(Öko)-Totalitarismus

Statements zur Thematik „Sozialismus auf Samtpfoten“ anlässlich der 7. Ludwig von Mises Konferenz – Zusammengestellt von Andreas Tiedtke

„Unter Schlagwörtern wie Klimaschutz oder Bargeldverbot versuchen politische Agitatoren, einen sozialistischen, allumfassenden Wohlfahrtsstaat aufzurichten.“ (Thorsten Polleit)

„Es wird eine Gesinnungs- anstatt einer Verantwortungsethik propagiert, die Geldpolitik ist eine Enteignungspolitik, die Folgen der Energiepolitik sind fatal, man versucht, das Weltklima auf‘s Grad genau zu bestimmen, und eine Befehlswirtschaft mit diktierten Preisen für Wohnen und Arbeit führt geradewegs in eine erzwungene Ameisenhaufengesellschaft.“ (Andreas Marquart)

„Ein Phänomen der Babyboomer ist der anzutreffende Schuldstolz. Ein unendlich bedürftiges Ego verinnerlicht Schuldgefühle und entwickelt als kreative Leistung der Psyche den Schuldstolz, also moralischen Stolz darauf, größtmögliche Schuld verinnerlichen zu können. Dabei bedienen sie sich verschiedener Schuld-Narrative, verschiedener „Pools“ sozusagen, von der NS-Vergangenheit bis hin zum Klimawandel. Es gibt viele solche Pools, es ist ein psychischer Wellness-Bereich. Und bei der Schuldableitung hilft ihnen, dass ja nur die Hälfte „wirklich“ schuld ist, nämlich nur die Männer: der alte, weiße Mann.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein einziges Mem gereicht hat, damit sie sich für den Klimawandel schuldig fühlen: Das 97%-Mem, also dass angeblich 97% der Wissenschaftler einig wären, dass der Klimawandel menschengemacht sei. Dabei ist die Diskussion in Wirklichkeit offen, und es sind nur 97% der Alarmisten einer Meinung. Noch 2015 äußerte die Deutsche Meteorologische Gesellschaft, dass es unstrittig sei, dass die Menschengemachtheit des Klimawandels nicht bewiesen sei. Aber die Generation der Babyboomer behandelt das menschliche Handeln als kausal; dass auch eine Korrelation (scheinbarer Zusammenhang) vorliegen könnte, wird überhaupt nicht in Betracht gezogen.

Hingegen übt man sich in der Ausgrenzung und Verächtlichmachung von anderen, also der Schuldableitung: In der Klimadebatte lässt man nichts mehr anbrennen. Andersdenkende wurden erst als Klimaskeptiker bezeichnet, bald darauf als Klimaleugner, was sie in die Nähe zu den Holocaust-Leugnern stellt, was in Deutschland ein Straftatbestand ist. Mittlerweile gibt es sogar den Begriff des Klimaschädlings. Wenn man den Begriff Klimaleugner bei Wikipedia nachliest, denkt man, es handelte sich um eine Krankheit. Es wird beschrieben, dass es bei Männern und Menschen aus Ostdeutschland überhäufig Klimaleugner gebe. In einem Psychotherapeutenjournal wurde bereits die Idee geäußert, Klimaleugner zwangsweise zu therapieren, weil eine Eigen- und Fremdgefährdung vorliege. Man denke an Leute, die ihre Nachbarn einweisen lassen wollen, weil diese im Garten grillen oder Kurzstrecken mit dem Flugzeug fliegen.“ (Raymond Unger)

„Der Neo-Marxismus kann mit Max-Horkheimer (1895 – 1973) wie folgt beschrieben werden: Die Verelendung des Proletariats fällt heraus (weil sie nicht stattgefunden hat). Freiheit und Gleichheit (Gerechtigkeit) sind dialektische Begriffe. Zwischen ihnen gibt es einen trade-off. Mehr Freiheit führt zu weniger Gleichheit, und umgekehrt. Das Gute in der Gesellschaft ist nicht bestimmbar. Aber das Schlechte, die negativen Seiten sind bestimmbar – und zu verändern. Ein Beispiel ist die heutige Klimahysterie. Es findet keine Abwägung mehr statt, sondern die negativen Seiten alleine zählen – und sind um jeden Preis zu bekämpfen.

