Schöner kriechen: Kirchen gegen Freiheit

Das auf den Büchern der heiligen Schrift basierende Christentum ist dieser Tage nicht nur ausser Mode. Es wird von grossen Teilen der Gesellschaft ohne auf Kenntnisse angewiesen zu sein wenn nicht der Lächerlichkeit preisgegeben, so doch ignoriert oder zumindest via „Wissenschaft“ oder Gefühlsduselei dem Zeitgeist angedient. Einigkeit herrscht dahingehend, dass bibeltreues Christsein nur etwas für jene sei, an denen 300 Jahre Aufklärung vorbeigegangen sind, ohne auch nur den kleinsten emanzipatorischen Kratzer zu hinterlassen.

Der christliche Antrieb der Aufklärung, die nicht im Geringsten antichristlich, sondern antikirchlich war, wird dabei genauso unterschlagen, wie die Tatsache, dass die abendländischen (einst) freiheitlichen Gesellschaftskonzepte auf den christlichen Fundamentalprinzipien fussen. Die Würde des Einzelnen, die Freiheit des Individuums und seine Verantwortung hatten ihre Wurzeln in der ebenbildhaften Wesensgleichheit des Menschen mit dem Gott des Christentums. Der Ruf, der erging: Wer freiwillig vor Gott kniet, kriecht nicht vor Menschen. Nie. Egal, ob es der Staat, der Nachbar, sogenannte Minderheiten oder die eigenen Kinder sind.

Davon sind wir heute weit entfernt. Die Botschaft von der Freiheit des Einzelnen, von seiner Verantwortung, von der Pflicht, seinen Nächsten „in Ruhe zu lassen“ und von der Bevollmächtigung und Befähigung nicht nur zur Erfüllung, sondern zur Übererfüllung dieser Pflicht ist längst entschärft. Vom Gnadenglauben der Reformation und der Aufklärung, ist man zurück im Leistungs-, Bestrafungs- und Ablassglauben des Mittelalters. Die Befreiungsbotschaft der Bibel ist ersetzt durch die autoritären Dogmen der säkularen Prophetie eines radikalen Relativismus. Wer leugnet – egal, ob Gleichheit, Gender, Klima, Multikulturalismus oder politische Alternativlosigkeit – verdient Ächtung Ausschluss und gesellschaftlichen Tod.

Und spätestens hier wird klar: Im Gefolge der Politik und um der Nähe zur Macht willen hat sich die Kirche einmal mehr von ihrem christlichen Ideal abgekehrt und befindet sich Seite an Seite mit einem Grossteil der Gesellschaft in einem selbstmörderischen zivilisatorischen Rückwärtsgang in Richtung Hörigkeit und Knechtschaft. Wem dies noch zu wenig deutlich ist, dem bestätigt man von berufener Seite her gerne, ein freiwilliges sich Hindurchglauben zur Möglichkeit einer dies- und jenseitigen nicht auf Raum-Zeit-Konzepte angewiesenen Gemeinschaft mit Gott – mithin Kernbotschaft und Existenzgrundlage der Kirchen – sei eine „fundamentalistische Zumutung“ (Herbert Koch). Oder anders gesagt: Man nehme das christliche Grundgesetz der zehn Gebote und verkehre es in sein Gegenteil – da steht die moderne Kirche. Arm in Arm mit allem Staatlichen, Staatsnahen und der sogenannten Mehrheit der Demokratie.

Im Gleichklang mit Politik und öffentlichen Institutionen gilt in dieser Kirche einzig die Wahrheit, dass es keine Wahrheit gebe, sondern nur kulturelle Konzepte und daraus resultierende Rollen. Der Mensch dieser Sicht ist zufällig, ersetzbar und identitätslos. Freiheit eine Illusion, Recht auf Freiheit unmöglich, Identität und Mitmenschlichkeit Trugbilder. Gott beliebig einsetzbarer Bestandteil eines multireligiösen, globalistischen, und auf menschenmass heruntergedimmten Kitschkonzepts. Jesus, je nach sozioökonomischer oder emotionaler Befindlichkeit (aka Bedürftigkeit) Flüchtling, sozial Benachteiligter, Minderheit oder Sozialist.

