Erklärung 2018 – Eine starke Elle

Und warum der Verleger André F. Lichtschlag sie dennoch nicht unterzeichnet hat. Das Folgende ist ein Auszug aus dem Original-Artikel, der auf eigentümlich frei erschienen ist (Bezahlschranke). 

Die Publizistin und ef-Autorin Vera Lengsfeld hatte am 15. März eine „gemeinsame Erklärung“, unterschrieben von 33 (ein Scherz, oder?) erstunterzeichnenden Intellektuellen, veröffentlicht. Eine sehr kurze Erklärung, bestehend nur aus zwei Sätzen: „Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.“

Dieses kurze Statement war, wie die „Zeit“ berichtete, der kleinste gemeinsame Nenner nach einer wochenlangen Diskussion über den Wortlaut. Lengsfeld selbst hat die Erklärung auf ihrem Blog unter der Überschrift „Gegen die Zerstörung unserer Gesellschaft!“ mit einem eigenen Kommentar ergänzt, den wir hier ebenfalls in voller Länge zitieren möchten: „Mit der vierten Regierung Merkel nimmt die Politik Fahrt auf, die unser Land mitsamt den emanzipatorischen Errungenschaften, die hier gelebt werden, zerstört. Wer den Koalitionsvertrag gelesen und verstanden hat, weiß, welche Zumutungen auf die Bürger zukommen: ungebremste Einwanderung, Umverteilung großer Teile des Volksvermögens nach Europa, Enteignung durch Verpfändung der deutschen Spareinlagen für europäische Schuldenbanken, drastische Erhöhung der Grundsteuer und damit kalte Enteignung der Hausbesitzer, mehr Umverteilung und damit noch mehr Staatsabhängigkeit. Alle Bürger, die sich dagegen wehren, werden als ‚rechts‘ abgestempelt oder gar als ‚Nazis‘ verunglimpft. Der mündige Bürger ist das Feindbild des Mainstreams. Die deutschen Politiker und die mit ihnen verbündeten Medien treiben die Republik in eine Gesinnungsdiktatur. Immer mehr Bürger gehen auf die Straße, um ihren Widerstand gegen diese Entwicklung deutlich zu machen. Ihnen gilt unsere Solidarität.“

(…) Vielleicht hat es der eine oder andere ef-Leser bemerkt: Der Name des Autors dieser Zeilen fehlt in der beeindruckenden Bekenntnisliste. Dabei hätte ich Vera Lengsfelds oben zitierten Kommentar zur Erklärung sofort unterschrieben. Die Erklärung selbst mag ich nicht signieren, selbst wenn sich irgendwann Millionen dazu bekennen.

Der Unterschied: Lengsfelds Kommentar erkennt das Übel unserer Zeit in den Wucherungen von Staat und Politik. Sie geißelt explizit die „Staatsabhängigkeit“ der Bürger, die Ausbeutung durch den Zwangsmonopolisten und den Versuch „deutscher Politiker und der mit ihnen verbündeten Medien“, das Land in eine „Gesinnungsdiktatur“ zu treiben. Dagegen nun also die neue Bewegung, bingo, ich bin dabei!

Wenn es doch nur so auch in der Erklärung 2018 selbst formuliert wäre. Womöglich sind es die mit dem peinlichen Hygienefimmel gegen Ellen Kositza und andere Schmuddelkinder gewesen, die den staats- und politikkritischen Ansatz Vera Lengsfelds in ein staats- und politgeiles Mini-Manifest münden ließen. Als wenn die Masseneinwanderung in den deutschen Sozialstaat (der natürlich nicht als Problem erkannt und benannt wird) zu begrüßen wäre, würde sie nicht „illegal“ sein (sofern sie das überhaupt ist). Als wenn es nicht ohnehin im Wesen von Staat und Politik liegt, auch mal die eigenen Regeln zu brechen, wenn es darauf ankommt. Als wenn sich Politiker an ihre Wahlversprechen nach der Wahl je gehalten hätten. Wo leben diese Leute eigentlich, die nach alledem nur bitte noch staatstragend sein wollen?

