Aluhut oder kein Aluhut? Frage in die Runde

Damit ich sie stellen kann, erscheint es angebracht zu erwähnen, dass ich zu der Gattung „lebenstüchtig und menschenflüchtig“ zähle. Ein Minimum an zwischenmenschlichen Kontakten trifft auf eine Realität, die zu grossen Teilen in meinem Gehirn und im Garten stattfindet. Entsprechend eng gesteckt sind die Grenzen. Und wenn Leute mir schreiben, sie zweifelten an meinem Verstand, dann rennen sie damit offene Tore ein – das tue ich selber oft genug.

Zudem sind Geschichten, besser: Intrigen, Verschwörungen, Seilschaften als Verfasserin von Polit-Thrillern mein Beruf. Von Verschwörungstheorien sagt man nun, es seien die Rettungsanker derer, die mit den unerwünschten und nicht vorhersehbaren Wirkungen menschlichen Handelns nicht zurande kämen und zu diesem Behuf hinter allem den planenden Willen von Individuen oder mächtigen Gruppen vermuteten. Alles, um eine Art Ordnung in das Chaos zu bringen, das dem Leben innewohnt. Oder anders gesagt: Lieber einen bösen Plan, als keinen Plan.

Ist mir mein Aluhut bereits über die Stirn und runter bis Oberkante Unterlippe gerutscht – was die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn beeinträchtigen könnte -, wenn die Freude über das GB-Votum einen galligen Beigeschmack hat? Wir leben in einer Zeit, in der Worte von Politikern, Zentralbankern und anderem öffentlichkeitswirksamem Personal im Sinn des nobelpreisgekrönten Nudgins längst mehr Gewicht haben, als Taten. Entsprechend ist das Heer an spezialisiertem Personal, das – ähnlich wie im Fall der Protokolle im Bereich der Diplomatie – quasi jede Silbe einer Verlautbarung auf ihre mögliche Wirkung abklopft. Politiologen, Sozial- und Sprachwissenschaftler, Psychologen, PR-Berater, Redenschreiber. Dafür werden hunderte Millionen ausgegeben im Politbetrieb.

Und jetzt – Hoppla!!- soll man sich nicht bewusst gewesen sein, was man in GB damit auslöst, wenn man just in den zwei Wochen vor den Wahlen die PR-mässige Bazooka in Sachen Öko-Diktatur in Brüssel auspackt? Die Geldpolitik via EZB, die Investitions- und Förderpoliitik via EIB und die gesamte kontinentale Ausrichtung via New Green Deal? Ein unglücklicher Zufall, dieser ganze Mann- auf-dem-Mond-Moment? Bloss das Versehen einer abgehobenen Gilde von Klima- und Multikulti-Arschkriechern?

Ich kann mir nicht helfen – es fällt mir schwer, das zu glauben. Mein Gehirn schwadroniert ganz ohne mein Zutun von Dingen wie der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Tranformation Festlandeuropas zur gut handhabbaren Pufferzone. Von „Defender 2020“ (arme Viesegrad-Staaten!!). Und bringt mir Sätze in Erinnerung wie diesen hier: „Die unmittelbarste Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass kein Staat oder Staatenkombination die Fähigkeit erlangt, die Vereinigten Staaten aus Eurasien zu vertreiben oder ihre entscheidende Schlichtungsrolle erheblich zu verringern. (…) Für Amerika ist Eurasien der wichtigste geopolitische Preis“ von Zbigniew Brzeziński.

Aluhut oder kein Aluhut? Und wenn ja: schon über die Augen gerutscht oder nicht?