Die Kernaussage dieser Dogmatik der Wahrheitslosigkeit: Wo es keine Identität gibt, keine Individualität, keine objektive Wahrheit, sondern nur Wahrnehmung, wo alle gleich sind, da ist jeder ersetzbar. Es ist die altbekannte und stets fürchterliche Botschaft einer Herrscherkaste auf dem Weg in den Totalitarismus. Es ist das Glaubensbekenntnis einer Gesellschaft, die sich via Neid moralisch an die Kandare nehmen und dogmatisch bevormunden lässt. Es ist das Rezept zu Hörigkeit, Abhängigkeit und Kriecherei. Der Weg von der Postmoderne hinein in eine grausame Posthumanität.

Dass in solchem Bestreben bibelfundiertes Christentum nicht nur keine Platz hat, sondern abgedrängt und verunglimpft gehört, liegt auf der Hand. Antimenschlich und antifreiheitlich muss zwingend antichristlich sein und umgekehrt: Antichristlich ist immer antimenschlich und antifreiheitlich. Ein Blick in die Geschichte und Gegenwart diktatorischer Regimes bestätigt es. Denn: Christen sind allem Totalitären feind. Sie haben nicht Gesinnung, sondern Heimat, nicht Haltung, sondern Halt, nicht Menschheits-Konzepte, sondern Eigen- und Nächsteninteresse, nicht Opfer-Anspruch, sondern Selbstverantwortungs-Begehren, nicht kulturelle Sicht, sondern individuelle Realität, nicht Zwangsharmonie, sondern Identität in Gott.

Wäre die selbsternannt aufgeklärte und vorläufige Krone der Evolution ehrlich, dann würde sie eingestehen, dass das Konzept der heutigen Kirche sich zu hundert Prozent mit jenem der Politik deckt, dass es sie in dieser Form nicht mehr braucht und dass sie sich getrost selber abschaffen könnte. Indes: die Chancen zu solchem Einsehen und Tun sind gering. Wo keine objektiven Wahrheiten existieren, gibt es sowas wie Ehrlichkeit nicht mehr. Und eine Umkehr ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Wo aus Kirchenkreisen (Schweden) angeregt wird, die Kreuze herunterzureissen und Gebete nach Mekka auszurichten, da ist der Gedanke an künftige Verfolgung schriftbasierten Christentums keine Abwegigkeit mehr. Wohlan denn: Bringen wir’s hinter uns. Impulsgesteuert und ich-hörig befreit zu Hinnahme und Anbetung eines Allmachtanspruchs von Menschen über Menschen.

Wenn in diesem Kontext Christsein Spott verdient, dann ist man schlagartig gerne Gespött. Für die eigene Freiheit und die anderer. Egal, ob Christen oder nicht – Zwang macht am Ende vor keinem Halt. Auch das lehrt die Geschichte. Hier bin ich.

14 Gedanken zu “Schöner kriechen: Kirchen gegen Freiheit

  1. Der Text ist derartig neben der Realität, dass es mir nicht möglich ist, qualifiziert darauf einzugehen – ein weitgehend veschwurbeltes hin- und herargumentieren ohne jede nachvollziehbare Aussage.
    Aber, nebenbei: Die zehn Gebote sind, wenn schon, dann jüdisch – nicht christlichen Ursprungs.
    Aber tatsächlich sind sie viel älter, man kannte sie schon in Babylon und im alten Sumer.
    Die Unterwürfigkeite unter einen Gott (nenne man ihn nun Jahwe, Allah oder Jesus), das winseln um Gnade, das betteln um Vorteile und (ungerechtfertigte) Vergebung, sind samt und sonders einfach ekelhaft. Und dass diverse Christenkollegen einschließlich Papst sich dem Islam anbiedern (auch wenn Sie das verurteilen), passt haarscharf in das Bild.

    Wahre Moral findet man nur außerhalb der Religionen:
    „Moral ist, das zu tun, was richtig ist,
    egal, was einem gesagt wird.
    Religion ist, das zu tun, was einem gesagt wird,
    egal was richtig ist.“

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    • „Die Unterwürfigkeite unter einen Gott (nenne man ihn nun Jahwe, Allah oder Jesus), das winseln um Gnade, das betteln um Vorteile und (ungerechtfertigte) Vergebung, sind samt und sonders einfach ekelhaft“.

      Die Ansicht, dass es etwas größeres als Menschen geben muss, eben Gott, und dass man sich diesem „unterwirft“ – blöder Ausdruck, Islam halt – ich würde sagen dass man ihn als über einem stehendes Prinzip ansieht, als Schöpfer der Welt z.B. – ist nicht ekelhaft. Ihre Ausdrucksweise „Winseln um Gnade, das Betteln um Vorteile“ ist es eher .

