Der Wahn kollektiver Macht

Kollektivistische Ideen sind immer grössenwahnsinnige Ideen. Sie speisen sich aus einem übersteigerten Geltungsdrang, der sich bei genauerer Betrachtung als profanes Bedürfnis nach neuen Höhen der Selbstbewunderung entpuppt. Als Narzissmus von Menschen, die sich „fortschrittlich“ von allem Bewährten losgelöst und „emanzipiert“ haben und nun Sinn- und Heimatersatz suchen in einer Illusion kollektiver Macht, die der Mensch nie hatte und zum Glück nie haben wird. Die Macht, das „Klima“ zu verändern oder zu retten, die Macht,“Gerechtigkeit“ herzustellen, die Macht Glückseligkeit und Heil zu organisieren.

Der Moment, in dem sich diese Macht aber als das offenbart, was sie ist – ein ohnmächtiger Wahn -, ist auch der Moment, in dem hinter den heeren Parolen die reale Natur solcher Retter und Menschenfreunde sichtbar wird. Eine Natur unreifer, labiler, selbstischer, ungefestigter Kindermenschen, die, vollkommen unbelastet von der Anstrengung tätiger Empathie, Kenntnis und Kompetenz, in Wahrheit nur ein Argument und eine Waffe haben: Sich selbst und die eigene Bedeutungslosigkeit.

Darum sind sie nur im Kollektiv stark, darum sind sie taub für Ideen und Argumente. Eine solche „Bewegung“ ist nie positiv, nie ein optimistischer Aufbruch in Neues, Unbekanntes, nie ein Ausreizen und Ausloten der Grenzen – es ist ein Fest des Lebensüberdrusses, der Lebensangst, der Komplexe und des Ressentiments gegen alle, denen die Last des Lebens Herausforderung, Freude und Liebe ist. Gibt man solchen Menschen politische Macht, dann werden sie ihren Wahn in Gesetzte giessen. Und jedes Kind weiss, wo es Gesetze gibt, gibt es auch das dazugehörige Verbrechen und den passenden Schuldigen. Und Schuldige richtet man hin,

Kollektivistische Ideen enden, wenn sie umgesetzt werden, immer in Terror und in Blut und nennen sich „Tugend“ und „Moral“.

8 Gedanken zu “Der Wahn kollektiver Macht

    • Stimmt lieber Knipser; allerdings hast Du vergessen, dass es auch den reinen Kapitalismus-ohne-grenzen ermöglicht. Es ist dieses System dessen Früchte man heute in Chile sieht.

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  1. Der Wahn kollektiver Macht hat immer ins totale Elend geführt. Warum eigentlich scheint der Mensch aus der Geschichte nichts zu lernen? Und heute? Die Macht des kollektiven Wahns scheint ungebrochen und schreitet voran. Kein Wunder bevorzuge ich ein Einsiedler-Dasein. Alles andere macht mir langfristig Angst, weil Gruppen und Kollektive dazu neigen, immer extremer zu werden, im Rausch ihrer Gruppenidentität und ihrer Rettungsphantasien. Ich will von denen auf keinen Fall „gerettet“ werden, vielen Dank auch. Es erinnert alles irgendwie so an Sekten mit Realitätsverlust und Verblendung. Dazu gesellt sich dann auch noch die political correctness, die den Ausschluss von „Andersgläubigen“ noch erleichtert. Heilige Inquisition, wie furchtbar.

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  2. Was das Kollektiv angeht, gebe ich Ihnen sofort recht, was die Qualität seiner Protagonisten angeht, auch (labile Kindermenschen). Ihr Wirkungsgrad geht gegen Null, wir haben ein Häufchen Elend oder Asche als Ergebnis.
    Wie ist das Gegenmodell? Da gibt es Architekten wie Peter Behrens, Mies van der Rohe oder Norman Foster, da gibt es Autobauer wie Ferdinand Porsche und Politiker wie Konrad Adenaure, Franz-Josef Strauss und Helmut Schmidt. Es sind einzelne und einzigartige Könner, deren Ergebnisse durch Diskussion mit anderen nur abgeschwächt würden.
    Meine ernsthafte Frage an dieser Stelle: War Herr Porsche vielleicht ursächlich aleine für den Beginn des deuschen Wirtschaftwunders verantwortlich, ohne Herrn Nordhoff zu vergessen?

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    • Mn vergesse nicht Carl Borgward dessen Firma von der Deutschen Bank zusammwen mit Mercedes geziehlt kaputt gemacht wurde. Man schaue sich Borgward´s Kreationen an und man nur staunen.

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