6 Gedanken zu “Aluhut oder kein Aluhut? Frage in die Runde

  1. Im Gegensatz zu den war-hawks, die in den USA das BIP mal schnell steigern, wenn sie mal wieder einen Krieg anzetteln, guckt Trump viel mehr auf die Handelsbilanzen. Europa/EU steht fuer ueber ein Viertel der USA Exporte, und ca. 20% deren Importe, ist damit die einzige Region, mit denen die ungefaehr eine ausgeglichene Handelsbilanz haben. Die cold war Betrachtung als Pufferzone entspringt wohl eher der Ansicht der war-hawks. Trump ist pro Brexit, weil die USA dann mehr nach UK exportieren kann, ohne die Zoll- und Zulassungsschranken der EU.

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  2. Na klar ist das alles nur Show für das dumme Volk. Egal in welchem Land. Demokratiesimulation hier wie dort, den Leuten wird etwas vorgegauckelt um das Volk ruhig zu halten.

    Unser Schicksal in Europa ist längst entschieden, fast möchte ich besiegelt schreiben. Und je mehr das Volk aufwacht, desto härter werden die Massnahmen und ‚Antworten‘ . Und je klarer wird die Agenda, die ‚sie‘ in Wahrheit verfolgen.

    Das Volk ist dabei nur Verfügungsmasse, allerdings lassen die Meisten das auch gern mit sich machen. Im übrigen gelange ich mehr und mehr zu der Überzeugung, dass wir alle seit ein paar tausend Jahren systematisch belogen werden, eben zur reinen Verfügungsmasse und Kanonenfutter gemacht, in (unnötiger) Angst zur Kontrolle und Unterdrückung gehalten. Die Masse, sofern überhaupt intressiert, hat kaum Zeit, sich tiefergehend mit allem zu beschäftigen oder sich gar dagegen zu stellen. Und zu unfassbar ist die tief vergrabene Wahrheit.

    Von daher kannste Dir Deinen Aluhut bis zu den Knien ziehen und es würde nicht reichen, und Deine Bücher sind noch zu harmlos 😉

    ELG

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  3. Liebe Monika!

    Sollte es tatsächlich Menschen geben, die an Deinem Verstand zweifeln? Das können nur Idioten sein!

    Das Du es selber tust, ist richtig und wichtig. Aus sich selbst heraus kann man nicht wirklich wissen, ob man dumm oder klug ist. Dunning-Kruger-Effekt: die systematische fehlerhafte Neigung im Selbstverständnis inkompetenter Menschen, das eigene Wissen und Können zu überschätzen.

    Bei homophoben Menschen (oder „Menschenflüchtigen“ wie Du es so schön ausdrückst) dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Viele von uns zweifeln so sehr an sich, dass wir Angst haben, von anderen Menschen als komisch, peinlich, lächerlich wahrgenommen zu werden.

    Zum Glück können wir auf valide Gegebenheiten und/oder zuverlässige Menschen zurückgreifen. Denke in Deinem Fall nur an die zahlreichen positiven Rezensionen Deiner Publikationen aus hochangesehenen Kreisen und das man sich in diesen Kreisen gern mit Dir schmückt.

    Man kann nicht komplett doof sein, wenn (in meinem Fall) ein gut gebildeter Chef sagt, als Teilnehmer an der Quizshow „Wer wird Millionär“ würde er mich als Telefonjoker nehmen wollen. Und auch Du hast schon anerkennende Worte für mich gefunden. Solche Gegebenheiten sind es, die mich aufrichten, wenn ich – was häufig vorkommt – von Selbstzweifel geplagt bin.

    Nein, Dein Verstand funktioniert aus Beste. Und einen Aluhut vermag ich ebenfalls nicht zu erkennen. Überhaupt halte ich „Verschwörungen“ in nennenswertem Umfang für höchst unwahrscheinlich. Dazu reicht ein Blick in unser persönliches Umfeld bzw. auf unsere Lebenserfahrung. Agatha Christie ließ ihre (blitzgescheite) Miss Marple einmal sagen, dass die Welt so funktioniere, wie das Leben und die Menschen in ihrem Dorf St. Mary Mead. Mein Vater, Bürgermeister einer 2.500-Seelengemeinde kam zu ähnlichen Schlüssen, wenn er feststellte, „in unserem Dorf herrscht genau so viel Kriminalität wie in Chicago – nur eben in kleinerem Maßstab“.

