unternehmer hätte durch hohe Personalfluktuation hohe Kosten und wird unter dem Regime eines BGE umso genauer prüfen, wem er die zu vergebende Arbeitsstelle anvertraut. Sicher nicht dem, der in den letzten zwölf Monaten fünf Jobs ausprobiert hat.“

    Das ist richtig und wichtig. Ein guter Punkt für ein Grundeinkommen. Die wenig Motivierten bleiben eher Zuhause, was einem der Unternehmer danken wird, in anbetracht des zunehmenden Arbeitnehmerüberflusses. Bis sie sich soweit entwickelt haben, in der Arbeit für andere mehr Sinn zu sehen, und auch schauen, sich in Wagnissen anderer oder ihrerselbst, für andere, einzubringen, auch wenn das Gehalt in den ersten 5 Jahren bescheiden sein wird, und Erfolg immer weniger garantiert ist, je mehr die Wirtschaft das Zuerstkommen mit Marktmacht belohnt. Netzwerkeffekt und Skaleneffekt halt.

    „Es ist der Glaube, die Ungleichheit zwischen arm und reich, die zunehmende Hektik, der Stress und die daraus resultierenden Krankheiten seien dem Kapitalismus geschuldet und könnten mit dessen staatlicher Zähmung und via BGE aus der Welt geschafft werden. Falsch. Denn: Alle vorhandene Ungleichheit und das Schlechtergestelltsein trotz Produktivitätssteigerung verdankt der Mensch sich selber (Ausbildung, Bildung, Disziplin, Arbeit) und dem Staat.“

    Hier liegt eine Krux: Menschen arbeiten heute nicht besonders viel mehr oder weniger relativ zueinenander, als noch vor 30 jahren, aber manche bekommen dafür betrachtet ein duzendfaches wenn sie auf der Gewinnerseite landen. Die Macht, manchen Leistungsträgern die Existenzberechtigung zu verwähren, ist schon praktisch. Genauso praktisch, wenn Kunden den Wert des Produktes immer mehr mehren und die Kosten pro Stück senken, je mehr Kunden man hat.

    Ist halt alles nicht im Sinne des freien Marktes. Auf dem freien Markt, hat jeder ähnlich viel Macht über das Land zu haben, oder es kann keine effiziente Preisfindung stattfinden. Ein Grundeinkommen ist ein kleiner aber erheblicher Schritt, ein markteffizienvörderndes Landrecht zu etablieren.

    „Es ist der Glaube, ein BGE habe den massiven Abbau staatlicher Bürokratie durch den Wegfall anderer Sozialleistungen zur Folge. Doppelt falsch, denn: Erstens wollen die Befürworter eines BGE Transferleistungen, die über das Grundeinkommen hinausgehen, selbstverständlich beibehalten. Und zweitens und wie oben nur in Stichworten angedeutet: Ein BGE wird nicht zu weniger, sondern zu mehr staatlicher Intervention und Kontrolle führen.“

    Ob und wie weit andere Transferleißtungen erhalten oder abgeschaft werden, ist meiner Ansicht nach zu einem großen Teil unerheblich und uninteressant.

    „Ein BGE ist der Versuch risikoscheuer und opportunistischer Selbstbeweiner, das Leben berechenbar zu machen, indem man das, was Leben überhaupt ausmacht – die Freiheit des Individuums – zu Hackfleisch verarbeitet.“

    Es ist der Versuch, allen Menschen Teilhabe an einem immer risikoreicheren Arbeitsfeld einzuräumen, im Apell an das Naturrecht sich des Landes zu bedienen, zur Subsistenz und zur Teilhabe, also auch Teilhabe an der Arbeit. Arbeit die halt eben immer mehr die betrieblichen Erträge konzentriert, bei Marktgewinnern (hierzu nen interessantes Paper/extract http://www.nber.org/papers/w23687)

    „Alle Offenheit, Kraft, Möglichkeit wird in diesem Ansatz in Selbstmitleid umgesetzt. In das auf Knien-Darum-Flehen, an der Hand genommen, gelenkt, betreut, genährt und bei Bedarf ausgeschieden zu werden. Es ist Verrat am Menschsein schlechthin.“

    Das Grundeinkommen gibt keine Anweisungen. Es sagt „niemand kann deiner Biographie Sinn geben, ausser du selbst“.

