Vorurteile, IQ-Verweigerer, #ichbin87 und die Katalanen

Gedanken zum September 2017 – von Franz Bettinger

Auf den Spruch „Gott sei Dank haben 87% nicht die AfD gewählt“ ist zu entgegnen: „Ja, aber so gesehen haben auch rund 70% Merkel NICHT gewählt“. Man täusche sich nicht: Nicht nur die AfD-Wähler sind gegen die Flüchtlingspolitik, sondern die Mehrheit der Deutschen. Allein die Grünen stehen geschlossen hinter der Politik des hanebüchenen Unsinns: die Welt retten und das eigene Land darüber vergessen. Mehr noch: sich seiner schämen und sich daran mästen. Kein Widerspruch in der Welt des #ichbin87prozent.

„Wer wie die AfD nur über Abschottung redet, der löst keine Probleme,“ meint die Linke. Falsch. Das löst schon eine Menge, wenn auch nicht alle Probleme, die eine Million Scharia-Gläubige mit sich bringen. Es löst aber vor allem ein paar deutsche Probleme – noch vor jenen Ruandas. Nennen Sie mich bescheiden oder begrenzt – aber das reicht mir vollkommen.  Das und die Pflege kluger Vorurteile.

Die entscheidenden Ebenen der Differenzierung von Individuen, Völkern und Rassen sind ihre Biologie, Kultur, Religion und Sozialisierung. Aufgrund dieser Merkmale sind Vorurteile nützlich und angebracht. Zu sagen: „Vorsicht, das ist ein Nafri; der könnte ein Messer in der Tasche haben“ ist ein Vorurteil. Und zwar ein sehr nützliches, gerade in Bezug auf die neuen IQ-Verweigerer.

IQ? Ach egal. Intelligenz wird ohnehin überschätzt, wie man an den Karrieren von Joschka Fischer, Martin Schulz und Katrin Göring-Eckardt belegen kann. Diskriminierung, sagen sie? Diskriminierung ist die zulässige Beurteilung ungleicher Sachverhalte. Man muss diesen Begriff endlich wieder auf seine Beine stellen und aus den Giftkammern ideologie-verseuchter Sprach-Kontrolleure befreien. Unterscheidung, gestützt auf sachliche Gründe, ist das Wesen jeder Rechtsfindung und jeder Sach-Entscheidung und eigentlich eine Binse. Nur nicht für den Linken, der sich weigert, Unterschiede erkennen zu wollen, nicht mal zwischen den Geschlechtern. Einst gab es den Sowjetmenschen. Heute soll’s der Globalmensch sein. Idee und Konzept dahinter sind dieselben. Das Resultat, lässt man es zu, ebenso.

Rechte, Grundrechte, Menschenrechte, gibt es so etwas? Natürlich nicht. Nicht in der Natur. Das sind alles menschliche Erfindungen. Sind es wenigstens gute Erfindungen? Wer soll das wissen? Der Papst? Mohammed (in seinen Träumen)? Der Kaiser? Oder der EuGH? Ob Witwen-Verbrennung (Hindus), Stierkampf (Spanier) oder das Reinheitsgebot beim Bier (Bayern) – die Frage ist nicht, ob dies statthaft sei, sondern wer darüber entscheidet, was statthaft ist. Sklaven zu halten war einmal Recht; über 4000 Jahre lang. Das Recht ist nichts Objektives, und es spiegelt auch nicht „das Gute“ wider. Das Recht ist lediglich das Gesetz des Stärkeren. Demokratie auch.

In Kansas, Wisconsin und in Kalifornien wurde die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in lupenrein demokratischen Abstimmungen abgelehnt. Aber: In allen drei Fällen wurden die Volksentscheide von Richtern, die das Volk nicht gewählt hat, umgestoßen.

1996 unterstütze die USA die Wahl Jelzin’s mit 500 Mio. Dollar, berichtete die New York Times. Jelzin hat die Wahl ja auch gewonnen gegen einen Kandidaten, der in Umfragen zunächst weit vorne lag, aber nur 3 Mio. für seinen Wahlkampf zur Verfügung hatte. Das zum Thema, wer Wahlen in anderen Ländern manipuliert. Läuft auch unter Demokratie.

