Freiheitliches Nichts

Wenn ich mittlerweile auf etwas allergisch reagiere, dann ist es die allseitige und schlagwortartige Beschwörung „unserer Werte“. Wahlweise „unserer freiheitlichen Werte“ oder „unserer westlichen Werte“. Allergisch deshalb, weil man, wenn man es denn ernst meinte, davon im und am Grund nicht sprechen kann, ohne von Gott zu sprechen.

Es geht hier nicht darum, nach der Existenz oder Nicht-Existenz Gottes zu fragen oder darum, Gott „gut zu finden“ oder nicht. Es geht darum, dass es schlicht nicht möglich ist, von „unseren Werten“ im Sinn dessen, worauf wir gründen, was uns zusammenhält und woher wir kommen präzise zu reden, wenn nicht ebenso thematisiert wird, dass sich die Antworten auf diese Fragen in sehr kurzer Zeit radikal verändert und in ihr Gegenteil verkehrt haben. Schlimmer noch: dass Emanzipation offenbar darin besteht, dass man sie umgeht. Es geht darum, dass es kurzsichtig ist und von menschlicher und intellektueller Schmalbrüstigkeit zeugt, nicht zu erwägen und nicht zu erwähnen, dass solches massive Auswirkungen auf den Einzelnen und durch ihn auf die Gesellschaft als Ganzes hat.

Ob es uns gefällt oder nicht: da, „wo wir herkommen“, ist der Mensch gewollt und kein Produkt des Zufalls. Da woraufhin er geschaffen ist, ist er Rechenschaft schuldig. Der Grund, auf dem er steht, ist die Würde des Einzelnen durch seine Ebenbildhaftigkeit mit dem Gott der Bibel (nicht der Kirche!). Die Freiheit, die „wir errungen haben“, ist die Freiheit der Bergpredigt: die Befähigung zum Sieg des Geistes über das Getriebensein von Gier, Neid, Sorgenzerfressenheit, Todesangst, Arroganz und Anmassung hin zur Freiheit im Wissen um die eigene Verantwortlichkeit, Endlichkeit und Grenzen.

Alles, worauf wir gründen hat sich während Hunderten von Jahren davon abgeleitet: Demut, Treue, Fleiss, Selbstdiziplin, Hilfe, Beistand. Der Mensch als Teil der Schöpfung und durch das Wort (Bewusstsein) über sie hinauswachsend und entsprechend in Verantwortung stehend. Gebunden an und in Gott und dadurch befähigt, risiko- und leistungsmässig ohne vor Angst gelähmt zu sein in die Seile zu hängen, buchstäblich alles zu geben. Darauf – auf dieselben Rechte bei und dieselben Pflichten vor Gott – gründete unser Menschenbild, unsere Freiheit, unsere Kultur, unsere Zivilisation.

Wenn also gilt, dass Gott tot sei, der Mensch das Höchste, das Letzte, das Alleinige, dann sollte ehrlicher- und offenerweise auch festgestellt werden, dass unsere Zivilisation tot sei. Es lebt nicht, dessen Wurzeln über Jahrzehnte mit Benzin beträufelt werden. Der Schwung der grossen Räder der Freiheit und damit der Rechtssicherheit und des Wohlstands, ist ein Restschwung des alten Mechanismus‘, die Zahnräder stehen längst still. Neuer Schub, wenn er denn kam, endete bisher stets in der Zerstörung der ganzen Maschine. Ein Neuanfang war in der Regel die Rückkehr in die „uralten Grenzen unserer Väter“.

Denn der Mensch – das 20. Jahrhundert steht Zeuge – war dem eigenen Anspruch und Begehren des Nicht-auf-Gott-Angewiesenseins seit seiner Proklamation nie gewachsen und verfiel immer wieder in eine kranke Zerrissenheit zwischen Grössenwahn und Selbsthass. Dazwischen wie Moden oder Viren maximales Triebgesteuertsein, maximales Abgreifen, maximales Profitieren, maximale Furcht, maximale Missgunst, maximale Panik, maximale Verantwortungslosigkeit und Beeinflussbarkeit – gebunden durch und an Instinkte, die ihm seinen Platz hinter jedem Tier zuweisen.