    Niemand wird beim Grundeinkommen genötigt, gelenkt, betreut, genährt, an der Hand genommen, weil es alle ökonomische Aktivität dem Individuum überlässt. Kein Staat sagt wo das Essen herkommen soll. Der Mensch, mit einem Geld das was Wert ist in Land, wird dann aktiv werden müssen, das Land zu bestellen oder eben Landrecht temporär abzutreten, an andere die mehr damit anzufangen wissen. Aber das Landrecht bleibt bei der Person als individuum, und jeder muss es eigenverantwortlich verwalten und gestallten.

    „Wer zahlt, befiehlt – daran werden auch die schönsten Utopien und lockendsten „Gutdenker“ nichts ändern. Nie. Es heißt Menschsein oder Viehsein. Individuum oder Masse. …“

    Genau. Das Grundeinkommen ist die Ermächtigung des Individuums, der Zahlende zu sein. Es wird nicht durch Steuern eingesammelt bei anderen, es geht aus von dem Individuum, und wird durch Steuern auf Landnutzung zum rechtmäßigen Eigentümer zurückgeführt. Also jedem individuum für sich.

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    • Noch ein kleiner Nachtrag hierzu, nur um das klar formuliert zu haben:

      Ein Grundeinkommen gönnt man sich selbst und dem gegenüber in der Gemeinschaft, also es geht vom Individuum aus.

      Es ist keine Bitte, es ist eine Minimalforderung, die jeder für sich selbst stellen kann und sollte, denn ohne zumindest ein Grundeinkommen ist Marktteilnahme nicht akzeptabel. Alles darüber hinaus ist Verhandlungssache.

      Aber es besteht keine ausreichende Vertrauensbasis auf welcher basierend man sich im Markt treffen könnte, in einer Gesellschaft die einen Markt verteidigen sucht, der Land den Freien vorenthält, zu einem Ausmaß, dass sie nicht mehr Frei sind im Sinne der Selbsterhaltung und Teilhabe an der Gemeinde durch Nutzung des Landes, da es nicht mehr verfügbar ist. (was schon vor 800 jahren ein Recht des gemeinen Bürgers in England war, und sich über 700 jahre gehalten hat. https://en.wikipedia.org/wiki/Charter_of_the_Forest ; hier ein wenig ausführlicher vormuliert https://www.youtube.com/watch?v=ltiRaKmj-sw https://www.youtube.com/watch?v=S1NfU4Udckw ) (auch John Locke, quasi die Authorität wenn es darum geht, Landumschluss im Privateigentum, Markt, zu rechtfertigen, stellte klar heraus, dass soviel und sogut über bleiben muss für andere, wenn man durch Arbeit das Land umschliesen will. https://en.wikipedia.org/wiki/Lockean_proviso )

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  9. „Am Ende einer jeden Diskussion um ein BGE bleibt dieselbe Frage stehen, die sich lautstark aber konsequent ignoriert, bebelfert und emotional zu Boden geprügelt auch an ihrem Anfang stellt: „Was ist ein gutes Leben, und wer ist verantwortlich dafür?“. Antworten gibt es nur zwei: „Ich“ oder „Die“.“

    Ich bin für das gute Leben von mir selbst, und allen denen, denen ich Land vorenthalte, verantwortlich. Das Prinzip ist einfach: Eigenverantwortung, konsequent. Wer anderen das Leben direkt schwerer macht, der hat auch was zu leisten. Insofern ist der Umschluss des Landes im Markt, eine klare Ansage: Jeder hat für jeden Mitverantwortung, aber natürlich auch für sich selbst. Das können wir der konstanten erweiterung des Marktes danken.

    „Es ist mithin der Unterschied zwischen Freiheit und Abhängigkeit.“

    Ja, in einem Markt der sehr viel Land beinhaltet, sind alle von allen Abhängig. Aber auch im Rahmen der Ausgestalltung frei.

