Danke, Staat!

Teuerung oder Inflation oder beides?

„Teuerung in Deutschland auf höchstem Stand seit Jahren“, titelt die Thüringer Allgemeine. Beim Spiegel ist es die „Inflation“, die „auf den höchsten Stand seit 2011 klettert“. So geht es munter quer durch die deutschsprachige Medienlandschaft. Einmal ist es die Teuerungsrate, die auf einen“Rekordstand“ steigt, mal die Inflationsrate. Ja was denn nun?  Inflation oder Teuerung? Oder ist es dasselbe, wie die Artikel allesamt insinuieren? Oder haben wir beides?

Zur ersten Frage: Nein – es ist nicht dasselbe. Preisanstiege infolge Teuerung sind etwas Natürliches im Wechselspiel der Märkte. Sie haben ihren Grund in den Veränderungen von Angebot und Nachfrage. Inflation hingegen ist etwas Unnatürliches: Es sind Preisanstiege, die ihren Grund darin haben, dass der Wert von Geld abnimmt weil es mehr (siehe: zuviel) davon gibt.

Wenn der Kaffeepreis steigt, weil in den Kaffee produzierenden Ländern eine Dürre herrscht, dann steigen die Preise für Kaffee aufgrund des Angebotsrückgangs. Dann liegt eine knappheitsbedingte Preissteigerung vor und nicht Inflation. Wenn der Ölpreis steigt, weil die Födermengen gedrosselt werden oder ein Förderland im Chaos versinkt und nicht mehr fördert, dann ist auch das keine Inflation, sondern eine Teuerung aufgrund der Verknappung des Angebots. Und wenn die Steuern auf Tabak erhöht werden, dann ist auch das keine Inflation, sondern eine räuberische staatliche Verteuerung.

Anders sieht es aus, wenn die Zentralbanken die Geldmenge weit über das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft hinaus ausweiten. Also immer mehr Euros oder Schweizer Franken „aus dem Nichts“ schöpfen und in Umlauf bringen, wie dies hier seit bald 10 Jahren der Fall ist. Dann verbilligt sich der Wert eines Euros und der Bäcker will für ein Brot verständlicherweise mehr Euros, um den gleichen „Gegenwert“ wie zuvor für sein Produkt zu erhalten.

Was liegt heute also heute vor, wo die Preissteigerung über der groteskerweise als Preisstabilität bezeichneten EZB-Limite von zwei Prozent liegt? Die Inflations-/Teuerungsrate sei vor allem dem Ölpreis zu verdanken, heisst es. Liegt hier eine Angebotsknappheit vor? Jein. Laut Bloomberg wurde im Monat August der grösste Öl-Output seit Jahren verzeichnet. Die OPEC-Länder pumpten mehr Öl aus dem Boden als je zuvor und konnten den Rückgang der Ölförderung im Iran aufgrund des durch die USA angekündigten Boykotts auffangen. Die Preissteigerung ist also nicht in der aktuellen Angebotsmenge zu verorten. Aber Märkte nehmen künftige Entwicklungen voraus. Und diese lässt sich beim Öl in einem Wort zusammenfassen: Unsicherheit. Über politische Entwicklungen und über die Realisierbarkeit künftiger Produktionssteigerungen. Der Markt fürchtet eine Angebots-Stagnation und rechnet diese mögliche Verknappung bereits heute mit in den Preis ein. Hier liegt also auf den ersten Blick eine marktbedingte Teuerung und nicht Inflation vor.

Wie sieht es mit den Lebensmittelpreise aus, die um rund 2.8 Prozent gestiegen sind? Auch hier ist Unsicherheit sicher ein Faktor. Es war viel vom „Hitzesommer“ zu lesen in den vergangenen Monaten und es ist durchaus denkbar, dass auch in der Lebensmittel-Industrie mögliche zukünftige Knappheit beim einen oder anderen Rohstoff eingepreist werden.