Vor dem Hintergrund dieses Ist-Zustands von „unsere freiheitlichen Werten“ zu schwafeln ist bestenfalls komisch. Präzise, wahrhaftig und emanzipiert wäre es, davon zu sprechen, dass wir das, „worauf wir einst gründeten“ weggewischt haben, abgeschafft und für überholt erklärt. Dass das, was „uns zusammenhält“, sentimentale Launen und dass die Brücken zu dem Ort, „woher wir kommen“, abgefackelt sind. Dass es sowas wie „unsere Werte“ für einen Grossteil der Gemeinschaft gar nicht mehr gibt. Dass bei derartiger Verweigerung des Blicks in die Vergangenheit jedes „Nie-Wieder“ zur Farce verkommt. Und dass wir dem, was von aussen an uns herantritt, buchstäblich nichts entgegenzusetzen haben, als gefühlsversiffte Slogans und politisch korrekten Zeitgeist.

Es ist höchste Zeit, über Gott zu sprechen. Darüber, was wir an seine Stelle gesetzt haben und setzen. In der Vergangenheit hat diese „Neubesetzung“ stets über Sprachverlust und -verluderung (Wort, Wahrheit, Wissen) in Tyrannei, Elend und Bestialität gemündet. Die Frage ist, ob „wir“ heute weiter sind; ob der Mensch zu einem solchen Weiter in der Lage ist. Alles andere ist eigene Auslieferung an jene, die vorgeben, die Frage für alle beantworten zu können oder beantwortet zu haben – es ist mithin die Aufgabe des Mensch- und Personseins.

12 Gedanken zu “Freiheitliches Nichts

  1. Gott und Gottes Wort wurde leider auch von den Religionen und Kirchen (Islam) massiv missbraucht. Mit Angst und Schrecken vor einem rächenden Gott wurden die Menschen klein und furchtsam gehalten. Mit Hoffnung auf Gottes Vergebung nach dem Tod, haben sie geschuftet und gehorcht. Dieser Gott der Kirchen wurde jetzt abgeschafft, aber leider wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet; und Gott mit viel „Falschem“ ersetzt. Vor allem mit dem eigenen EGO und den einseitig materiellen Bedürfnissen der heutigen Menschen. Mit Machbarkeitswahn und Geld, Macht, Status, oder sogar dem eigenen Körper. (Fitness, Esskultur, endlose Diäten, Influencer/lifestyle) Daneben bedienen die Megafirmen wie Amazon, Google, Apple die Bedürfnisse vieler Menschen nach Kommunikation und Information. Sofort! (Ersetzt weitgehend das Selber-Denken) Und die Politiker aller Länder wollen eh Gott spielen und ersetzen; und die ganze Welt nach ihrem Gusto neu ordnen. (Die neue Religion) Gottlos eben! Dies bekommt vor allem auch die Natur und die Tiere zu spüren. Kein Respekt vor dem Leben und kein Mitgefühl! Dies auch obwohl „die Grünen“ lautstark das Gegenteil behaupten und jetzt sogar „das Klima“ retten wollen. Alleine! Der Mensch hat sich von Gott weitgehend abgewandt und wird deshalb immer mehr grössenwahnsinnig, plemplem oder sogar radikaler, mordender Allah-Anhänger. Die gottlose Welt bricht langsam auseinander und niemand scheint es zu merken.

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  2. Danke für deine klaren Worte hier.

    Mir ist auch seit Wochen so ein difuser Gedanke zu eigen, der sich wunderbar an deine Worte schmiegt.
    Auch wenn es einer Sysiphus-Arbeit gleicht, würde ich gerne mal den Saldo darstellen, welcher die „Taten“ und Errungenschaften dieses „Humanismusses“(;-) darstellt…
    Dummerweise werde ich dabei immer wieder an ein Prinzip erinnert, wo eben die Dinge auf den Kopf gestellt werden, in ihr Gegenteil verkehrt werden…

    Schauen wir dann aus dem Fenster, erkennen wir, wie mit tollster Propaganda und Subventionen die Mehrheit zum Klatschen und Schweigen, zur Toleranz der besonderen Art animiert wird.