    Wer nur Freiheit will, der fordert Abschaffung der Zäune, des Landeigentums (Patente/Ideenrechte inkludiert; selbst das Recht auf einen wiedererkennbaren Namen ist kritisch zu hinterfragen.), des Umschlusses des Landes im Marktes, der fordert aber auch deliberative Demokratie, also ein konsensbasiertes Miteinander, da wo Land zum Streitthema wird. Auch ne Überlegung wert. Grundeinkommen könnte ein Schritt dahin sein, zum Individuum als Souverän.

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    • Vor ein paar Jahren hätte ich vielleicht einen ähnlichen Text verfasst. Und das BGE ist ja wahrscheinlich auch kein Vorschlag von »bösen, faulen Menschen«. Ich verstehe die Idee dahinter, würde aber, wenn es wirklich darauf ankommt, Menschen vor Not zu schützen, eine bedingungslose Grundversorgung bevorzugen. Sie wäre die ehrliche Alternative und vor allem resistent gegenüber Inflation und Deflation. (Ein Ei kostete 1923 80 Millionen Mark.)
      Wenn ich dann im Text von Effizienz, Markt und Wert des Geldes lese, weiß ich, dass so ein BGE nichts weiter als ein »Weiter so!« bedeutet. Ein Reförmchen.
      Anlehnend an die Natur ist, Effektivität der Effizienz vorzuziehen. Der Markt ist, wenn damit nicht der Handelsort gemeint ist, ein Propagandabegriff, eine Maske. Es gibt keinen. Man unterscheidet Marktformen. Die Marktform, welche die Gesellschaften heute am meisten bedroht, sind Monopole. Nur kein Politiker ist ehrlich genug (vielleicht weiß er es auch nicht), zu sagen: »Die Monopole fordern …« statt »Die Märkte fordern …« Beispielsweise sind Finanzmonopole für Finanzkrisen verantwortlich und nicht Finanzmärkte.
      Damit komme ich zum Wert des Geldes.
      »Der Mensch, mit einem Geld das was Wert ist in Land,…«
      Nirgendwo ist festgelegt oder gar definiert, was ein Euro, Dollar, Yen, Rubel … oder sogar eine Unze Edelmetall wert ist. Ein Wertmaßstab dessen kleinste Einheit nicht definiert ist, ist nichts wert. Man kann den Wert von Land also gar nicht in Geld messen. Land kann deshalb ebenso wenig Wirtschaftsgut sein wie ein Menschenleben. Weder im Ganzen noch in Teilen. Es ist unverkäuflich wie der Planet Erde selbst. Ich stimme aber zu, dass die Gemeinschaft etwas in Sachen Bodenrecht unternehmen muss (nicht »Oma ihr klein Häuschen«), allein, damit aus Besitz kein leistungsloser Rentenanspruch entstehen kann. (Leistungslose Renten sind ein Thema für sich.)
      Eine andere Frage ist, ob ein Geld, was durch einen Schuldscheintausch entsteht (Der Kreditvertrag als Forderung ist, als handelbares Wertpapier, ebenso ein Zahlungsmittel wie das geschöpfte Giralgeld. Beides sind Schuldscheine. Siehe Suprimekrise.), überhaupt etwas wert ist.

      Die Idee des BGE finde ich edel. Wer aber ein BGE einführen will, ohne sich extrem genau mit dem bestehenden Geldsystem befasst zu haben, wird eine Rechnung ohne den Wirt machen. Andererseits wird jemand, der sich extrem genau mit dem Geldsystem befasst hat, zu dem Schluss gelangen können, dass eine Gemeinschaft kein BGE benötigt, da sie selbst der Erzeuger aller Waren und Dienstleistungen ist und sich nirgends gegen Zinsen verschulden muss, aber eigenständig alles finanzieren kann, was zu ihrem Nutzen, umweltfreundlich, ressourcenschonend, tierfreundlich… ist. »Trial and error« inklusive.

