S.O.S.

Sie sagen, der gesunde Menschenverstand, die hergebrachten Regeln, die Vernunft, kurz: der alte Kompass des Koextistierens und Kooperierens, der lange Richtungen wies, Grund gab und Sinn im Tun und im Lassen, sei nutzlos, gar böse. Weil der Mensch heute ein anderer sei. Neu. Weiter. Nicht dreieinig geschaffen – Körper, Geist, Seele (wahlweise Bewusstsein) – , sondern einzig Bauch und Gefühl. In sein Gegenteil verkehrt.

Nicht mehr Individuum, einzigartig und originell. Alle sind gleich, heisst es. Nicht als Inhaber von Rechten und Pflichten vor dem Gesetz gleich, wo es kein Ansehen der Person gibt, sondern als leere Blätter, identitätsfreie Wesen, die sich über gefühlte Merkmale zuordnen, einordnen, beschreiben und formen lassen. Ein Mann ist kein Mann und eine Frau keine Frau. Kinder sind weise und Alte sind dumm.

Nicht nur hartes, sondern alles Brot ist hart, heisst es, jeder Mensch hat ein Recht auf Kuchen. Mehr ausgeben als man hat, schafft Wohlstand für alle und auf Kosten anderer leben ist eine Leistung. Viel und billiges Geld bedeutet Sicherheit und an den Börsen ist diesmal alles anders. Worte reichen, Taten sind nicht vonnöten, Verantwortung und Konsequenzen altbacken und irgendwie rechts. Beiss die Hand, die dich füttert, wenn sie’s freiwillig tut – die Gesellschaft füttert besser und länger. Wer hart arbeite soll nicht mehr verdienen als andere, und wer Erfolg hat soll ihn teilen. Jede Not brauche ein Verbot – erfinderisch sein, sich selber helfen, zupacken, überwinden ist von gestern und auch irgendwie rechts. Blut ist ein soziales Konstrukt und nicht dicker als Wasser, Familie ein altes weisses Konzept aus der Vorzellklumpen-Zeit. Eines jeden Glückes Schmied ist die Gesellschaft, und fassonieren tut sowohl Gesellschaft als auch Glück der Staat.

Lügen sind Ehrlichkeit und Gesetzesbruch ist ein Gebot der Menschlichkeit. Menschenhandel ist humanitär und offene Grenzen Zufall. Das Recht des Stärkeren nennt man Demokratie, Interessenspolitik Minderheitenschutz, Enteignung Gesellschaftsvertrag und Solidarität.

Aber vor allem heisst es, da draussen, ausserhalb der Sicherheit der Fabrik des glücklichen Menschen, lauere der Sturm. Freiheit nenne er sich. Wer sich nicht anschmiege an die fortschrittliche Vernunft ordnungs- und richtungsloser Sinnleere, wer sich hinauswage in das Fegefeuer dieser diamantharten, kristallklaren, rohen Welt persönlicher Verantwortung, sei verloren und verbrannt, gehöre nicht mehr dazu, sei Ausgestossener, allein, ohne Futter, ohne Kompass und Messgeräte. Für immer.

Das Gegenteil ist der Fall – hier draussen funktioniert der alte Kompass noch. Selbstverständliches muss nicht jeden Tag neu ausgehandelt werden. Das schafft Platz. Platz, der einen Namen hat: Leben in Würde. Denn man kann nicht Leben nennen und Würde schon gar nicht, wo einer sich ein Leben lang füttern lässt mit dem faden Brei staatlicher Gerechtigkeit. Wo Motivation, Suche und Sinn sich im Vermeiden des Nicht-Korrekten erschöpfen. Wo erst die Vernunft, dann Verstand und Seele zu Schaden kommen. Wo der Mensch zum schädlichen oder nützlichen Element wird und sich reduzieren lässt auf #wirsindmehr-mässiges zählbares Vieh. Nein – sie ist nicht fortschrittlich, die neue Vernunft – sie ist krank und sie macht krank. Und das kann sich einer, der frei sein und bleiben will, nicht leisten.

Ein Leben in Würde braucht Kraft. Es empfiehlt sich, in dem ganzen Irrsinn nicht nur Wohlstand zu retten, sondern auch das Innerste. Was bringt es, wenn wir mit Volldampf in die absehbare und erwartete Krise reinbrettern und dann feststellen, dass wohl noch Kapital, aber keine Kraft mehr vorhanden ist. Dass wir im Kampf gegen die Lügen, die Unvernunft, die Bösartigkeit des diktierten Kollektiv-Wahns alle Kräfte verausgabt haben, müde sind, mutlos und erschöpft?