    Wenn Du an frühere Kollegen oder an Deine Nachbarn denkst, glaubst Du dann noch, dass mit denen eine Verschwörung machbar wäre? Einer oder zwei (meistens viel mehr) scheren immer aus, einer plaudert immer.

    Ich lese gerade den Roman „Die Cobra“ von Frederick Forsyth. Übrigens: Danke für den Tipp, der Mann schreibt genial und man lernt nebenbei eine Menge. Darin geht es um nicht weniger als die komplette Vernichtung des kolumbianischen Drogenkartells. Das kann nur funktionieren, wenn keiner, nicht einmal der US-Präsident in Einzelheiten des Plans eingeweiht ist. Und so fordert der Protagonist neun Monate Zeit für die Vorbereitung seines Plans, präsidiale Unterstützung rein auf Vertrauensbasis und zwei Milliarden Dollar ohne jeglichen Verwendungsnachweis. Wäre das im wirklichen Leben vorstellbar?

    In unserem Dorf hatten es während der Amtszeit meines Vaters drei Männer zu Wohlstand gebracht. Alle drei hatten „nur“ Volksschulabschluss, einer hatte eine kaufmännische Lehre gemacht, einer war Baggerfahrer, der Dritte war Sohn armer Pachtbauern. Bauernschläue und unternehmerischer Mut aber auch das Glück, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun, hat sie in wenigen Jahren zu einflussreichen Millionären gemacht.

    Diese drei waren dann auch diejenigen, die 1975 Vaters Kandidatur um einen Landtagssitz gesponsert haben. Dazu musste mein unvermögender Vater immerhin 10.000 DM aufbringen. Damals war das enorm viel Geld. Ich glaube nicht, dass Vater oder die drei „Macher“ das jemals für krumme Sachen genutzt haben. Aber gewisse Abhängigkeiten bzw. Einflussnahmen sind doch unter solchen Umständen nicht von der Hand zu weisen.

    Weiteres aus meinem „St. Mary Mead“. Vater wollte Verwaltungsbeamter werden, aber dazu hätte es in der Nazizeit eines politischen Führungszeugnisses bedurft. Sein Vater war nicht bereit, ihm ein solches beim Ortsgruppenführer zu besorgen. Deshalb ging er in die Lehre bei einem ortsansässigen Elektriker und anschließend in eine größere Fabrik. Schnell wurde er zum Jugendsprecher (Betriebsrat) gewählt und zwar auf Drängen seiner Kollegen, die meinten „Jakob, Du kannst am besten von uns reden“. Parallel gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der örtlichen CDU. Auch dort wurde er alsbald Vorsitzender, weil er doch so gut reden konnte. Und so ging es Schlag auf Schlag weiter: Vereinsvorsitzender, Karnevalspräsident, Gewerkschaftssekretär, Krankenkassenvorsitzender (zuerst im Kreis und alsbald auch auf Landes- und Bundesebene.)

    Vater war so etwas wie eine Rampensau, verfügte über viel Mutterwitz und lebte ein christlich fundiertes Wertesystem. Die Menschen mochten und vertrauten ihm, und das konnten sie auch.

    Je höher er aufstieg, desto größer wurde das Risiko abzustürzen. Als hauptamtlicher Kreisgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes musste er sich alle vier Jahre zur Wahl stellen. Abwahl hätte den Verlust auch zahlreicher Nebenfunktionen zur Folge gehabt. In seinen Beruf als Elektriker hätte er nicht zurückgekonnt, denn den beherrschte er schließlich überhaupt nicht.

    Was ist daran St. Mary Mead? Vater ist ein typisches Beispiel für das gesamte Funktionärs- und Politikerwesen. Sie drohen tief zu fallen und sind somit darauf angewiesen, sich gegenseitig – auch parteiübergreifend – zu stützen. Deshalb will man auch keinesfalls Außenseiter im System, die einstweilen nichts zu verlieren haben. Keine Verschwörung, sondern purer Existenzkampf.

