Medien als Staatsanbeter

Sozialismus in medial aufbereiteter Partydosis – Von Niels Dettenbach

Eine große deutsche Tageszeitung schreibt und meint es durchaus ernst: „Der Staat holt sich endlich das Primat über das Internet zurück, indem er es der Macht der Konzerne wieder entreißt„. Eine Steierung solch dummdreister Staatsgläubigkeit ist kaum möglich.

Das Internet war immer und ist bis heute ein privates Netzwerk – logisch wie physisch, mit lediglich einzelnen staatlichen Behörden als Mitnutzern. Wo es nicht mehr privat ist, ist es kein Internet mehr, sondern ein verkrüppelter Rest davon mit dem falschen Namensschild drauf. So ist auch das, was einem in China, Iran, Nordkorea und anderen „vorbildlichen“ Staaten als „Internet“ angedreht wird, per se kein Internet.

Seinen riesigen Erfolg verdankt das Internet einzig der Tatsache, NICHT unter staatlicher Regie errichtet und administriert worden zu sein, sondern besonders fern des Staatswesens.

Das Internet war in den meisten Ländern sogar lange illegalisiert – auch in Deutschland! Aber die bis dahin allesamt staatlich durchregulierten Netzwerke wollte schnell niemand mehr haben und sie waren auch nie annähernd erfolgreich. Tatsächlich musste es in den meisten Ländern der Erde (die allesamt Mitglieder der staatsnahen ITU waren/sind) sogar gegen geltende Regulierungen (Verbote) von engagierten privaten Unternehmern und Geeks verfügbar gemacht werden. Zum Glück (!) verstanden damals die wenigsten Behörden und Politiker etwas davon.

Wer hierzulande kennt denn noch BTX2.0 oder DATEV (abgesehen vom gleichnamigen Kontenrahmen und ev. noch electronic banking)?

Es ist eine glatte aber weit verbreitete Lüge, das Internet sei „frei“, weil vom Staat „vor gierigen Profitmachern beschützt“.

Leider ist es genau das, was Kinder der Millenials usw. so in staatlichen Schulen erzählt bekommen und bekommen haben haben.

Leider ist die Verstaatlichung des Internets hierzulande und in der EU längst in vollem Gange – freilich „zum Schutz der Verbraucher“, und im Namen der „Netzneutralität“ und der „Breitband-Förderung“, ja „der Gerechtigkeit der Teilhabe“…so wie immer, wenn sich Regimes (noch) nicht trauen, ganz offen „Ermächtigungsgesetz“ drauf zu schreiben.

In der DDR – gäbe es sie noch – hätte es wohl sehr lange gar kein Internet für Untertanen gegeben und dann erst nur in staatlichen Einrichtungen, staatlich „beschützt und reguliert“, damit arme DDR Bürger“ ungefährdet hinter einem digitalen „antifaschistischen Schutzwall“ die „konstruktiven Anwendungen des Internets nutzen dürfen“ – freilich nur unter „fachkundiger“ (staatlicher) Aufsicht und nach Genehmigung des Anliegens…

Die BRD geht den Weg heute andersherum – der DDR entgegen…

6 Gedanken zu “Medien als Staatsanbeter

  1. Seit wir in Orwells und Huxley’s Zeitalter angekommen sind, wissen wir ja, dass alles genau umgekehrt ist, als wie es uns zwangs-verabreicht wird. Leider hat eine Mehrheit immer noch nicht kapiert, dass wir bereits kolonialisiert sind und den Kolonial-Herren- und Damen samt Medien einfach nicht mehr glauben sollten; unseren eigenen (gegenteiligen) Erfahrungen dafür umso mehr.

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  2. Also ich habe ja die Vorlaeufer des Internet miterlebt. Die ersten Netze waren rein militaerisch, in den USA wurde die ein oder andere Uni-Fakultaet angeschlossen. Viele Unis haben sich dann ihre eigenen Vernetzungen gebaut, mit diversen Protokollen. Die ersten elektronischen Briefe haben wir mit dem Sender, z.B. in den USA, vorher per Fax/Telefon abgesprochen, wer waehlt wen an, welches Protokoll, welche Baudrate (9,6kbit/s), ggf. Kodierung der Start-/Stop- und Return Bytes.

    Danach gab es Internet meist nur ueber die Telekom-Konzerne der jeweiligen Laender, was den Druck erhoehte diese Monopolisten zu zerschlagen. Die „boesen Konzerne“ ueber die so ne Schnarchnasen in der Presse jaulen, haben es dem Buerger ueberhaupt erst ermoeglicht das Internet zu nutzen. Immerhin haben wir es vom Monopol zum Oligopol geschafft. So lange wir Leitungen nutzen oder Funkfrequenzen, die zugelassen sein muessen, wird das auch beim Oligopol bleiben. Das ist nun mal die technische Infrastruktur. Heute kann man auch guenstig im eigenen Haus ein rein privates Internet verbauen, was z.B. einige Gamer machen. Viele ISP’s verbieten aber private Server, welche das Internet wirklich privat machen wuerden.

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    • Nun, die „Vorläufer“ des Internet waren einerseits private Netze wie Mailboxen u.ä. und das im Auftrag des US Militärs von privaten Firmen entwickelte ARPA.net. Das ARPA wurde später / wird heute oft mit „Inteenet“ verwechselt, weil es das erste IP-basierte Netz war – sachlich ist das allerdings falsch.

      Als erste Universitäten Anschlüsse an das Internet beschafften / errichteten, bezogen sie es von privaten Firmen, während Studenten / WiMis zuvor noch in ihrer Freizeit / als Hobby in ihren Unis mit Bekannten an anderen Unis Internet-Netzwerke strickten. Die Univerwaltungen wussten davon lange wenig oder verhinderten gar derlei Aktivitäten. Zu dem Zeitpunkt waren Mailboxnetze, AX.25 oder auch News-Feeds per Sat, UU copy Strukturen etc. unter Geeks und Freaks und Firmen privat organisiert. Diese adaptierten IP um ihre Netze zu „verbrücken“ und waren die ersten „Internetanbieter“ in DE. Zu der Zeit hatten zwar schon erste Unis „Internet“ (nutztd/wusste fast niemand), die logische Netzstruktur jedoch kam von amerikanischen kommerziellen Anbietern.

      Das Internet, welches den großen Erfolg als solches feierte, fand jenseits staatlicher Entitäten statt. Ob IANA, ICANN uswusf. – alles sind nichtstaatliche Organisationen. Ich bin selbst viele Jahre u.a. RIPE LIR Admin gewesen. Die gesamte Organisation wurde und wird bis heute von nichtstaatlichen Organisationen / Firmen betrieben.

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