Aber das allein ist es sicher nicht. Die Preissteigerungen liegen nicht erst seit gestern im Bereich von zwei Prozent und darüber, sondern seit Monaten. Und das ist ja wie man allwöchentlich irgendwo lesen kann, gewollt und „gut“. Womit man zur Beantwortung der zweiten Frage kommt: Haben wir beides? Haben wir sowohl Inflation, als auch knappheitsbedingte Teuerung? Die Antwort hier ist ein deutliches Ja. Mit Ausnahme des Öls ist der grösste Anteil an den Preisanstiegen inflationsbedingt. Die Ursache die seit bald 10 Jahren praktizierte „lockere Geldpolitik“ der EZB, die Euros in einem Mass in Umlauf bringt, wie es das noch nie zuvor gegeben hat. Wenn wir also künftig immer mehr zahlen für Lebensmittel, dann bringt es nichts, über Wetter und Witterung zu klagen. Ein herzhaftes „Danke, Staat!“ reicht dann völlig aus.

Und wenn wir schon beim Staat sind, dann ist es an dieser Stelle angebracht, darauf hinzuweisen, wo es bereits heute richtig weh tut in Sachen Preisanstieg und wo es seit Jahren weit über Durchschnitt teurer wird. Nämlich dort, wo der Staat „wirtschaftet“ – sprich: selber „fuhrwerkt“ (Staatsbetriebe), mit Staatsgewalt Geld erpresst (Steuern/Abgaben/Gebühren) oder ein die Wirtschaft eingreift (Regulierungen).

Seit ich mich vor fünf Jahren hier im Südwesen Frankreichs niedergelassen habe, ist die Grundsteuer um 25 Prozent angestiegen. In Deutschland hat sich das Porto für einen Standardbrief seit 2012 um 27 Prozent verteuert. Die deutschen Bahnpreise haben sich in der gleichen Zeit um 30 Prozent verteuert. In der Schweiz schlägt dieselbe Periode „nur“ mit einem 15prozentigen Preisanstieg zu Buche. Da hier aber der Schienenverkehr via Strassenverkehr massiv subventioniert wird (von den staatlichen Milliarden-Zuschüssen für die SBB-Beamten-Rentenkasse ganz zu schweigen), kann hier nicht von nachhaltigem „Wirtschaften“ gesprochen werden. Die Kosten für die obligatorische Krankenversicherung (Grundversicherung) sind in der Schweiz seit der Einführung des Obligatoriums 1996 um rund 140 Prozent gestiegen. Der Reigen kann fast endlos weitergeführt werden: Abgaben, Steuern und Umlagen auf Strom, Tabaksteuer, Mineralölsteuer, Parkgebühren, Rundfunkbeiträge, Agrarsubventionen. Gemeinsam ist dem bunten Gemisch: Mit marktbedingter Teuerung haben all diese Kostensteigerungen nichts zu tun.

Steigende Preise sind heute grösstenteils politisch bedingt. Konsumentenpreise und Alltagskosten sind  vergleichsweise stabil. Was steigt, sind Inflation, Abgaben, Steuern, Prämien – all jene Bereiche, in denen der Staat wirtschaftet oder stark interveniert, also die Hauptverantwortung trägt. Wenn sich die Situation für die Konsumenten also verschlechtert, dann ist auch hier ein herzhaftes „Danke Staat!“ die einzig angebrachte Reaktion. Dies oder – soweit möglich – aussteigen aus dem Irrsinn.

7 Gedanken zu “Danke, Staat!

  1. Sie haben gute Sachkenntisse, was die Finanzwirtschaft betrifft. In sehr vielen Punkten stimme ich Ihnen voll zu.

    Jedoch, der libertäre Charakter Ihrer Ansichten ist deutlich zu erkennen. So gut die libertäre Ökonomie auch im Ansatz erscheint, es ist aber genauso ein Monster wie die Kasino-Wirtschaft, die Sie zurecht kritisieren. Das Libertäre führte genauso ins Verderben, wie dieser „Kapitalismus“ (gemeint ist diie spekulative Finanz- oder Kasinowirschaft, die ohne Wertschöpfung Geld vermehrt).

    Sie kritisieren, wie die Libertären auch, vor allem den Staat, der die Mutter aller Übel sei., Das halte ich für grundfalsch. Denken Sie mal mehr über das nach, was einen Staat ausmacht, bzw. ausmachen sollte.

    Denn, nicht alles was so aussieht wie, ist ein Staat oder eine Regierung. Das ist ide Wurzel allen Übels. Wiir haben im Grunde weder Staat noch Regierung, diese sind eben zu Räuberbanden (Papst Benedikt) mutiert.
    Insofern ist Ihre Kritik am Staat richtig, nur ist sie nicht geeignet, den Staat an und für sich in Frage zu stellen.