      Wenn die zehn Gebote, gültig im Alten und im Neuen Testament von jedem befolgt würden – auch und gerade von den Kirchenoberen – hätten wir alle weniger Probleme, das war m.E. eine Kernaussage des Artikels.
      „Wahre Moral …….“ das setzt ein Gewissen voraus. Ich sehe da keinen Widerspruch zum Christsein, zum Glauben und auch zum Beten.

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    • Der beanstandete Artikel geht derart klar und hellsichtig auf grobe („himmelschreiende“ wäre in diesem Kontext wohl passender) Mißstände innerhalb unserer Kirchen ein, daß ich ihn JEDEM unserer Kleriker – so er/sie noch zu lesen versteht – anempfehlen möchte. Um seine Analysen zu belegen, stellt der beanstandete Autor die absolut verwerfliche Entwicklung in einen Zusammenhang, den jeder von uns tagtäglich an der Realität überprüfen kann. Insofern kann ich die Beanstandung durch „jheinke“ nicht nachvollziehen (ohnehin habe ich eher den Eindruck, „jheinke“ wollte mit dem Kommentar sein Mütchen kühlen, denn die deutlichen Worte ihn etwas gepiekt – ?).
      Wie dem auch sei, weiß ich jetzt (diesen Weblog kannte ich bislang nicht), wo ich gute Artikel suchen muß, wenn mir der Sinn nach wahrheitsliebender, wirklichkeitsverbundener Schreibe ist (außer, natürlich, in der Bibel. Aber das ist wieder ein anderes Thema).
      Besten Dank, Frank Jordan!

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  2. Petrus II, der Letzte.
    So hätte sich der heute herrschende Papst Franziskus nennen sollen, um der Weissagung des heiligen Malachias (irischer Erzbischof, +1148) zu entsprechen. Danach wird es nach dem 111. Papst, der den Namen Benedikt XVI tragen wird (Joseph Ratzinger!) nur noch einen und somit letzten Papst geben. Der wird wie der erste heißen: Petrus. Malachias prophezeit mit dem Erscheinen des letzen Papstes nichts anderes als das Ende der Kirche, wenn nicht gar das Ende der Welt. Unter Petrus II (Romanus) werde Rom zerstört werden und der furchtbare Richter (Gott?) wird sein Volk richten. Ich glaube nicht an „so was“, aber in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse? Spooky!

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  3. Ja, ich bin dem Thema seltsam verhaftet – wohl weil ein Freund meiner Jugend – er hieß auch noch François, und ich halte ihn für ein Genie; andere nannten ihn spöttisch / neidisch den „Viel-Fach-Idioten“ – weil dieser geniale und vielseitig begabte Mensch mich als 16-Jähriger – weiß der Teufel warum, denn François war nicht mal religiös – auf diesen letzten Papst aufmerksam machte.

    Was mich wundert, ist, warum Joseph Ratzinger, dem die Weissagungen des Malachias bekannt sein mussten, warum sich also der vorletzte (!) Papst den unfassbaren, den schicksalshaften Namen Benedikt XVI gab. Selbst wenn die Weissagungen nicht von Malachias sondern von Pilipp Neri stammen könnten – wen kümmert’s – so existieren sie immerhin (und sollen sich als recht akkurat erwiesen haben). Und auch wenn man (wie ich) nicht an Prophetie glaubt, darf man (Sepp Ratzinger) dieses böse Spiel spielen? Noch doller wäre gewesen, wenn sich dieser unsägliche Bergoglio (dessen italienische Eltern nach Argentinien auswanderten) tatsächlich Petrus II (der Letzte) genannt hätte. Doch das wäre wohl zu teuflisch gewesen.

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  4. Danke und Hochachtung! Dieser Text ist ein Türöffner für Freiheitsliebende. Ein echter Lichtblick im angepassten Moralsumpf modernen Pharisäertums. Er fasst wesentliche Punkte in Worte, warum ich als Christ aus der protestantischen Landeskirche ausgetreten bin. Das ermutigt mich sehr.

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  5. Pingback: Aktuelles vom 20.1.2018 und: NWO Waffen – HAARP Bewusstseinskontrolle und Psychotronik – mikeondoor-news

  6. Ein wunderbarer Text. Ich sage gern: Der Glaube an Gott ist die Freiheit, die Ihr Euch nehmen laßt.
    Es ist alles gesagt, Mensch sein heißt nicht, zu funktionieren, wie es die Obrigkeit will.
    Ein Kommentator hat es auch bemerkt: „Unterwerfung“ ist nicht immer dasselbe.“ Vielen Dank an FJ und MH für wieder einen Funken Hoffnung.

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