    Und doch suchen die Menschen, in der Mehrzahl noch … – nach tragenden, liebevollen und „befriedenden“ Werten,
    doch die Propaganda und auch die sorgsam und von langer Hand eingeimpften Denkmuster und Handlungsstrukturen sorgen dafür,
    diesem Buch, diesem Handbuch, dieser Offenbarung feindlich und abweisend gegenüber zu stehen –
    ja, man erkennt noch nicht mal die Offensichtlichkeit, welche Mächte und Organisationen dafür gesorgt haben – obwohl das für jeden kritischen Intellektuellen mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl sein sollte.

    Wo wir dann wieder bei der „Zersetzung der `Selbst-denk-Kraft´angelangt wären.

    Haben wir Mut, gegen den Trend zu lesen, zu studieren, zu erkennen – auch oder Gott-sei-Dank auf die Gefahr hin mehr als nur Erkenntnis zu erlangen.

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  3. Danke für die wie immer klugen Worte!

    Dazu ein paar persönliche Gedanken: Ist die Gesellschaft gespalten? JA. Wir verstehen uns einfach nicht mehr. Ich wage zu behaupten, dass wir uns deshalb nicht verstehen, weil Gottes Plan genau das vorsieht:

    Jesus: „Glaubt ihr, ich bin gekommen, um der Welt Frieden zu bringen? Nein, ich bin gekommen, um Zwietracht zu säen! Von nun an werden ganze Familien auseinander brechen, weil drei für mich und zwei gegen mich sind – oder umgekehrt. Es wird zu Streit zwischen Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegermutter und Schwiegertochter kommen.«

    Daraufhin wandte Jesus sich an die Menge und sagte: »Wenn ihr seht, wie sich im Westen Wolken bilden, sagt ihr: `Es wird Regen geben.´ Und ihr habt recht. Wenn ein Südwind weht, sagt ihr: `Heute wird es heiß werden.´ Und genau so ist es. Ihr Heuchler! Die Erscheinungen der Erde und des Himmels versteht ihr zu deuten, aber die Zeichen dieser Zeit könnt ihr nicht deuten. Warum könnt ihr nicht selbst entscheiden, was richtig ist?« (Lukas 12, 51-57)

    Gläubige, die sich an der Kirchen orientieren, verfügen oft bei weitem nicht über die Erkenntnis jener Menschen, die sich ausschließlich an der Bibel orientieren. Zum Beispiel das hier: In 2. Korinther 4, Verse 3-4 lesen wir, dass Satan der Gott dieser Welt ist. Kaum einem ist das bewusst, aber es ist ein wichtiger Schlüssel für weitere Erkenntnis.

    Wir, die wir irgendwann einmal mit dem Christentum in Berührung gekommen sind, Ex-Christen oder Mitglieder einer kirchlichen „Wohlfühlgemeinde“, müssen uns von Vorstellungen lösen, die uns als Kinder geprägt haben und die nur allzu gerne verkündet werden und bei denen der Eindruck entsteht, dass es im Christentum ausschließlich um Sanftmut, Milde, Verständnis, Anpassung und Liebe geht. Ja, darum geht es, aber es geht auch darum, dass wir uns in einem (geistigen) Krieg befinden.

    Wenn Jesus von Zwietracht und Schwert spricht, meint er nicht, dass wir als Christen Zwietracht säen und das Schwert erheben sollen, sondern dass wir als Christen, als Folgen unseres Bekenntnisses, Zwietracht und das Schwert ertragen müssen.

    Jesus macht uns deutlich, dass wir verkannt, verleumdet und angefeindet werden und sogar mit erheblichen Nachteilen, bis hin zum Verlust des Lebens, rechnen müssen, wenn wir uns zu ihm bekennen.

    Wer das weiß, wird sich zwar womöglich weiterhin ärgern aber nicht mehr darüber wundern, dass viele Menschen – darunter leider oft wichtige Multiplikatoren wie Politiker, Medienbeschäftigte aber natürlich auch die falschen Hirten – zur „anderen Seite“ gehören und uns schon deshalb feindlich gesonnen sind. Ihre „Werte“ sind nicht die unsrigen weil ihr geistliches Haupt nicht der Christus der Liebe sondern „Fürst dieser Welt“ ist, der „in der Luft herrscht“, vergleichbar einem Radiosender. Und jeder, der für dessen Frequenz empfangsbereit ist, steht unter seinem mächtigen Einfluss. Ein „Störsender“ (aufrichtiges Gebet) kann durchaus etwas bewirken. Auch das muss wieder eingeübt werden.

