Wir möchten schon, aber…

Wir hören nur dann auf, viel und weit zu fliegen, wenn alle anderen es auch nicht mehr dürfen.

Wir hören nur dann auf, Plastik zu verwenden, wenn es für alle verboten wird.

Wir sparen nur dann Strom, wenn alle anderen auch zum Stromsparen gezwungen werden. 

Wir verzichten nur dann aufs Auto, wenn alle anderen auch verzichten müssen. 

Wir möchten dem Staat Geld geben zur Rettung des Klimas, aber wir tun es nur dann, wenn alle es tun müssen. 

Wir unterstützen ein bedinungsloses Grundeinkommen, aber nur dann, wenn alle gezwungen werden, mitzumachen.

Das ist der Katechismus des „modernen“ Menschen – das moralisch schwindsüchtige Regelwerk willen- und rückgratloser Versager, deren sozialromantisches Wünschen nie zum persönlichen Willen und zur Tat heranreift und deshalb Befehl und Tyrannis braucht. Oder wie Roland Baader es vielleicht sagen würde: die Endmoräne von 300 Jahren nicht bewältigter Aufklärung. Schöne neue Welt.

6 Gedanken zu “Wir möchten schon, aber…

  1. Lemminge verhalten sich so. Gehirngewaschene, abgerichtete Menschen ebenso. Immer zuerst schauen, was die Obrigkeit und alle andern meinen und dann erst mitlaufen. Ja, es wimmelt von Mitläufern.

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    • Ich glaube, da ist noch ein ganz anderer Antrieb dahinter: Nämlich der, nur dann bereit sein, zu „leiden“, wenn andere mindestens – ich betone mindestens! – ebenso leiden. Nur zahlen, wenn der „Reiche“ aber so richtig geschröpft wird. Die irrige und irre Hoffnung, bei der ganzen Sache etwas besser wegzukommen, als andere. Oder wie ein fb-Freund es treffend ausdrückte: Der Glaube, vom Fleischwolf des Angeordneten nur in 10 Stücke gerissen zu werden, während andere in hundert geschreddert werden. Es ist wie in Bezug auf materielle sozialistische Grundsehnsüchte – die grosse Lüge: Es geht nicht in erster Linie darum, für alle mehr zu haben, sondern darum, dass jene weniger haben, die heute mehr haben. Also Neid. Blanker Neid. Und ein Wurmdasein, das vom Vergleich des Eigenen mit Fremden lebt. Nie aus sich heraus. Sehr, sehr klein.

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  2. Nicht der ständig beschworene „Rassismus“ ist typisch für unser Land sondern der tief verwurzelte Neid. Er wird unsere Wohlstandsgesellschaft letztlich zerstören.

    Beispiel: Ein angeheiratetes Mitglied unserer Familie gehörte zu den DDR-Flüchtlingen von 1989. Man suchte und fand im Westen bessere Perspektiven, hat ein eigenes hübsches Haus mit Garten, einen Mittelklassewagen usw. Aber man regt sich über den „Kapitalismus“ und die „Ungleichheit“ auf.

    Auf meinen Einwand, es sei aber doch viel schöner wenn man die Wahl hat, etwa, ob man sich einen Klein- oder Mittelklassewagen und welche Ausführung man sich leisten möchte, statt „Trabi für alle“. Nein, sagte sie, Trabi für alle sei besser, da käme es jedenfalls nicht zu Neid und Missgunst.

    Man könnte das für eine weise Antwort halten, wäre da nicht ihr eigener Neid, der ständig an ihr nagt…

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  3. Ich spare Strom, weil das günstiger ist. Ich verzichte auf das Auto, weil das günstiger ist (d.h., wenn es günstigere Alternativen gibt). Aber bei einem dummen Herdentrieb in die Selbstzerstörung laufe ich nicht mit, auch dann nicht wenn alle anderen es auch tun. An der Stelle trennen sich also die Wege der Schwarmintelligenz von jenen der „bösen Egoisten“.

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