    Ein Staat ist nur dann ein Staat, wenn ner EINER Aufgabe nachkommt. Und diese Aufgabe heißt, das Gemeinwohl erhalten und fördern. Mehr nicht.

    Ohne Regulierung funktionieren wir Menschen nicht, jedoch ist das kein Grund zur exzessiven Vorgehensweise einer Regierung. Infrastruktur und öffentlicher Transport und Luftverkehr, sowie Energie- und Wasserversorgung (u.a.) sind hoheiltiche Aufgaben, die in die öffentliche Hand (nicht unbedingt in die Hand der Regierenden) gehören. Ebenso die Geldschöpfung, Kein privates Unternehmen kann diese Dinge marktwirtschaftlich betreiben. Der Staat kann hier pauschal über dann berechtigte Steuern und Abgaben „wirtschaften“, und es kommt der Allgemeinheit, auch der wirschaft/Industrie zu Gute.

    Wahre Ökonomie ist pure Wissenschaft (physische Ökonomie nach G. W. Leibniz), wobei die Güterproduktion im Zentrum steht, bei Aufrechthaltung einer konstanten Rate an Innovation.

    Das wurde unter Bismarck erfolgreich umgesetzte (Null % Inflation über mehr als 30 Jahre). Auch Ludwig Erhard knüpfte daran an („Wohlstand für Alle“).

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    • Danke für den Kommentar. Allerdings bin ich in vielen Punkten nicht einig mit Ihnen. 1) „Das Libertäre führte genauso ins Verderben …“ (Casinokapitalismus). Da möchte ich dagegenhalten: Die Politik hat es erst ermöglicht. Sowohl Subprime-Krise, als auch Euro-Krise verdanken wir an der Basis der Politik. Die US-Politik wollte, dass alle Bürger Hauseigentümer werden konnten und hat die Kreditvergabe an „schlechte“ Schuldner geradezu gepusht. Die Finanzinstitute sind da „nur“ gefolgt. Dasselbe im Fall der EURO-„Krise“: Der EURO ist ein durch und durch politisches Projekt. Die Banken sind auch hier „nur“ gefolgt. Was bei beiden „Krisen“ aber der Urgrund ist und alle Akteure verbindet ist die Nicht-Übernahme der Verantwortung. Und das ist eines der Hauptanliegen der „Freiheitler“ und Befürworter der freien Märkte: Sowohl der Staat, als auch die Kreditnehmer und Kreditgeber haben unverantwortlich gehandelt und konnten sich um die Konsequenzen herum drücken. Wie Privat-Insolvenz, To-big-to-fail-Regelungen und (im Fall der Politik) das Abschieben des Schwarzen Peters auf die Banken sowie Zins-Abschaffung und Geldvermehrung. Aber: Ohne Verantwortung und Übernahme der Konsequenzen kann nicht von freier Marktwirtschaft gesprochen werden. Von Libertarismus schon gar nicht – es ist sein Kern. Heute weiss dieselbe „Räuberbande“, dass es nie wieder eine Euro-Krise geben soll, nie wieder ein Lehman-Ereignis. Man wird es nicht mehr zulassen und retten, was auch immer es kostet. Das hat weder mit Freiheit, noch mit Wirtschaft, noch mit verantwortungsvoller Politik zu tun. 2) „Die Aufgabe des Staates ist das Gemeinwohl“ – auch hier: Das bedeutet nichts anderes, als in letzter Konsequenz die Menschen von ihrer Verantwortung freizusprechen. Der Begriff des Gemeinwohl ist meiner Meinung nach ein durch und durch kollektivistischer Begriff, der stets in ein anreizpervertiertes Bezugssystem und eine verantwortungsfreie Forderungsmentalität hineinführt. Wer definiert denn, was Gemeinwohl ist? Und wer muss bezahlen und wer darf erhalten? Und wer darf das Geld verteilen? Nein – solches ist nicht Aufgabe eines Staates, sonder Aufgabe der Menschen: Familie, Sippe, Gemeinde. Der Staat hat für Freiheit zu sorgen, für die Gleichheit vor dem Gesetz und für Schutz von Leib und Leben und Eigentum. Fertig. Da fallen dann auch keine Steuern an, die 10 Prozent des Einkommens übersteigen. 3) Geldschöpfung, Infrastruktur, etc – kann kein privates Unternehmen sicherstellen. Warum nicht? Warum brauchen wir beispielsweise staatliches Monopolgeld, das eine kleine Clique von Leuten nach Lust und Laune vermehren kann zu Zwecken, mit denen ich nicht einverstanden bin, mit dem es mir via Nullzinsen unmöglich gemacht wird, Wohlstand aufzubauen, und womit sie mich nebenbei via Inflation noch ganz leise aber schamlos enteignen? Der Staat ist und bleibt für mich – und die Geschichte zeigt, dass es stets so war – der einzige Parasit der Welt, der grösser wird als sein Wirt.