    Kann man erkennen, wer die falschen „Werte“ vertritt? Jesus selbst sagt „an ihren Früchten könnt Ihr sie erkennen. Dazu ein kleiner Tipp: Wie man ganz gut die einen von den anderen unterscheiden kann, ist die Haltung zu Israel. Israel war, ist und bleibt der Adressat zahlreicher Verheißungen. Es wird spannend werden, wie sich die noch ausstehenden Versprechungen Gottes erfüllen. Israel ist wieder in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt, wie es in Sacharja 12,3 verheißen ist. Insofern gilt Israel als „der Zeiger an der Weltenuhr Gottes“.

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    • Besten Dank für deine weiterführenden und ergänzenden Gedanken und Erinnerungen Frapedo.

      Betreff deiner Aussage bezüglich Israel:
      „Dazu ein kleiner Tipp: Wie man ganz gut die einen von den anderen unterscheiden kann, ist die Haltung zu Israel. Israel war, ist und bleibt der Adressat zahlreicher Verheißungen.“;
      frage ich mich, auf welche Verheißungen du hier ansprichst.
      Magst du mir auf die Sprünge helfen??

      Liebe Grüße,
      Raffa.

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      • Liebe Raffa,
        lies dazu mal den Römerbrief Kapitel 9-11. Darin beschreibt Paulus die Zukunft für das Volk Israel. Das Beste kommt noch, wenn Jesus Christus sichtbar zum zweiten Mal hier auf Erden erscheint als Messias für sein Volk Israel. Wunderbar auch der Prophet Jesaja – darin findest du eine Fülle an noch ausstehenden segensreichen Verheißungen für Israel.

        Liebe Grüße
        Anton

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      • Danke für deine Worte Anton,

        ich befürchte, daß es, auch was Frapedo schrieb, da ein kleines Definitionsproblem gibt, was „Israel“ angeht –
        oder wer oder was ist das Volk Israel… jetzt und auch vor 2000 Jahren.

        Ich wollte zudem nicht voreilig sein, bei meinem ersten Kommentar,
        sonst hätte ich das Gleichnis Jesu gebracht mit den/m Weingärtnern, den Knechten und dem Sohn …
        siehe Lukas 20, 9 ff/ Markus 12, 1-12//Matthäus 21, 33-46

        … und auch, daß da derzeit viele andere, erstaunliche Deutungen und Auslegungen gibt, bezüglich eines 3. Tempel, eines weltlichen Reiches etc.

        Des Menschen Anstrengungen sind halt erstaunlich.
        Lieben Dank Anton,

        alles Liebe,
        Raffa.

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  4. Jeder Gott und alle Goetter wurden von Menschen erfunden. Das sieht man schon daran, dass es in der Geschichte und weiterhin ganz verschiedene Gottesinterpretationen gab und gibt.

    Der Gott der Genesis war/ist ein ordnender Gott. Er unterscheided Himmel und Erde, Tag und Nacht, Wasser und Land, etc., schliesslich auch gut und boese. Der Mensch der Genesis ist kein in Frage stellender, die Ordnung ergruendender Mensch, sondern einer der willkuerlich/zufaellig gegen die Ordnung verstoesst, und mit den Konsequenzen leben muss. Ich finde, das bleibt weiterhin eine zutreffende Zustandsbeschreibung.

    Nietzsche hatte recht, in dem Sinne, dass der europaeische Gott, dessen vermeintliche Ordnung breit akzeptiert wurde, tot ist. Genderisten versuchen sich in einer Chaotisierung (Entropisierung) der Geschlechter. Klimapropheten sehen eine Ordnung in einem chaotischen System. Sozialisten versuchten im 20. Jh. eine neue Ordnung brutal durchzusetzen (und manche wollen einfach nicht aufgeben). Ihre Frage danach, ob „wir“ heute weiter sind? Ja, wir wissen eigentlich schon, gegen welche natuerliche (oder gottgegebene) Ordnung wir besser nicht verstossen sollten, da die Konsequenzen toedlich sind. Vielleicht muss es wirklich immer mit der Ausweisung aus dem Paradies enden, damit es wirklich jeder erkennt. Insbesondere Deutschland arbeitet daran „beispielhaft“. Die arbeiten an der Vernichtung des selbst geschaffenen Paradieses.