Zur Erinnerung:

Alexander Gauland (2017): „Wir werden die Regierung jagen.“ Christian Lindner (2013): „Wir jagen die Regierung von Hannelore Kraft“ Markus Söder (2009): „Wir werden die Regierung jagen“.

Zu guter Letzt: Wie will man China dazu bringen, Tibet zu respektieren, wenn nicht einmal Spanien den  Katalanen Unabhängigkeit zugestehen will? Klein-Staaterei, na und? Was ist schlecht daran, wenn kleine Volksgruppen (Südtirol, Basken, Bretonen, Korsen, Bayern, die Saarländer…) über sich selbst autonom bestimmen können, alles im Rahmen einer globalisierten Welt? Nichts ist schlecht daran. Die Briten hatten nach WW1 den neu gegründeten Völkerbund (heute die UNO) dazu gebracht, die vom Empire willkürlich quer durch Stämme und Ethnien gezogenen Grenzen auf der ganzen (!) Welt als sakrosankt zu erklären. Das hat zu Vertreibungen, Säuberungen, Kriegen und Bürgerkriegen geführt, und sie werden nie verebben. Revision ist angesagt.

Lasst die Menschen selbst bestimmen, wie und in welchen Grenzen sie leben wollen. Was würden mich die dummen Bremer angehen, wenn wir an der Saar Eliteschulen haben dürften? Was ginge mich der verschuldete Gutmenschen-Kropf Berlin an, wenn ich nicht für den Verschwender haften und für die Typen arbeiten müsste, die nicht arbeiten wollen? Siehe Luxemburg. Übrigens: Das Völkerrecht stellt ein Referendum über die Verfassung. Demokratie hat viele Schwächen. Aber sich zu erdreisten, von Demokratie zu reden, wenn nur noch, wie in der EU üblich, Abstimmungen mit erwarteten Ergebnissen zugelassen sind, die Machtpolitikern passen – welch ein Hohn.

3 Gedanken zu “Vorurteile, IQ-Verweigerer, #ichbin87 und die Katalanen

  1. Also Merkel ist ja nicht gleich Regierungs-flüchtlingspolitik (SPD ist da auch dabei), und die AfD Wähler korrelieren auch mehr mit wirtschaftlich schwachen Regionen statt nur mit Flüchtlingsströmen. Aber ne Flüchtlingspolitik die mehr auf Ursachenbehebung setzt fände ich auch besser. Wobei es schon auch klar ist, dass es Rechte auf Grenzen genausowenig gibt wie Menschenrechte oder Rechte auf Selbsteigentum. Ist alles sozialer Konsens was das bereitstellt.

    „Das Recht ist nichts Objektives, und es spiegelt auch nicht „das Gute“ wider. Das Recht ist lediglich das Gesetz des Stärkeren. Demokratie auch.“

    Wobei konsensbasierte Demokratie natürlich auch das Recht des Stärkeren wiederspiegelt, aber der Stärkere unter Menschen halt fähig ist zu erkennen, dass es nicht angenehm ist, wenn Menschen willkürlich beherrscht werden durch andere Menschen, sei es am künstlich freien Markt, im Krieg direkt, oder eben durch Behörden und Mehrheitsvotum. Da sehe ich die AfD auch Wähler gewinnen, und finde ich auch wichtig, dass wir ein Mindestmaß an Landzugriff jedem pauschal gewährleisten sollten, wenn wir nicht immer weiter den monetarisierbar Fähigsten den Weg versperren wollen, tatsächlich am Wettbewerb teilzuhaben, zugunsten derer Fähigen die ein kleines bischen früher am Markt waren. Ermöglicht auch den weniger am Markt begabten, sich in der Gemeinschaft, in der Schaffung von Freude, in der Findung von von unpatentierbarem Wissen, und in der Konsensbildung mehr einzubringen.

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