      Oder wie Michael Klonovsky es aus Titus Gebels Buch „Freie Privatstädte“ sinngemäss wiedergibt: „Menschen wollen ihren Lebensstandard erhöhen; am einfachsten funktioniert das, indem man anderen etwas wegnimmt; die meisten trauen sich allerdings nicht, dem Nächsten einfach direkt etwas wegzunehmen, also beauftragen sie den Staat damit; Politiker erfüllen diese Wünsche, indem sie Steuergelder umverteilen, sonst werden sie abgewählt; der Staat löst die Wirtschaft als Hauptquelle der Erhöhung des Lebensstandards allmählich ab; immer weniger Menschen arbeiten im produktiven Sektor, die Staatsnutznießer bilden schließlich die Mehrheit der Wähler; die Verteilungskämpfe werden intensiver, die Staatsquote steigt immer höher, die Staatsverschuldung wächst; die Staatspleite führt zum Systemkollaps und zu radikalen Reformen; das Spiel beginnt von vorn.“

      Der Kreislauf ist immer derselbe. Ein Staat wird solange liberaler, „gemeinwohliger“ und sozialistischer bis er restlos pleite ist. Es folgt eine Phase der (erzwungenen) Freiheit und der freien Märkte und er erholt sich. Und wenn die Kassen dann wieder voll sind, geht die Sache wieder von vorne los, man leistet sich Gemeinwohl und Sozialhilfe und stellt ohne Not fest, an der ganzen „Ungleichheit“ seien die freien Märkte schuld und der Kapitalismus sei gescheitert. Da capo al fin.

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      • Vielen Dank für Ihre Antwort. Ihren Denkansatz finde ich allerdings „unlogisch“.

        Welchen Vorteil hat die Politik denn davon, die Banken zu begünstigen??
        Die Politik folgt doch dem, was die Großbanken (Hochfinanz) vorgeben. Nicht umgekehrt. Diese machen auch den großen Gewinn UND haben die Kontrolle (Macht) über die Regierungen durch die „Schuldenfalle“. Wer die Kontrolle über das Geld hat, kann die Volkswirtschaften und damit die Regierungen kontrollieren. Die Regierungen haben die Banken nur „gerettet“, weil jene deren Intreressen vertreten. Andere Poltiker habe ja gar keine Chance mehr (Perkins: confessions of an economic hitman).

        Dafür spricht auch die Tatsache, das die Mutimilliardäre (Rockefeller & Co.) sowohl Marx und Lenin als auch Leute wie Trotzki finanziert hatten!!

        Der Begriff Gemeinwohl wird auch oft mißbraucht. Hat weder was mit Umverteilung noch Gleichmacherei zu tun. Gemeinwohl bedeutet auch nicht, daß es keine Individualität mehr gibt, ganz im Gegenteil. Ein Gemeinwohl entsteht aber gerade dadurch, daß der Einzelne seiner Verantwortung nachkommt.

        Christliche Pflicht ist es, BEDÜRFTIGTEN zu helfen, nicht den FAULEN. Da liegt natürlich vieles im Argen. Aber auch das ist bewußt so gemacht und gewollt. Abhängigkeit erlaubt Kontrolle und Not macht gefügig (Dr. Böttiger, spatzseite.com).

        Bildung (nicht nur Ausbildung), öffentliche Sicherheit und Ordnung und auch die Infrastruktur lassen sich nicht nach wirtschaftlichen Kriterien betreiben. Es muß von einer neutralen Instanz ohne finanzielle Interessen betreut werden. Preußen hat es doch vorgemacht. Warum sollte es heute anders sein?

