Hilfe, ich erwärme mich!

Appell an einsame Klimaoptimisten – von Franz Bettinger (frei nach Robert von Loewenstern, achgut)

Ich bin für Klimawandel. Das ist vielleicht extrem, aber nicht dämlich. Ich habe alle Szenarien durchgespielt. Bestenfalls wird die amtierende Diktatorin Herrn Zuckerberg drängen, auch das letzte meines Digital-Spams noch zu tilgen. Im schlimmsten Fall verbringe ich den Rest meines Daseins neben Radikalen wie Nerling, Grell und Sellner in Sicherungsverwahrung, am Leben gehalten mittels veganer Grütze und beschallt mit Dauer-Hymnen auf bzw. Reden von Claudia Roth.

Meinen Namen werden nur wenige im Flüsterton weitergeben. Mein Haus wird der Amadeu Antonio Stiftung zufallen; das viele Bargeld und Gold eingezogen, jedenfalls alles, was ich nicht rechtzeitig in Krüger-Ränder und Bhutan’sche Ngultrum getauscht und versteckt habe, um dem besten aller Deutschlands ein Schnippchen zu schlagen und der bald verarmten Verwandtschaft einen Neustart in einem Himalaya-Kloster zu ermöglichen.

Also noch mal in aller Klarheit: Ich bin für wärmer, und das ist gut so. – Für Wandel zu sein, ist doch eigentlich fortschrittlich. Damit ist man bekanntlich irgendwie links, und links sind heutzutage alle bis auf die Rechten, die früher CDU-Wähler hießen. Von denen sagen einige, den Klimawandel gäbe es gar nicht. Andere sagen: Das gibt’s schon, er ist aber nicht menschengemacht. Und die Dritten sagen, mir egal, es bringt jedenfalls nix, wenn die Deutschen sich deswegen persönlich und industriell ent-eiern. Aber keiner ist explizit für Erderwärmung. Außer ich.

Und deshalb fühle ich mich einsam.  Nun ja, das bin ich gewohnt. Das war früher schon so. Begonnen hat’s, als meine Kindheit mit elf Jahren plötzlich zu Ende war und ich im Gymnasium ‚gut sein‘ musste. Wer gut war, war sofort ein Streber, und Streber vereinsamten, da kannten die netten Mitschüler kein Pardon. Gut sein ging gar nicht. Ich glaube, das war damals schon Rechts.

Zurück zum Thema:
Klimawandel im Sinne von mehr Sommer – wer könnte dagegen was haben? Gerade ging der beste aller Sommer in Neuseeland zu Ende mit windstillen Abenden und lauen Nächten, in denen das Mond- und Sternenlicht durch die geöffneten Türen und Fenster aufs Bett fiel. Ideales mediterranes Klima! Ab und zu auch super-windige Tage mit abenteuerlichem Strandsegeln. Was, Leute, will man eigentlich mehr? Wieso das Gejammere ums Klima?

Und deshalb rufe ich jedem zu, der sich heimlich für die Erd-Erwärmung erwärmt: Du bist nicht allein! Alle anderen mögen mein Elaborat nehmen wie einen Verkehrsunfall auf der A6: schrecklich abstoßend, traurig, aber man schaut hin. 

4 Gedanken zu “Hilfe, ich erwärme mich!

  1. Bei mir geht jetzt der kurze Sommer langsam in die lange Regenzeit ueber. Statt bis zu 38 Grad nur noch bis zu 33 Grad. Noch mehr warm braucht keiner, ist aber so in Aequatornaehe. Klimaanlage laeuft durch.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s