So kann man mit einem Klimaschutzprogramm, das radikal umgesetzt wird, Massenarbeitslosigkeit und Verelendung herbeiführen, sodass dann nach der Rettung durch den Sozialismus gerufen wird.

Der Neo-Marxismus setzt also auf das Erringen immer neuer intellektueller Positionen, über die er die Deutungshoheit erlangt. Schritt für Schritt geht es Richtung Sozialismus, der Marxismus auf Samtpfoten geschieht durch eine Unterwanderung der Medien und gesellschaftlichen Institutionen, und wir sind die Zeitzeugen dieses Vorganges.“ (Antony Mueller)

„Wenn beispielsweise die politische Aktivistin Greta Thunberg sagt: (1.) Listen to the scientists! (Hört auf die Wissenschaftler!) und (2.) I want you to take real action! (Ich will, dass ihr jetzt wirklich etwas unternehmt!), dann will sie, dass auf bestimmte Art und Weise gehandelt wird, und zwar so, wie sie es subjektiv möchte. Denn selbst wenn man das, was die Klimatologen behaupten, als wahr unterstellt, heißt das auf der Ziele- oder Willensseite nicht, dass etwas Bestimmtes gewollt werden müsste, da Wollen subjektiv ist. Es kann niemals aus Wenn-Dann-Aussagen auf ein Wollen oder Sollen geschlossen werden.

Wünschen und Wollen sind fundamental unterschiedlich

Die Argumentation der politischen Aktivisten ist natürlich, dass der Wille folgen MUSS, wenn sie so dramatische Dinge ansprechen wie den Weltuntergang in einer Klimakatastrophe oder Armut oder hohe Mieten. Niemand kann so etwas doch wollen, und dann müsse eben alles unternommen werden (whatever it takes!), um solche Zustände zu verändern. Hier vertuschen die Argumentierenden den Unterschied zwischen Wünschen und Wollen. Wünschen und Wollen sind fundamental unterschiedlich. Wünschen ist ohne die Realisierung im Handeln möglich und ohne die Kosten der Realisierung.[9] Wünschen kostet nichts, es ist infantil (kindlich) und tatenfern. Was gewollt wird, wird hingegen im Handeln offenbar und ist stets mit Kosten verbunden. Die Kosten sind das subjektive Maß für die Unerwünschtheit, die Handelnde mit ihrem eigenen Tun verbunden sehen.

Wer seinen Willen anderen aufzwingen will, missachtet fremdes Wollen, die Kosten nicht tragen zu wollen.“ (Rolf Puster)

„In den USA wird er [demokratischer Sozialismus] prominent vertreten von Politikern wie Ocasio Cortez oder Bernie Sanders, in Deutschland fordern Politiker wie der JUSO-Chef Kevin Kühnert die Verstaatlichung von Automobilkonzernen, sozialistische Ideen werden mit sogenannten Klimapaketen umgesetzt und der Intellektuelle Richard Precht fordert mehr Verbote.“ (Philipp Bagus)

„Das Wort Kapitalismus stammt von dem deutschen Soziologen und Volkswirt Werner Sombart (1863 – 1941) und hat heute fast ausschließlich negative Konnotationen (Bedeutungsinhalte). Das, was Mises und andere Ökonomen der Österreichischen Schule unter Kapitalismus verstanden, war Folgendes: Erstens befinden sich die Produktionsmittel in Privathand, zweitens wird Geld als Tauschmittel genutzt und drittens gibt es freien Wettbewerb. Diesen Kapitalismus hat es historisch nie gegeben! Dort, wo es Fragmente von Wettbewerb oder privater Produktion gab, wuchs die Bevölkerung, Frieden und Wohlstand nahmen zu und die Armut ging zurück – und dies, obwohl nur Fragmente „zugelassen“ wurden.