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      • Das heutige Geldsystem hat vor allem ein Problem: Es erfordert die unverschuldete Selbstverschuldung bei denen die vom Privaterbe und auch vergangener eigener Arbeit am meisten Kapital angehäuft haben. Was ja auch legitim ist. Ein Konzept des öffentlichen Erbes kann dem begegnen, desshalb haben wir ja Steuern. Deliberative Demokratie ist da ein Ansatz, um festzulegen was in wie weit dann eben dem Geld wert geben soll, was eben öffentliches Erbe und gemeinschaftlich Geschaffen, und was Privaterbe und privater Arbeitsanteil.

        „Andererseits wird jemand, der sich extrem genau mit dem Geldsystem befasst hat, zu dem Schluss gelangen können, dass eine Gemeinschaft kein BGE benötigt, da sie selbst der Erzeuger aller Waren und Dienstleistungen ist und sich nirgends gegen Zinsen verschulden muss, aber eigenständig alles finanzieren kann, was zu ihrem Nutzen, umweltfreundlich, ressourcenschonend, tierfreundlich… ist. »Trial and error« inklusive.“

        Wenn es ein öffentliches Geldwesen (wie zB hier beschrieben: http://www.greattransition.org/publication/money-for-the-people ) gibt, dann braucht es ein BGE um Gerecht den Menschen daran und am Land Anteil zu verschaffen. Die Teilhabe an Schaffung der gemeinschaftlichen Werte ist halt nicht sinnvoll in Markttransaktionen bemessen, und wird es auch immer weniger, je mehr Netzwerkeffekt und Skaleneffekt das zuerstkommen mehr und mehr entlohnen.

        „Nirgendwo ist festgelegt oder gar definiert, was ein Euro, Dollar, Yen, Rubel … oder sogar eine Unze Edelmetall wert ist. Ein Wertmaßstab dessen kleinste Einheit nicht definiert ist, ist nichts wert. Man kann den Wert von Land also gar nicht in Geld messen. Land kann deshalb ebenso wenig Wirtschaftsgut sein wie ein Menschenleben. Weder im Ganzen noch in Teilen. Es ist unverkäuflich wie der Planet Erde selbst. “

        Ja, Tatsache. Also immer da wo Mechanismen erfunden werden, die es ermöglichen Preis auf ein Stück Land zu tun, da muss es automatisch einen öffentlichen Eigentumsanteil geben. Also auch bei ideen, patenten, webseitenadressen, öffentlich gehandelte Firmen und Markennamen, auch die Namen von Berühmtheiten, undsoweiter. Ist ja alles eine Ablenkung vom Entscheiden im Jetzt, ein Appel an Vergangenes. Was halt dann Landumschluss im Privaterbe ist wenn damit Geld verdient werden kann, genaugenommen. Was aber auch zu einem bestimmten Ausmaß legitim ist, weil Menschen es schätzen sich sowohl der Einfachheit halber auf die Vergangenheit zu berufen, als auch es geniesen, sich zu beschenken und beschenkt zu werden, als auch teils etwas mehr haben wollen für vergangene Leistung. Dieses Bestreben ist die Grundlage von allem Kapital, und wer am härtesten für eine langfristige Entschädigung ringt, der bekommt sie. Diese Tendenz erschafft das Schuldgeldsystem, weil wer würde schon das Land aufgeben, wenn man es auf Schuld verfügbar machen kann? Was ja zu einem bestimmten Ausmaß auch legitim sein kann.

        Wer sich mit der Wirtschaft wie sie heute stattfindet und wohin sie geht, beschäftigt, der fordert entweder ein erhebliches Grundeinkommen, oder den gänzlichen Zusammenschluss aller Menschen in einem Supercomputer, oder ähnliches, zum Beispiel das recht durch einen Bot vertreten zu werden, um die exponenziell wachsenden Möglichkeiten die entstehen, sich gegenseitig zu Beschenken im Kontext mit Gemeinschaftsbildung, gerechter zu verteilen. Heute haben wir halt nicht die geistige Bandbreite, um nicht mehr und mehr in Richtung Winner-takes-it-all, zentralisierte Privatwirtschaft zu driften.

