Also sprach Viktor Orbàn

Eine Vernunfteskalation – von Michael Klonovsky

„Den ersten Stein hatte Ungarn aus der Berliner Mauer herausgeschlagen. 1989 wollten uns viele von der Grenzöffnung abraten. 1989 wollten viele Helmut Kohl von der deutschen Vereinigung und der NATO-Mitgliedschaft des einheitlichen Deutschland abraten. (…) Heute sehe ich europäische Politiker, die damals gegen die deutsche Vereinigung waren und uns heute über die europäische Gesinnung belehren wollen.“

Also sprach Viktor Orbán in seiner Festrede auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Titel „Budapester Europa-Rede – Erinnerung an Dr. Helmut Kohl“ ab 16. Juni in Budapest, aber das haben Sie ja rauf und runter in taz, FAZ, Zeit, Spiegel, ARD-Teletext und Frankfurter Rundschau gelesen.

„Ich muss bei diesem heutigen Anlass auch sagen, dass die deutschen Steuerzahler keine Befürchtungen haben müssen. Wir sind nicht zum Betteln in die Europäische Union gekommen, wir wollen nicht vom deutschen Geld leben. Wir bereiten uns darauf vor, dass Ungarn bis 2030 zu einem Nettozahler der Europäischen Union wird“, fuhr der ungarische Ministerpräsident fort. Er sagte auch:

„Wir kennen kein einziges Dokument, in dem stünde: ‚Wenn Du der Europäischen Union beitrittst, musst Du zu einem Einwanderungsland werden.‘ Als wir beitraten, haben wir uns zu nichts dergleichen verpflichtet. Wahr ist aber auch, dass die grundlegenden Dokumente der Europäischen Union auch nicht formulieren, dass wenn sich jemand zu einem Einwanderungsland umformen möchte, dies verboten wäre. (…) In solchen Fällen ist nicht ein Kompromiss, sondern Toleranz notwendig. Wir tolerieren, dass einzelne Mitgliedsstaaten in der Schengenzone Migranten aufnehmen, dies hat Konsequenzen auch für uns bzw. wird sie haben, und sie tolerieren, dass wir so etwas nicht tun. Sie sollen uns nicht belehren, sie sollen uns nicht erpressen und sie sollen uns nicht nötigen, sondern sowohl uns als auch den Mitgliedsstaaten den ihnen zustehenden Respekt geben, und dann wird Friede auf dem Ölberg herrschen.“

Und:

„Ein jeder kann sehen, dass es eine Bruchlinie zwischen Ost und West gibt. Das Preisen von Fidel Castro durch die (EU-)Kommission, das heißt seitens unseres gemeinsamen Präsidenten verursachte einen peinlichen Moment. Wir haben das geschluckt. Aber das Feiern von Marx, nun, das ist uns schon im Hals steckengeblieben und hat unsere Sicherungen durchbrennen lassen, denn dies ist für uns unfassbar. Marx hatte die Liquidierung des Privateigentums verkündet, hat die Auslöschung der Nationen verkündet, hat die Auflösung des traditionellen, tausendjährigen Familienmodells verkündet, hat die Abschaffung der Kirche und des Glaubens verkündet, und hat schließlich den modernen Antisemitismus geschaffen, als er als die Quintessenz des zu liquidierenden Kapitalismus den Juden als solchen markiert hat. Was gibt es daran zu feiern? Wer hat den Verstand verloren? Denn jemand hat ihn verloren, das ist sicher, entweder sie oder wir.“

Und überdies noch:

Die EU-Kommission „schreitet in der schleichenden, also ungesetzlichen Modifizierung der Befugnisse voran und nutzt die Mittel der Kommission zur Erpressung. Es gibt zwar ein kleines Zeitdimensionsproblem dabei, aber ich würde sagen, sie ‚moskauifiziert‘ sich. Dem muss 2019 ein Ende bereitet werden. Diese Kommission muss gehen, und wir werden eine die europäischen Realitäten widerspiegelnde Kommission und ein ebensolches Parlament benötigen.“

Am besten, Sie lesen einfach in Ruhe die gesamte Rede; in Deutschland können Sie dergleichen Vernunfteskalationen ja nur mit Zwischenrufen der blonden Bestie Anton und seiner Gesinungskumpane genießen.

Dieser Text ist zuerst auf der Website von Michael Klonovsky erschienen. Danke für die Möglichkeit der Zweitpublikation auf FRANJORDANBLOG.

 

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