Gutsein tut weh

Von Franz Bettinger

Lieber guter Mensch –

wenn vor deinem Haus ein Dutzend ‚Geflüchtete‘ gegen die Tür hämmerten, würdest du öffnen und sie willkommen heißen? Sie bei dir wohnen lassen, und sie versorgen? Und ihre Familien nachkommen lassen und ihnen die Hälfte deiner Rente abgeben?

Anders gefragt: Würdest du dich belasten, um jene zu entlasten? Ja? Und wieso tust du es nicht?  Wie das gehen soll? Na, die Hälfte deines Kontos in den Kongo überweisen. Das wäre nur ein Tropfen auf ’nen heißen Stein, sagst du? Na dann: Überweise dein ganzes Konto nach Afrika, dann sind’s schon zwei Tropfen auf den heißen Stein; das kühlt. Reicht immer noch nicht? Dann verkaufe dein Haus und alles, und enterbe deine Kinder. Schick den ganzen Erlös nach Afrika. Noch nicht zufrieden?  Dann fahre runter und arbeite für sie.

Ja, human sein, kann weh tun, wenn’s mehr als Worte sein sollen und wenn’s auf eigene Kosten geschieht. Es bedeutet, eine Wahl haben und sie treffen. Es bedeutet, dieser Wahl und dem Willen entsprechend zu handeln. Es bedeutet, die aus dem Handeln erwachsenden Konsequenzen zu tragen. Selber und selbstverantwortlich. Es bedeutet Menschsein. Nicht mehr und nicht weniger.

Bist du noch „gut“ oder bist du schon Mensch?

2 Gedanken zu “Gutsein tut weh

  1. Ach wie schön und einfach auf den Punkt gebracht! Nur warum kapiert das keiner, bzw. so wenige? Warum steht die Mehrheit hinter dem Regime mit seiner leicht durchschaubaren Medienlandschaft? Einfach unerträglich, dass diese bodenlose Dummheit weiter um sich greift und Artikel wie dieser im OFF stehen

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