        „Anlehnend an die Natur ist, Effektivität der Effizienz vorzuziehen. Der Markt ist, wenn damit nicht der Handelsort gemeint ist, ein Propagandabegriff, eine Maske. Es gibt keinen. Man unterscheidet Marktformen. Die Marktform, welche die Gesellschaften heute am meisten bedroht, sind Monopole. Nur kein Politiker ist ehrlich genug (vielleicht weiß er es auch nicht), zu sagen: »Die Monopole fordern …« statt »Die Märkte fordern …« Beispielsweise sind Finanzmonopole für Finanzkrisen verantwortlich und nicht Finanzmärkte.“

        Okay, es ist halt die tendenziell Freie Marktwirtschaft die uns die Monopole bescheert. Das Grundeinkommen wie ich es mir vorstelle ist sowohl Grundsicherung, als auch Grundrecht auf Teilhabe am politischen Prozess und am wirtschaftlichen Prozess, obwohl dieser immer monopolisierender wird. Eine Teilhabe an diesem ist insofern auch ein Recht auf Werbung für gute politische oder produktive Ideen. Sprich, das Grundeinkommen wie ich es mir vorstelle ist mindestens ans Bruttoinlandsprodukt gekoppelt.

        „Die Idee des BGE finde ich edel. Wer aber ein BGE einführen will, ohne sich extrem genau mit dem bestehenden Geldsystem befasst zu haben, wird eine Rechnung ohne den Wirt machen.“

        Kann man so oder so sehen. Ich sehe auch im mindestens lebbaren Grundeinkommen sowohl die Chance Themen vorranzubringen wie: wohin die Wirtschaft geht, als auch Recht auf Subsistenz und Teilhabe unter Verwendung das Landes, ohne Bittsteller bei Marktgewinnern oder Staatsdienern zu sein. Und weiterhin die Chance, dass Leute eben freier sind, sich dahingehend zu informieren und das Erkannte weiterzugeben.

        Ich fände es auch interessant, wenn wir viel mehr mit öffentlicher Geldschöpfung und Allmende als Organisationsform machen würden, statt den freien Waren- und Güterverkehr zwischen Individuuen weiter anzubeten. Wie du schon sagtest, das Land passt da nicht so einfach rein. Dennoch ist es ja auch der Mensch der Land mit Arbeit erschliesbar macht. Sei es Wissen oder (geistige) Infrastruktur. Und der der eben am stärksten exklusive Landnutzung verwendet um weiter exklusive Landnutzungsrechte zu erhalten, ist dann halt der Gewinner im Kapitalismus.

        Aber wer soll diese Themen vorranbringen heute? Ich sehe das Grundeinkommen als ersten Schritt hin zu einer Gesellschaft die Teilhabe und Konsens aller derer die mitdenken wollen, großschreibt.

        Wie genau wir dann das Land, die tatsächlich mit technologischem Fortschritt mitwachsenden ökonomischen Chancen, handhaben, gerade da wo sie bedingt durch die menschlichen Limits konzentrierend bezüglich Ansehen und Wohlstand wirken, das kann man dann besser erörtern.

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      • tl;dr ich praktiziere auch Fundamentalkritik. 😀 Aber sehe halt ne Welt die exponentiell komplexer wird, in den Möglichkeiten wo und wie wir uns begegnen wollen. Das ist ein Treiber der Konzentration von Marktmacht, wenn Menschen immer mehr Auswahl haben, und desshalb immer Abhängiger von vorherigem Wissen, bekannten Publischern und Platformen undsoweiter, werden. Da sehe ich die Menschen in der Verantwortung festzuhalten, dass es eben doch ein zu einem guten Teil gemeinschaftlich geschaffener Wohlstand ist, der In den großen Platformen gefunden wird. Und auch in der Verantwortung, mehr hilfreiche Mittel zu entwickeln, um mehr der neuen Vielfalt entdecken zu können. Eine Bekenntniss zur Nische, auf Kosten der Einkommenskonzentrierenden Mainstreamangebote.

        Das Grundeinkommen kommt da ins Spiel, wo Technologie eine Lücke öffnet und erweitert, zwischen Kapazität des Menschen alle Anderen gleich gut zu kennen, und der Zahl der Menschen mit denen man sich zum beidseitigen Vorteil austauschen kann.

