Die Mär von den Grenzen des Wachstums

Von Thomas Ferge

Das Gesetz der Logik sagt, dass sich aus unwahren Annahmen keine wahren Schlüsse ziehen lassen. Die Hartnäckigkeit, mit der eine Mehrheit, wenn es um den „Kapitalimsmus“ geht, sich gegen diese Tatsache stemmt, ist bewunderswert. Würden die Menschen besipielsweise endlich begreifen, dass Maßzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt für die Beurteilung des Wirtschaftswachstums zwar herangezogen werden, für die Beurteilung desselben im Sinne von Wohlstandserzeugung jedoch völlig ungeeignet sind, (…) so könnte man endlich das Schreckgespenst von den Grenzen des Wachstums zu Grabe tragen und die Diskussion wieder dorthin verlagern, wo sie eigentlich hingehört.

Es ist eine irrige Annahme, dass es so etwas wie eine nationale Gesamtwirtschaftsleistung gibt. In einer Marktwirtschaft wird Wohlstand von Einzelpersonen durch Arbeitsteilung und Einsatz von echten Ersparnissen, die zur Steigerung der Produktivkräfte genutzt werden, erzeugt.

„Der Versuch, mit Geld den Reichtum einer Nation oder der gesamten Menschheit zu bestimmen, ist so kindisch wie die mystischen Bemühungen, die Rätsel des Universums zu lösen, indem man sich um die Dimension der Cheopspyramide sorgt.“ (L.v.Mises – Human Action)

Wachstum kommt also durch technischen Fortschritt zustande und besteht nicht in einem „immer mehr“, sondern in einem „immer besser“. Es entsteht durch Innovationen, die sich am Markt durchsetzt, und es führt nicht zu mehr, sondern zu geringerem Ressourcenverbrauch. Es steht somit nicht im Gegensatz zum Umweltschutz, sondern ermöglicht diesen.

Innovation benötigt jedoch privaten Freiraum und keine gesamtwirtschaftliche Nachfragesteuerung, die versucht mit höheren Staatsausgaben und Niedrigzinspolitik eine angebliche Stagnation zu bekämpfen. Damit werden lediglich die privaten Anreize zur Korrektur der Fehlentwicklungen systematisch geschwächt, weil das Anreizsystem der Preise und Zinssätze bewusst verfälscht wird.

Würde dies verstanden, würde auch erkannt werden, dass wir erstens nicht im so gerne gescholtenen Kapitalismus leben, dass wir zweitens aufgrund der Beschneidungen der Freiheit in unseren gegenwärtigen Situationen gefangen sind und dass drittens die von den populären Meinungsführern geforderten Massnahmen (…), nur ein „Noch mehr“ desselben Giftes sind, das uns heute schon lähmt und uns mit Sicherheit in noch größeres Verderben rennen lässt ohne auch nur die geringste Kleinigkeit im positiven Sinne an irgendeiner der beschworenen Fronten zu bewirken.

4 Gedanken zu “Die Mär von den Grenzen des Wachstums

  1. Es war schon immer ein „noch mehr des Falschen“. Keiner und Keine scheinen bereit und willens zu sein, einzugestehen, dass sie falsch liegen und eine 180° Grad Drehung zu machen. Und wer das tut gilt als „Verräter, Wendehals, und natürlich populistischer Nazi“. Und je steiler und breiter die Strasse in den Abgrund, desto schwieriger die Umkehr. Runter geht immer schneller als Rauf. Da nutzt alles Hüpfen (auf der Titanic) nichts.

    Gefällt 2 Personen

  2. Wie Peter Thiel seit Jahren sagt, tut sich in Bezug auf wirtschaftlich nutzbare Innovationen, ausser bei Computern, in den letzten Jahrzehnten relativ wenig. Die Dinge werden sogar schlechter anstatt besser, siehe z.B. Elektroautos und Energieversorgung.

    Vielleicht ist es auch so wie bei vielen grossen Firmen. Wenn das Geschaeftsmodell nicht mehr funktioniert muss man sich beizeiten umorientieren und neu erfinden, sonst verschwindet die Firma vom Markt. Gilt das auch fuer Laender? Ich denke schon.

    Gefällt 1 Person

  3. Ich würde noch unterscheiden zwischen ungeordnetem Wachstum (Wuchrungen) und geordnetem Wachstum, das in der Regel mit einer ständigen Feinabstimmung des Wachstums einhersgeht. Das gilt für alle Lebensbereiche, für Pflanzen, Tiere und Menschen. Wenn die Körpergröße erreicht ist, sollte aber das geistige Wachstum erst richtig einsetzen, damit einer erwachsen wird. In der Wirtschaft führt die Feinabstimmumg beispielweise zur Erhöhung der Qualität oder zur Präzisierung des Kundenkreises. Was es in keinem Fall braucht, ist den Sozialisten aus der Politik, der eine Schubumkehr per Gesetz verordnet und das sozial geecht nennt. Dabei fällt mir auf, daß die Frage nach der sozialen Geechtigkeit aus der Echokammer des Marxismus-Leninismus dem Grunde nach völlig falsch ist. Ein Sprinter braiucht keine Krücken und der Bergsteiger kann mit Spikes nichts anfangen.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s