Sich rausnehmen ist notwendig – zumindest zeitweise. Aus News ebenso, wie aus digitalen Welten und Diskussionen. Gartenarbeit, Spaziergänge, Literatur, ins Feuer starren, mit der Katze spielen. Nicht aus Resignation, Feig- oder Laschheit heraus, sondern als Gebot der Vernunft. Um Kräfte zu sparen und zu tanken. Denn auch das ist eine Weisheit des alten Kompass‘: In der Ruhe liegt Kraft. Dass alles Politische medial aufbereitet darauf ausgerichtet ist, genau dies zu verhindern, kann deshalb niemanden erstaunen.

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14 Gedanken zu “S.O.S.

  1. Linke wollen nichts leisten, aber gleich viel konsumieren.
    Sehen sie im Sommer den einen auf dem Feld arbeiten, den anderen im Schatten dösen, dann sagen sie: im Schatten dösen ist gut, aber in der Sonne arbeiten ist blöd!
    Sehen sie im Winter den einen von seinen Vorräten gut leben, den anderen vor Hunger und Kälte zittern, dann schreien sie: das ist so ungerecht! Alle sollen gleich viel haben!
    Dass man etwas leisten muss, um etwas zu bekommen, davon wollen sie nichts wissen. Vor allem deshalb, weil sie ganz leicht etwas bekommen können nur durch Schreien!
    Recht wird es erst wieder geben, wenn genug Menschen bereit sind, der Schmarotzerei Widerstand zu leisten. Derzeit ist das unmöglich, daher kommt ein Burn-Out.
    Danach kommt das Chaos, erst später wieder Ordnung.
    Es ist traurig, oder erschreckend, aber es ist so. Menschen sind so dumm. Oder, Dynamiken sind so stark, weil die meissten nur Mitläufer sind. Egal wohin.

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  2. Na,
    was will uns das sagen?
    Wir brauchen nur noch Tiere mit einem gewissen Instinkt und doch bitte schön gut dressiert.
    Wir haben dannn auch nicht mehr (oder jetzt schon?) die Kapazität, zu fragen, wer denn uns die tollen Kunststückchen beibringt – die Frage wird ja auch unter Strafe gestellt“ Und wir sind doch so gerne folgsam, nicht wahr??!!! Für ´nen Appel und ´nen Ei, für ein räppelchen und ´ne Tüte Prestige machen wir doch alles???
    Hmm, gab es da nicht so eine Veröffentlichung von der UN betreff des idealen Menschen im Zeitalter der Postmoderne und des Neo-Humanismuses.
    Na klar, alles Verschwörungstheorie, die angepeilte leicht schoko-braune Mischrasse mit einem IQ von 70-80, ausreichend um die Maschinen zu bedienen, zu dienen, jedoch limitiert genug um …

    Volle Fahrt voraus, ich laß mir doch nicht dieses geile Gefühl nehmen,
    ich doch nicht, ich freies und aufgeklärtes Individuum.

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  3. Diejenigen, die dem Volk das alles verklickern, leben jedoch bekanntlich selber nicht im geringsten nach den ausgebrachten Parolen.

    Jene benutzen eben diese Parolen und konstruierten Belehrungen nur, um das Volk zu lenken und zu ihrem Gunsten monetär zu melken. Um die Sache selbst geht es den linksgrünen selbsternannten Bessermenschen und Mitläufern keine einzige Sekunde.

    Die andere Seite ist: Das desinteressierte Volk, das das alles grösstenteils apathisch hinnimmt und widerstandslos mit sich machen lässt.
    Das Erwachen wird für all die sehr brutal sein.

    LG
    Fronck

    Gefällt 1 Person

    • Hallo und Ahoi Yvonne,

      nicht zu vergessen die lametta-geschmückte Agenda 2030.
      Falls du sie (an-)lesen magst, bleibt dann bei Bedarf das recherchieren der Urheberschaft, hinter dem UN-Vorhang.
      Wohl „nur“ ein weiterer, jedoch finaler Aufguß der „1789“-Nummer, mit der gleichen „Organisation“ in der Regie …

      Wie übergriffig ist die Frage nach den Radieschen im Garten und dem Brennholz?