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      • Wobei es auch nicht nur ums sich gut Kennen, sondern auch um den ökonomsichen Vorteil des Nutzens von vorhandener Struktur geht, also Skaleneffekt. Der wird auch eben immer wertvoller dank Technologie. Wir haben da ja interessante Regelungen was Internetanbieter und ausbau der Infrastruktur betrifft. Solche Modelle sind vielleicht bei vielen Industrien in Erwägung zu ziehen. Und wo nicht genug Redundanz daist, da kann man halt mit einem konsensbasierten Prozess das auch ausbauen.

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      • Wenn Du »Fundamentalkritik« übst, hast Du meine wohl überlesen.
        »Land kann deshalb ebenso wenig Wirtschaftsgut sein wie ein Menschenleben. Weder im Ganzen noch in Teilen. «
        Diese »Dinge« sind in Geld nicht messbar, sind aber unendlich wertvoll. Das bedeutet, dass jedes (Geld)Einkommen menschenunwürdig ist. Inklusive BGE, Löhne, Gehälter, HartzIV, Altersrenten usw. Ich schrieb es neulich an anderer Stelle, dass kein Mensch von Geld leben kann. Er lebt immer von den Ergebnissen eigener und/oder fremder Leistungen. Das Geld wäre den Menschen völlig egal, wenn sie ihre Leistung in die Gemeinschaft einspeisen und ihre Bedürfnisse aus den Leistungen der Gemeinschaft befriedigt werden. Dem Ideal wird man sich nur nähern, wenn man die Wirtschaft nach dem Prinzip Kapazität und Bedarfsdeckung und nicht nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage organisiert. Für mich ist die Frage: Humanismus oder Ökonomie (Lehre), Bedarfsdeckung oder Profit. Mit meinem Denkansatz komme ich natürlich auf völlig andere Lösungen, die nicht der vorherrschenden ökonomischen Lehre entsprechen.
        Trotzdem befürworte ich für einen nicht schätzbaren Übergangszeitraum ein öffentliches Geldsystem, weil Menschen an den Umgang mit Geld gewöhnt sind.. Ein Blick in die Geschichte liefert ein interessantes, funktionierendes und ausbaubares Beispiel, welches lange Zeit ziemlich gut versteckt wurde: Guernsey zwischen 1816 und 1836. Dort besann man sich auf Beispiele aus Bath und Liverpool (Um das Jahr 1793 verweigerte die Bank of England der Liverpool Corporation ein Darlehen über 100.000 Pfund ). Lange vor Wörgl und anderen Experimenten. Damit könnte die Gemeinschaft (in welcher Form auch immer) Menschen zunächst von Steuern und Abgaben auf Einkommen aus erbrachten Leistungen befreien und trotzdem allumfassend in alle wichtigen Bereiche investieren. Auch eine bedingungslose Grundversorgung oder Grundeinkommen oder eine Kombination wäre möglich, falls erforderlich. Niemandem müsste etwas genommen werden. Leistungslose Renten würden entfallen.

        Ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und denke, dass es gut ist, wenn es viele Problemlösungen gibt. Besser als Alternativlosigkeit. Die Menschen können es selbst ausprobieren und sich für die nützlichsten Wege entscheiden. Es liegt mir daher auch fern über die Art der Organisation der Gesellschaft zu »streiten«. Ob nun deliberative »Demokratie« oder, wie ich es bevorzugen würde, eine Kombination aus Demarchie und Heterarchie, sei dahingestellt. Jedenfalls muss man Gesellschaft anders denken als jetzt, wenn sie humanistisch (darin sind frei und friedlich natürlich eingeschlossen) sein soll.

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      • „»Land kann deshalb ebenso wenig Wirtschaftsgut sein wie ein Menschenleben. Weder im Ganzen noch in Teilen. «
        Diese »Dinge« sind in Geld nicht messbar, sind aber unendlich wertvoll.“

        Ja genau. Dennoch kann es Sinn machen, den Zugriff mittels eines sozial geschaffenen Geldes zu ermöglichen und zu beschrenken, stellenweise. Bedenke: Alles Land, also alles was nicht akute Arbeit oder ein Mitmensch ist, folgt dieser Logik die du vorschlägst. Um manches Land zu erschliesen will manch einer eine tämporäre Exklusivnutzung von manchem Land. Und das ist Legitim. Ob man dass dann Eigentum nennt oder nicht ist eher Formsache.