Fast noch schlimmer, geht es ihnen nur darum, „die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederherzustellen“. Wütend macht die Unterzeichner also nicht, dass sie zur Alimentierung von Millionen Fremden gezwungen werden, zu millionenfacher warmer Unterkunft, dreimal täglich warmem Essen, medizinischer Vollversorgung, Bus, Bahn und Taxifahrten sowie einem Taschengeld und mehr noch obenauf, zwangsüberwiesen aus den Taschen der schon länger hier Lebenden in die Hände der noch nicht so lange, na Sie wissen schon. Nein, die Erklärung 2018 bemängelt gerade nicht diese gigantische Umverteilung durch Vater Staat, die wie ein Magnet die Masseneinwanderung in Bewegung setzt, sie kritisiert vielmehr nur fehlende oder wegschauende Grenzbeamte.

Der Sozialstaat als nachhaltig vielleicht asozialste Erfindung in der Menschheitsgeschichte wird von vielen der Unterzeichner noch besonders geschätzt, und man will das Monster gerade durch die Grenzbeamten doch retten. Eine typische Argumentation also nach der Art, wonach Drogen oder irgendwann auch Fett und Zucker verboten werden müssen, um das marode staatliche Gesundheitssystem zu retten – anstatt dieses System selbst endlich in Frage zu stellen.

Und was ist eigentlich mit den Millionen, die jetzt schon – legal, illegal, scheißegal – hier sind und mit Milliarden jährlich gepäppelt werden – mit hohem Profit auch für Umverteiler und Betreuungsindustrie? Staatsabbau zählt ja gerade nicht zu den Zielen der Erklärung 2018.

Dabei geht es mir nicht um irgendwelche ideologische Reinheit, sondern im Gegenteil nur um den gesunden Menschenverstand. Der alleine sagt, dass die Masseneinwanderung politisch gewollt und vom Staat systematisch in Bewegung gesetzt wurde – und nicht etwa ein „Unfall durch zu wenig politische Führung“ ist. Das Gegenteil ist richtig, was sich auch im treffenden Wort vom „großen Austausch“ ausdrückt. Denn der findet gerade nicht von alleine statt, sondern wird betrieben. Von wem wohl?

(…) Es bleibt eben ein Erkenntnis‑, Strategie- und am Ende auch Erfolgs-Unterschied beim Lösen von Problemen wie den durch die Masseneinwanderung hervorgerufenen. Ein diametraler Unterschied, ob man diese Missstände mit dem nach Franz Oppenheimer „politischen Mittel“ (Grenzen dicht, danach womöglich Zwangs-Remigration) oder mit dem „ökonomischen Mittel“ (Beschneidung der politischen Fehlanreize, hervorgerufen etwa durch den Sozialstaat oder eine aggressive westliche Außenpolitik) beseitigen möchte. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel, und der Zwangsmonopol-Zauberstab, so verführerisch er auch glänzen mag, ist selbst das Übel.

Am Ende zeigt die Erklärung 2018 dann auch den Liberalen und Libertären deshalb wieder sehr deutlich: Das Links-rechts-Pendel ist nicht unser Pendel. Das Zwangsmonopol-Freiheits-Pendel müssen wir selbst errichten und in Schwung bringen. Die neue Richtung des alten Pendels könnte derweil, begrüßt zunächst wie die alte vor 50 Jahren auch von den Freiheitsfreunden, am Ende nur dem Leviathan zu noch mehr Macht verhelfen. Dann wäre endlich die verdammte Staatsgrenze gesichert – rund um einen neo-totalitären Staat.

