Kognitive Dissonanzen

Die Sache abkürzend kann man sagen, der Kapitalismus führe dazu, dass – gerade im Konsumgüterbereich – mehr produziert, als verbraucht würde. Und dies sei einer der Gründe dafür, warum Produktpreise sinken und sich immer mehr Menschen mehr Güter leisten können.

Wer nun den Kapitalismus beziehungsweise das, was von ihm noch vorhanden ist, durchregulieren oder ganz abschaffen will, wird damit früher oder später auch diesen Effekt abschaffen. Man kann das im Sinn einer immer wieder gern ins Feld geführten „klimaschohnenden“ Reduktion des Ressourcenverbrauchs begrüssen. Aber man muss dann konsequenterweise auch das Vorherige unter umgekehrten Vorzeichen abhaken: Das Angebot wird knappter, die Preise steigen, weniger Menschen werden sich bisher für sie erschwingliche Produkte leisten können. Die Schere zwischen jenen, die dazu in der Lage sind und jenen, die es nicht mehr sind, geht auf. Der Anreiz, ein Unternehmen zu gründen oder weiter zu führen, wird verrringert. Das Angebot verknappt sich weiter, die Preise steigen weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass keine neuen Arbeitsplätze entstehen, sondern die bisherigen wegfallen ist gross. Die Steuereinnahmen sinken bei gleichzeitiger Zunahme der Anzahl Personen, die auf staatliche Zuwendungen angewiesen sind.

Wer also den „Kapitalismus abschaffen“ will, wie es heute wieder tausendfach gefordert wird, sollte sich ehrlicherweise auch jede Idee der „Organisation von sozialer Gerechtigkeit“ abschminken. War sie schon bisher eine gefährliche Fiktion, die nur durch staatliche Gewalt am Leben erhalten werden konnte, wird sie unter diesen Umständen zur praktischen Unmöglichkeit.

Und er sollte sich nicht nur den Klimaschutz, für den er den Kaptialismus abschaffen will, sondern vor allem auch jeden realen Umweltschutz von wirtschaftlicher Seite her aus dem Kopf schlagen. Staatlich organisiertes „Wirtschaften“ hat noch immer zu Umweltzerstörung geführt. Wo nicht Menschen als Unternehmer (also Kapitalisten) ihre eigene Haut im Spiel haben, wo Verlust nicht persönlicher Verlust ist und Scheitern nicht persönliches Scheitern – wo also unternehmerisches Handeln nicht an persönliche Haftung gebunden ist, sind der Verschwendung, der Ineffizienz und der Ausbeutung von Mensch und Natur Tür und Tor geöffnet.

Steht alles im Handbuch der „Gescheiterten Utopien“.

5 Gedanken zu “Kognitive Dissonanzen

  1. Das Handbuch „Gescheiterte Utopien“ hat zweiundsiebzig dicke Bände und man könnte dem ganzen Werk auch den Titel geben „Ihr werdet sein wie Gott …“ – Herzliche Grüße, ein Berliner (auf einer traditionellen Müllkippe hat man mehr Ruhe und Frieden als in einer von links „regierten“ Stadt)

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  2. Wenn die Freitage-als-Feiertage-Kinder die Industrie abgeschafft haben, werden sie merken dass man sich Klimaschutz erst leisten können muss.
    Wenn die Aussterbens-Rebellen die Fähigkeiten der Menschheit dezimiert haben, werden sie erkennen dass man sich Tierschutz leisten können muss.
    Man kann es aber auch anders sehen: wenn es keine „erste Welt“ mehr gibt, dann gibt es keine „first world problems“ mehr. Für Zeichensetzer eine Lösung.

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  3. Genau so ist es!!!!
    Die Gleichmacherei hat nämlich schon immer zu gleicher Armut für ALLE, bis auf ein paar ganz Wenige geführt.
    Das war früher auch im Feudalismus so. Ja, teilweise auch im Kapitalismus. Der Unterschied im Kapitalismus ist jedoch, dass reale Aufstiegsmöglichkeiten auch für geschickte und gescheite Einzelne besteht, was in der verordneten Gleichmacherei eben dann kaum mehr möglich ist. Dann ist wieder einmal totale Vetternwirtschaft um Staats-pöstchen angesagt, wie z.Z. in China. Und alle andern leiden, auch wenn sie sich sogar etwas mehr leisten können, denn die Freiheit ist futsch. Und der Staat kann eben nicht wirklich gut wirtschaften. Und Produzieren noch weniger. Nur regulieren und verbieten. Das ist ja auch der Grund, weshalb die EU langfristig untergehen wird. Sie bröckelt ja schon. Aber so weit können die jungen Freitags-Hüpfer und Aussterbens-Rebellen kaum denken.

    Und der letzte Abschnitt ist besonders traurig und wahr. Man sieht es kommen. Es wird wieder alles schlimmer werden. Für Menschen, Tiere, die Natur, die Umwelt; und dann natürlich auch für’s Klima.

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