Ein ganz normaler Tag in Deutschland

Und eine Frage – von Michael Nongrata

Ich sehe Menschen, die Morgens um halb fünf Zeitungen austragen. Um sechs ist die Tankstelle längst bemannt und arbeitet. Um sieben besprechen die Schlosser ihr Tagewerk. Um acht wird der Entwickler auf seinem Sofa wach, auf dem er nachts um drei zur Seite gekippt ist. Um neun schließt die Frisörmeisterin ihren Laden auf. Um zehn ist Frühstückspause in der Gießerei. Um elf bereiten sich die ersten Bäcker, die schon seit drei Uhr in der Backstube stehen, auf ihren Feierabend vor. Um zwölf macht jeder ordentliche Germane Mittag. (Die Rebellen häufig erst um halb eins). Um zwei ist die Kinderkrankenschwester fast mit ihrer Schicht fertig. Um drei fängt der Verkäufer bei Mediamarkt erst mit seiner Schicht an. Um vier ist Dienstbesprechung bei der Feuerwehr. Um fünf leeren sich die technischen Büros. Um sechs wechselt das Team an der Autobahnraststätte. Um sieben bereitet sich die Nachtschicht im Galvanowerk auf ihren Arbeitstag vor. Um acht passiert gar nichts. Um neun ist endlich Ende der Schicht beim Automobilzulieferer. Um zehn schließt der Werkschutz die Tore. Um elf ist an der Autobahnraststätte die Hölle los. Um zwölf beschlagnahmen Polizisten die Leiche eines Unfallfahrers. Um eins wacht der Bäcker auf und bringt sich in einen aufbahrungsfähigen Zustand. Um zwei stellt der Arzt den Tod eines Kindes fest. Um drei legt unser Bäcker los. Um vier klingelt der Wecker beim Rezeptionisten eines Monteurhotels.

Und dann lese ich die Posts von Spacken wie Karl Lauterbach, Kevin Kühnert, der unsäglichen Roth, der noch viel furchtbareren Nahles, dem peinlichen Altmaier und vielen anderen, deren einzige Produktivität darin besteht, aus guter Luft Schlechte zu machen. Und deren Lebensinhalt scheinbar darin besteht, allen genannten Protagonisten Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Die sich nicht wehren können, weil im Gegensatz zu den Politvögeln ihr Tag nicht aus dem Aufhalten von Händen besteht, sondern aus dem Schaffen ihres Tagewerks. Wobei selbst dieses Handaufhalten vom Bäcker, der Krankenschwester, dem Monteur, dem Zusteller und dem Arzt bezahlt wurde.

Kann es sein, dass die Gesellschaft insgesamt parasitären Existenzen öffentlich zu viel Raum zugesteht?

Nur so ein Gedanke.

6 Gedanken zu “Ein ganz normaler Tag in Deutschland

  1. Nicht nur zuviel Raum, sondern vor allem zu viel Aufmerksamkeit, Redezeit, Geld, und überhaupt Beachtung. Ohne Beachtung und Zuhörer währende alle bald weg vom Fenster. Alles Polit-Schauspieler.

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  2. Sozialistische Ideen (einschließlich PC, Gender, Klimarettung und all der anderen Schwachsinns-Kopfgeburten von Politikern, Weltverbesserern und staatsfinanzierten Intellektuellen) sind ein künstliches Erzeugnis öffentlicher Gelder. Nur die Re-Privatisierung aller Lebensbereiche kann diese Biotope und Brutstätten des kollektiven (bzw. kollektivistischen) Wahnsinns aushungern. Die Enteignungs-Phantasien eines Kevin Kühnert sind schlussendlich nur die logische Konsequenz einer zu Ende gedachten unbeschränkten Demokratie heutigen Zuschnitts, die sich die Politisierung aller Lebensbereiche auf die Fahnen schreibt.

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  3. Kürzlich sagte mir jemand: Bereits vor sechzig Jahren lief die Wirtschaft hierzulande wieder auf vollen Touren. Die Politiker kamen damals aber aus der ersten Gruppe, die Sie beschrieben haben. Die zweite Gruppe gab es so gar nicht. Überspitzt gesagt, findet sich heute kaum noch jemand aus der ersten Gruppe in der Poltik. Sie besteht nur aus der zweiten. Das VOLK hat aber eine große Macht, denn es kann diese Politclowns, wie von YVONNE52 beschrieben, einfach ignorieren. Ohne Beachung sind sie tot!

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  4. Kurze Antwort: ja.
    Lange Antwort (nur ein Aspekt): Merkel zieht auf der Suche nach positiver Anerkennung immer weitere Kreise, denn dort wo sie schon war bekommt sie keine mehr. Es werden aber nicht nur die Kreise immer weiter, auch die Preise werden immer höher. Denn Afrika ist zwar billig, aber auch riesig. Und die Steuerzahler, die ihr all ihre persönlichen Erfolge bezahlen, können nicht erkennen oder dürfen nicht sagen wie emotional korrupt dieses Streben nach gekaufter Anerkennung ist.

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