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    • Jeder Gott und alle Götter wurden von Menschen erfunden. Stimmt! Wir haben Gott nach „unserem“ Bilde gemacht. Ein rachsüchtiger alter Mann im Himmel, der über Gut und Schlecht urteilt und auch schon mal mit Untergang und Mord droht. Dieser Gott ist tot. Die Frage bleibt jedoch, wer das Universum, die Gestirne, den Planeten Erde mit der Natur, den Tieren und Menschen geschaffen hat. Der Mensch? Schwerlich! Also gibt es eine Kraft, die göttlich ist und ordnend erschafft. Der Mensch hingegen ist eifrigst bemüht, diese Ordnung aus den Fugen zu heben und alles selbst (besser?) ordnen zu wollen. Dies ist die Hybris. Es geht gar NICHTS ohne Respekt vor einem Schöpfer, dem Leben, oder einer göttlichen Macht. Kooperation mit der Natur (der Schöpfung) ist gefragt; und nicht das ständige Überwinden oder Ersetzen (Besserwissen) von Gott und der Natur. Für Profit (Geld) und Macht wird ja heute alles verkauft und verramscht. Für das Göttliche hat es keinen Platz mehr. Der Mensch ist komplett Respekt- und Gott-los geworden. Die mordenden „Gotteskrieger“ des Kalifats sind nicht besser. Auch sie wissen besser als Gott selbst, was Allah wünscht. Wird kaum wahr sein. Das Problem ist, dass der Mensch Gott nach seinem Bilde gemacht hat, statt dass er sich demütig als Gottes Schöpfung begreift. Schon damals und immer noch totale Hybris.

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  5. Meine Reaktion auf „unsere Weite“ ist die: wer ist wir? Denn zweifellos meinen die Propagandisten von „unsere Werte“ immer nur ihre Werte, daran erkannbar dass sie „Abweichler“ (eigentlich Konkurrenten) bekämpfen. Demokratie wäre, wenn es eine Wahlmöglichkeit gibt, wenn es mehrere und auch unterschiedliche Parteien gibt – mit unterschiedlichen Werten. Allerdings wird das alles zugunsten der „liberalen Demokratie“ zunehmend verengt.

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  6. Das Prinzip Gott (linguistisch wohl von: zu Kultzwecken gegossene/geformte Figur) hat in der primatischen Geschichte immer den primären Zweck, eigene Werte / Ziele anderen aufzunötigen bzw. zu „-nudgen“. Davon losgelöst wiederum ist es – ganz abstrakt – eine Form der Visualierung von Ideen.

    Ich jedenfalls bin allein einer Entität „Rechenschaft“ schuldig: mir selbst – in ureigenster Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Die Gottesidee ist wie ein Schnuller für jene, die sich selbst nicht über den Weg trauen oder Eigenverantwortung loswerden wollen – in welcher Form such immer.

    Die Frage nach der Existenz von Göttern, deren Anzahl und noch mehr deren „Wille“ ist – rein analytisch und ehrlich betrachtet – inhaltsfrei, weil alle damit verbundene Zubehauptung von Parametern (gleich welcher Art) durch Menschen letztlich wiederum Projektion ihrer ureigensten Wünsche ist. Dazu gehört ebenso die Behauptung, die Existenz sei reiner Zufall. Atheismus ist ebenso Religion wie Theismus, weil scheinrationales Überzeugungskonstrukt.

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    • Frage: Deine Auffassung legt nahe, dass der Mensch „nur“ geistiges und körperliches Wesen sei – ist er nicht auch ein geistliches Wesen? Und ist der tätige Glaube, der dem Glaubenden erlebbare Wirklichkeit ist, wirklich einfach damit wegzuwischen, dass er dann halt zu schwach sei für die Einsicht seiner Begrenztheit und dass er Angst habe? Oder anders gefragt: Gibt es in Deinen Augen eine geistliche Dimension nicht?

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