      Sind wir Mut und Liebe,
      Raffa.

      Gefällt 1 Person

  4. PS: Ansonsten teile ich Deine Einschätzung und mein Leben dreht sich ich um Gartenarbeit, Literatur, Nachdenken, spazieren und mit der Katze spielen. Leider habe ich jedoch Dein Schreibtalent nicht. Seufz!

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  5. Ein Artikel der mich sehr berührt. Ich lese viel kommentiere aber sehr selten. Dieser Artikel entlarvt mich als einen Menschen, der in den letzten Jahren seine Kräfte für die Aufrechterhaltung des Systems verschwendet hat und das gilt auf allen Ebenen, beruflich, privat, gesellschaftlich etc. Ich bin leider mit einer hohen Leidensfähigkeit ausgestattet, des öfteren testiert, für mich wenig hilfreich.

    Ich teile Deine Meinung und spüre es schon seit Jahren, nur an der Umsetzung fehlte es mir:

    „Such Dir einen ruhigen Ort in der Natur und heile erst einmal aus!“ Genau das ist mein Plan, bevor mich der tägliche Irrsinn in den Tod oder die Selbstvernichtung führt.

    Danke für deine Artikel

    Gefällt 4 Personen

  6. Die Mächtigen nutzen die linke Ideologie, um ihre Macht auszubauen bzw. zu festigen. Nicht umsonst stehen werden die Linken von so vielen Wirtschaftstreibenden unterstützt. Die negativen Effekte der Armutsmigration aus Entwicklungsländern betreffen die oberen paar Prozent der Bevölkerung eh nicht wirklich, die können sich davon mit Geld gut abschirmen. Gleichzeitig liefert der überfüllte Arbeitsmarkt aber gute Argumente, um Arbeitnehmerschutz zu lockern und die Löhne zu drücken. Zudem liefern die Migranten auch täglich neue Schlagzeilen mit schockierenden Grausamkeiten, die uns super davon ablenken, wenn still und heimlich Gesetze beschlossen werden, die uns noch mehr in die Abhängigkeit vom Staat und schlussendlich auch Armut treiben werden. Wer als Machthaber keine Wähler will, die sich über das alles Gedanken machen, muss eigentlich fast die Open-Borders Agenda mitpushen.

    Der einfache Linke ist hingegen nur ein williger Gefolgsmann. Es gefällt ihm, einer von den „Guten“ zu sein, die gegen das „Böse“ kämpfen. Er hat schließlich schon von kleinauf in Filmen und Fernsehen genau dieses sehr einfache Weltbild eingetrichtert bekommen. Das Angebot lautet: „Überlass das Denken uns, mach einfach, was wir dir sagen und dafür garantieren wir dir, dass du immer auf der richtigen Seite stehen wirst!“. Dieses nehmen die Linken dankbar an. Wer sich seine Meinung ganz alleine bildet, läuft schließlich Gefahr, auch mal (unbewusst) Böses zu tun. Wer hingegen einfach nur links ist, ist automatisch…

    – moralisch erhaben
    – einer von den guten und edlen Menschen
    – liegt immer richtig (was kann den an Menschlichkeit schon falsch sein?)
    – Mitglied der geistigen Elite

    Der linke Gefolgsmann sehnt sich also einfach nur nach dem Schutz der Gruppe. Er kann in ihr aufgehen und muss sich nicht mehr selbst mit den Problemen auseinandersetzen. Das passt auch perfekt ins Konzept, denn wenn der Linke Probleme hat, sucht er nicht nach praktikablen Lösungen, sondern fordert diese nur von anderen ein, das wars. Trotzdem kann er die Erfolge der Gruppe sich selbst zuschreiben, er hat ja schließlich „geholfen“. Hin und wieder Propagandaparolen nachplappern und Forderungen stellen reicht da allerdings schon und das kann jeder. Selbst das dümmste, unfähigste und verdorbenste Individuum kann sich auf diese Weise anderen überlegen fühlen und das ist nunmal ein Grundbedürfnis der Menschen.

    Das ist im Übrigen dasselbe Konzept, mit dem auch die Kirche seit jeher gut gefahren ist. Die Realität ist ganz offenbar einfach nicht so attraktiv für die Leute, wie eine radikale Ideologie.

    Gefällt 4 Personen

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