        „Das Geld wäre den Menschen völlig egal, wenn sie ihre Leistung in die Gemeinschaft einspeisen und ihre Bedürfnisse aus den Leistungen der Gemeinschaft befriedigt werden.“

        Geld ist ein praktischer Stellvertreter für eine Fülle von Dingen die wir uns gegenseitig gewährleisten und erbringen können. Das ist so und wird auch immer so bleiben. Ob und wie weit Land darin enthalten ist, das unterliegt der gemeinschaftlichen, konsensbasierten Abkommen die wir schliesen können.

        „Dem Ideal wird man sich nur nähern, wenn man die Wirtschaft nach dem Prinzip Kapazität und Bedarfsdeckung und nicht nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage organisiert.“

        Warum? Ich würde meinen, dass beide Ordnungsformen unerlässlich sind, für eine Wirtschaftordnung mit der alle einverstanden sein können, die für alle gerecht ist. Wie sonnst willst du die tatsächlichen Bedarfe ermitteln, ohne den Menschen die Fähigkeit einzuräumen, Bedarfe anzumelden, auch bei sich gegenseitig? Hat ja auch eine eigene Qualität.

        „Bedarfsdeckung oder Profit“

        Jeder Mensch erstrebt einen Profit, auch wenn nicht formell definiert, sondern in persönlicher Freude über das Miteinander. Es gibt da kein oder, so wie ich das sehe.

        „Das Geld wäre den Menschen völlig egal, wenn sie ihre Leistung in die Gemeinschaft einspeisen und ihre Bedürfnisse aus den Leistungen der Gemeinschaft befriedigt werden.“

        Nee, der Mensch will ja nicht blos ein Geld um Gebrauchsgüter zu erhalten. Es ist auch form des Respekts und auch eine form der Delegativen Demokratie, wenn auch nicht vollkommen. Volkommen wäre es mit Produktpreis der sich aus 100% umsatzsteuer zusamensetzt.

        „Mit meinem Denkansatz komme ich natürlich auf völlig andere Lösungen, die nicht der vorherrschenden ökonomischen Lehre entsprechen.“

        Ja also ich bin auch sehr für mehr Bekenntniss zur Allmende, deliberativen Demokratie in der konsenbildung in der Gemeinde.

        Aber die Realität stellt sich so dar, dass jeder jedem einen Dienst erweisen kann, auf diesem Planeten. Ein öffentliches Geldsystem ist praktisch um der Komplexität der neuen und schönen Wege der Begegnung einen Ausdruck verleihen zu können. Es ist natürlich nur ein Teil der Wirtschaft, und findet seinen Zweck als verfahren der Schenkung aber auch der dezentraliserten Entscheidungstreffung, da wo Bedarfe völlig unklar sind heute. Mit genügend fähiger künstlicher Intelligenz könnte man natürlich langfristig das Geldsystem auf ein Prozess des tämporären Schenkens reduzieren, also sodass es nur einen sehr kleinen Anteil an den Entscheidungen bezüglich des Landes ausmacht. Und wie schon gesagt, halt den teil des Landes betrifft, den wir als Gemeinde, durch Konsens, dafür bereitstellen, für den Zweck des sich Beschenkens und Beschenkt werdens, und zwar nicht mit irgendeinem Müll, sondern mit Sachen die man sich eben aussuchen kann. Geht einfach mit Geld halt.

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      • Und weil keine Gemeinschaft fähig ist, Bedürfnisse, also dass, was jemand nach langer und ernsthafter Überlegung benötigt, unbegrenzt und für alle zur Verfügung zu stellen, desshalb macht es auch Sinn ein System zu haben wo Prioritäten gesetzt werden können, was man denn nun mit diesem oder jenem Land machen sollte. Das Grundeinkommen ist ein Anteil an diesem Prozess der sich eignet für kleiner Projekte, wohingegen Landnutzung für größere Projekte sich dann doch vermutlich besser mit einem reinen demokratischen Prozess handhaben lässt, ja.

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