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5 Gedanken zu “Erklärung 2018 – Eine starke Elle

  1. Auch ich habe mich gefragt ‚Was soll diese Erklärung?‘ Sie ist so soft, so minimalistisch, so inkomplett. Dann schmeißen Sie auch noch die Besten raus (wie Ellen Kositza). Was soll das? Das soll das:
    Ein paar Künstler hinter dem Ofen hervor locken. Ein paar Journalisten das Outing erleichtern. Ein paar Philosophen den Turm der Blamage verkleinern helfen, den sie mit ihrem unsäglichen Geseiche die letzten 30 Monate lang aufgebaut haben. Alle die Leute, die jetzt anfangen, sich zu schämen.
    Und wann würde das System und seine Propaganda-Organe diese Erklärung denn als bedrohlich erachten müssen? Wenn sich statt 1000, 10.000 oder gar 100.000 oder 1 satte Million daran beteiligt hätten? ‚Was ist das schon‘, würde Slomca argumentieren. ‚Das ist noch nicht mal jeder 6. AfD-Wähler, nicht mal jeder 6. Nazi.‘
    Und doch wäre schön gewesen, einen prominenten Namen (nur die zählen) nach dem anderen auf dieser Unterschriften-Liste erscheinen zu sehen. Ein Gottschalk, ein Jauch, ein Mario Adorf, ein Sloterdijk. Wo sind die, welche die Masse ihrer Anbeter zum Nachdenken bringen könnten? Die feige Bagage!

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  2. Die Einwanderung und die Ineffizienz des Pflege/Krankensystem im Vergleich zu ‚rückständigeren‘ Ländern wird uns hoffentlich in den Kapitalismus zwingen – je schneller desto besser. Vielleicht kommt die nächste Welle aus Bulgarien u.ä. – deren fleißige Handwerker sind ja schon da. Ohne K. können wir uns das nicht mehr leisten. Man möge die Liste der Unterzeichner mal betrachten, ob die wirklich die Nutzniesser von K sein werden ? Wahrscheinlich >98% erhalten direkt oder über eine Zwischenstation Ihr Geld von staatlich geschützten Strukturen oder einem Konzern, der 2008 ohne Steuergeld verschwunden wäre oder nach dem nächsten Bankrun andere Probleme haben wird.
    Das Orginal Statement von Frau Lengsfeld ist zwar excellent – aber was hilfts.

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  3. Ich kann mich den Worten des Autors nicht anschließen. Es geht hier darum, dem Staat, den Politikern, dem Establishment für deren Dreistigkeiten mal eine saftige reinzuhauen, um nicht mehr und nicht weniger. Sie müssen spüren, dass es uns, Demokraten und Freiheitsliebende, noch gibt. Es geht um einen Anfang, nicht um alles. Was bundesrepublikanisch-deutsch in den letzten Jahrzehnten schief gelaufen ist lässt sich ohnehin nicht in überschaubarer Zeit heilen.
    Wenn ich mir die Zeilen des Autors so durchlese, habe ich den Eindruck, er wünschte sich eine alles niederwalzende Roboter-Maschine, die als Karrikatur gesehen nichts anderes wäre als ein Don Quichote, ein Ritter von der traurigen Gestalt. Natürlich muss sich alles ändern und möglichst in kurzer Zeit, aber so wird es nicht kommen.Schauen Sie um sich und beobachten Sie die Menschen, dann werden Sie wissen, was möglich ist oder möglich sein kann. Und nicht verzagen.
    Mit Kossitza, das tut mir auch leid, hat sie wirklich nicht verdient (kenne nur ihre Buchrezensionen; die sind klasse) Aber was soll’s. Festerling will Unterstützung, damit sie nicht in den Knast kommt, Andere wollen dies, wieder andere jenes. Wo soll man anfangen. Es gibt nun mal kein Kumpel-Nest, wo sich alle gut verstehen und unterhaken und gemeinsam kämpfen gegen den bösen Feind – ist, ehrlich gesagt, auch gut so. Bleibt also das Minimum, das Minimale, und man wird sehen.

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