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    • Herr Beck, unter Libertarismus wird viel zusammengemauschelt was nicht rein gehoert. Was Sie als Kasino-Kapitalismus herausstellen, und oft als Anarchokapitalismus kategorisiert wird, verstoesst gegen das libertaere Grundprinzip des Selbsteigentums, siehe:
      https://luismanblog.wordpress.com/2018/10/01/wir-sind-mehr-die-demokratie-mafia/

      Die meisten Libertaeren koennen sich mit einem Nachtwaechter-Staat abfinden, auch wenn er von vielen nicht als Idealzustand gesehen wird. Selbst die alten Griechen haben schon mit „Gemeinwohl“ argumentiert, ohne klar zu definieren, was das eigentlich sein soll. Aus libertaerer Sicht waere es etwas was vielen nuetzt und niemandem schadet. Umverteilung ist damit praktisch ausgeschlossen. Es kann sich also nur um die Abschaffung von Regelungen handeln, die Freiheit verhindern. Sie sagen „hoheitliche Aufgaben“ und „oeffentliche Hand“, ich sage Genossenschaften ohne staatlichen Zwang. Die wirtschaftliche Effizienz von Staatshandeln kann ja nun wirklich in jedem einzelnen Beispiel widerlegt werden. Der Staat kann nicht „wirtschaften“, daran haben die Politiker und Beamten gar kein Eigeninteresse.

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  2. @luisman

    Der Staat soll auch gar nicht wirtschaftlich Handeln, also Gewinn machen. Wenn aber Gewinn/finanzielle Interessen gegen höhere Ziele abzuwägen sind, dann ist (rein) wirtschaftliches Handeln unsinnig. Bsp. Flugsicherung, Kernkraftwerke u.ä. Sicherheit (Technik, Verfahern, Maßnehmen) kosten Geld, und stehen einem Gewinnstreben entgegen. Dennoch brauchen wir z.B. sichere KKWs und einen ständigen Dienst der Flugsicherung (laut gesetzlichen Vorgaben, auch via ICAO).

    Im Übrigen ist der Begriff „Selbsteigentum“ absurd. Eigentum, ja, aber wir gehören uns nicht selbst. Dieses Konstrukt ist nur ein Versuch, eine ethisches Menschenbild/Handeln zu fordern, wie z.B. auch im Humansimus. Diese Selbsteigentum führt jedoch zum Egoismus, wenn auch in abgeschwächter Form.
    Verantwortliches Handeln kann dabei nur gegenüber sich selbst abgeleitet werden. Das ist zwar auch notwendig, aber nicht ausreichend.

    Was machen denn Menschen mit Einschränkungen (physische, geistige Behinderung o.ä.)? Die Früchte derer Arbeit reichen womöglich gar nicht zum Überleben? Nach libertärer Ideologie, „Pech gehabt“. Nein, das funktioniert so nicht.

    Dieser Ansatz ist genauso unchristlich, wie der Anarchokapitalsimus o.ä.
    Deswegen bin ich Christ geworden. Leider gibt es auch hierbei viel Verwirrung, was „chrsitlich“ sein soll. Nicht katholisch, nicht evangelisch, sondern nur die Bibel allein ist der Maßstab. Und damit wird alles schlüssig. Nächstenliebe und Freiheit (die nicht mißbraucht wird). Verantwortung vor Gott und den Menschen, ohne Vorherrschaft und Unterdrückung. Allerdings auch Bereitschaft zu leiden. Selbstverteidigung im Sinne von Abwehr und Schutz ist erlaubt. Aber nicht im Vorauseilen. Denn das Ende dieses Lebens ist nicht das Ende aller Dinge.

    Dr. Ing. Werner Gitt (a.D.) hielt dazu Vorträge:
    https://wernergitt.de/vortraege/vortraege-auf-dvd/1536/gibt-es-ein-leben-nach-dem-tod-dvd-detail

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    • Nun, wenn Sie den Begriff „Selbsteigentum“ absurd finden, oder ablehnen, oder evtl. nicht richtig verstehen, kann ich erst mal nichts machen. Vielleicht fangen Sie mal mit den „Two treatises of government“ von John Locke an, die meiner Ansicht viel bedeutender fuer die modernen Gesellschaften sind als die Bibel.

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