    Die Generation meines Vaters (Jahrgang 1928) hatte immerhin die Nazizeit und den Krieg in den Knochen. Das bewahrte sie vor politischen Dummheiten und es trieb sie an, für eine bessere Welt einzutreten. Das hat ja auch insgesamt eine Weile funktioniert.

    Ein Beispiel aus jüngerer Vergangenheit. Der Inhaber einer renommierten kleinstädtischen Rechtsanwaltspraxis nimmt einen jungen Anwalt zur Seite: „Du, Rolf (Name geändert), das wird nichts mit Dir als Anwalt. Am besten siehst Du zu, dass Du in der Politik unterkommst.“

    Bei der CDU war gerade eine Kandidatenstelle vakant, weil wenig aussichtsreich. Aber Rolf gewann die Wahl und ist seitdem einer der beliebtesten Landräte in seiner Region. St. Mary Mead auch hier. Auswahl der Untauglichsten. Keine Verschwörung. „Du kannst so toll reden“ – ja, das können sie fast alle, außer Merkel. Aber bei der glaube ich tatsächlich an so etwas wie Verschwörung. Cora Stephan deutet so etwas am Ende ihres Romans „Ab morgen heiße ich Margo“ an.

    „Und jetzt – Hoppla!!- soll man sich nicht bewusst gewesen sein, was man in GB damit auslöst, wenn man just in den zwei Wochen vor den Wahlen die PR-mässige Bazooka in Sachen Öko-Diktatur in Brüssel auspackt?“ Nein, Monika, dafür ist man zu blöd im Kreise der Untauglichen.

    Ach ja, ich habe mal ein paar Jahre Personalratsarbeit gemacht, auch als Vorsitzender. Dort wie überall: Interesse nur, wenn es einen selber betraf, ansonsten wollte man in Ruhe gelassen werden und blökte nach, was der Leithammel vorschlug. Es kommt tatsächlich auf „den Führer“ an. Merkel ist ein Beispiel zum Schlechten, Trump eines zum Besseren. Wünschen wir letzterem Gottes Segen und ein langes Leben.

    Zbigniew Brzeziński – kann man sein Buch mit „Mein Kampf“ von Adolf Hitler vergleichen? Immerhin – das Programm wird beständig abgearbeitet. Oder waren beide bloß brillante Analysten, die einfach Vorhersehbares niedergeschrieben haben?

    Noch ein Wort zu Leuten wie Hitler, also solchen mit keiner oder bloß geringer Fachbildung: Erfolg bis hin zur Genialität wird nicht auf Universitäten gelehrt. Wäre es anders, hätte es weder einen Hitler, noch die Beatles, noch Jeff Bezos, noch meine drei Dorfmillionäre gegeben.

    Sorry, ich war zu lang. 😉

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      • Ja, ein exzellenter Kommentar. Und recht hat er auch noch. Dummheit ist auf diesem Gebiet wirklich epidemisch, auch wenn wir halbwegs intelligenten das nicht glauben mögen. Gleichwohl als advocatus diaboli (wie der Bergiff hier doch passt) möchte ich sagen: Die Leute, die hinter diesen Schiessbudenfiguren und Pappnasen stehen, insbesondere ihre Berater, sind alles andere als dumm. Womit wir wieder beim Anfang wären: Die Schaufensterfiguren: Dumm wie Brot, und völlig gewissenlos. Die Puppenspieler: schlau, manchmal sogar klug, und eigentlich immer bösartig. Womit wir wieder beim Anfang wären.- Das sollte jetzt eine etwas komplizierte Verteidigung von Monikas Standpunkt sein, dass es möglicherweise doch gewollt war, aber eben von den allseits bekannten Figuren im Hintergrund.

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