Nur der Kapitalismus kann als Wirtschaftsform dauerhaft friedlich durchgeführt werden, das hat Ludwig von Mises bereits nachgewiesen. Aber wie kommt es dann, dass so viele Menschen eine antikapitalistische Mentalität haben? Polleit nennt 4 Punkte: 1. Mangelndes Wissen. Den Menschen fehlt es schlicht an ökonomischem Sachverstand, der auch in den Schulen nicht gelehrt wird. 2. Absichtlicher Irrtum. Die Kulturmarxisten verschweigen auch bewusst die Vorteile des Kapitalismus, weil er ihrer Agenda entgegensteht. 3. Psychische Störung. Psychopathen sind rücksichtslos und nicht zur Empathie fähig, Soziopathen sind zwar zu Empathie fähig, handeln aber trotzdem asozial. Solchen Menschen hilft es, anderen zu schaden. In einer kapitalistischen Gesellschaft, in der nur der freiwillige Austausch legitim wäre, hätten sie keinen Raum für ihr asoziales Verhalten. Im Sozialismus hingegen, der methodisch mit Zwang vorgeht, können sie Schlüsselpositionen besetzen, an denen sie großen Schaden anrichten können. 4. Neid und Missgunst. Die eigene Unzulänglichkeit wird im freien Wettbewerb sichtbar. Enttäuschter Ehrgeiz wird auch noch bloßgestellt. Die Enttäuschten suchen sich Sündenböcke und leiten Neid und Missgunst ab in antikapitalistische Einstellungen und Handlungen. Der Sozialismus wendet sich an den Neid, und so erreichen sie Genugtuung für die empfundene Zurücksetzung.“ (Thorsten Polleit)

2 Gedanken zu “(Öko)-Totalitarismus

  1. Alter Spruch: Zwei Seiten der gleichen Medaille, welche man zu der hier angerissenen Thematik mal in den Raum stellen darf.
    Oder auch die Erweiterung der hier angesprochenen Entwicklung, die Globalisierung der Doktrin oder auch „Blaupause“:
    Inter-National.Sozialismus und denkst du, lieber Mitleser jetzt an das 1000-jährige Reich, dann sei eingeladen, weiter zu gehen …. hinter die Vorhänge
    und wie schnell landen wir beim Faschismus, wo uns die heutigen Lee(h)rbücher verkaufen wollen, daß dies eine „Erfindung“ des 20 Jahrhunderts sein soll und das Teil-Copyright bei den „Polit-Darstellern“ Mussolini und Hitler liegt.
    Schaut man sich nur die verwandten Symbole an oder getraut sich weiter runter oder tiefer zu „brechen“, landet man bei dem Prinzip der Vereinigung von Staat und Wirtschaft — zwei Seiten einer Medaille – hatten wir doch genau so in den Kommunistischen Staatsformen.
    Gehe ich noch einen Schritt weiter, im Geiste und in der Zeit, so lande ich bei den alten Römern
    und es kommt noch eine „Staats-Religion“ dazu, ohne die ja auch nichts geht, oder? bzw. im römischen Reich gegangen ist. Im Kommunismus war die „Staats-Religion“ der Atheismus, ohne den ja auch nichts gegangen ist – ja, der kleiner Narr hier, der Prinzipien-Reiter (;-),
    doch unterm Strich und Hand auf´s Herz … dieselbe Chose, n´est pas?

    Und so darf sich der geneigte Leser Ffragen, was sich derzeit zusammen braut, ohne den Über-Blick zu verlieren, der „Exclusivität den Vorrang zu geben, sondern in dem Fall mal an „Inclusion“ (;-) zu denken.
    Schauen wir uns nur mal die aktuellen Player, deren Polit-Darsteller an …

    Keine Frage, die Zeichen stehen auf Sturm,
    Raffa.

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