Gier

Das übertriebene Streben nach Besitz von Macht oder materiellen Werten nennt man im Fall der Unternehmers „Gier“, im Fall des Politikers „Bewährung“ und im Fall des Sozialhilfeempfängers „Recht auf soziale Teilhabe“.

Während die Gier aber im Fall des Unternehemers, solange er damit niemandem schadet, eine persönliche Angelegenheit bleibt, wird sie bei Letzteren ausschliesslich auf Kosten anderer befriedigt und zeichnet sich in der Regel durch Neid und den Unwillen aus, die unter Androhung von Gewalt ergaunerte Beute zu teilen.

Die allseits propagierte und geglaubte Logik dahinter: Freies Unternehmertum, Risiko, Verantwortung und Erfolg machen „böse“ – Politik, Armut und Abhängigkeit machen „gut“.

Wenn dies die Massstäbe der Meinungs-Industrie bleiben, dann sind die Chancen gross, dass wir eine sehr gute Zukunft mit sehr vielen guten Menschen vor uns haben.

9 Gedanken zu “Gier

  1. Wieso macht sich eigentlich niemand auf, beides unter einen Hut zu bringen,
    diese (künstlichen) Polaritäten aufzulösen, um „Neues“ zu erschaffen.

    Schau wir nach Brasilien (oder auch sonst wo hin), wo es nur ein paar Meter sind von den Favelas hin zu den gesichterten und bewachten Villen-Vierteln der „freien Unternehmer“.
    Mal Hand auf´s Herz, zumindest ich möchte weder in dem einem noch dem anderen wohnen.

    Nun, ich bin allerdings auch regional geschädigt. Beim mir ist ein weltbekannter Groß-Unternehmer am Start gewesen, der seinen Arbeitern verboten hat, in die SPD einzutreten. Doch blöderweise hatte der, bevor die „Sozis“ piep sagen konnten schon eine Kranken-, Rentenversicherung, eine „Teil“-Arbeitslosenversicherung, sozialen Wohnungsbau, passende Infrastruktur vom Konsum bis zum Arzt am Start.

    Wenn sich die tollen Unternehmer der Neuzeit (sorry, für die Prise Sarkasmus) doch nur eine kleine Scheibe abschneiden würden, an diesem Beispiel, welches jetzt entspannte 150 Jahre alt ist …
    Und der Junge, wie die Dynastie haben jetzt nicht ärmlich und fern des „Status“ eines Unternehmer gelebt, gell.
    Doch zum einen muß ich beipflichten, die Quoten „Nicht WIWI-Mädels“ fahren gerade voll sozialistische den Laden samt Zukauf an die Wand.
    Fazit: Es fehlt an Unternehmern mit Weitsicht und Visionen, denen welche Kreisläufe (auch wirtchaftliche (;-) ) erkennen und umsetzen mögen – erstaunlicherweise auch noch zu ihrem Vorteil —
    geht ja mal garnicht, oder und das im doppelten Sinne, wenn man hier mitgehen mag oder kann …

    Genau an der Eindimensionalität rum gemakelt, der kleine Narr,
    welcher jetzt einfach nur
    Alles Liebe wünscht.

    Raffa.

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    • Ich glaue, Du machst die Polaritäten an den falschen Ecken fest: Die Grossunternehmer heute liegen doch alle mit der Politik im Bett. Die Tatsache, dass die Lobbyisten in Mehrzahl mit an den Tischen der Expertenrunden in Brüssel sitzen, wo die Regulierungen und Gesetze beschlossen werden, die nur sie einhalten können und die die KMU regelrecht ersticken, spricht eine klare Sprache. Visionen und Weiticht gibt es zuhauf: Aber nicht im korporatistischen Wiirtschaftsystem, sondern „draussen“ bei den kleinen und mittleren Betrieben, die gerade zu Boden reguliert werden im Namen europäischer Integration und Harmonie. Und weiter: Liess mam die Menschen etwas mehr in Ruhe in punkto freiwillige Kooperation, in punkto Verwendung des selbst Erwirtschafteten und mit ihnen die Märkte nicht nur der Konsumgüter, sondern auch der persönlichen Vorsorge, dann würde vieles, vieles anders aussehen. Die krassen Differenzen zwischen „denen“ und „uns“ sind nicht jene zwischen arm und reicht, gierig und nicht gierig, sondern zwischen staatlich begünstigt und staatlich nicht begünstigt. Das eine ist die gaunerisch nahrhafte Seite der Gesellschaft, das andere jene, wo einer Versucht, selber über die Runden zu kommen, ohne anderen Leid zu zufügen. Und ja – auch in der Schweiz geht der ersten beruflichen Versicherungs- und Vorsorgeeinrichtung auf private Initiative eines Warenhausbesitzers zurück. Und zwar als Massnahme, um die besten Leute zu bekommen und zu halten. Alles Liebe zurück. Monika

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      • Hatte ich mich so kryptisch ausgedrückt? Natürlich sind die Polaritäten „weiter zu fassen“ – wenn das denn geht. Ist dioch hinterm dem Einen, wie dem Anderen doch zumindest ein prinzip am Wirken …

        Du erwähnst jedoch und dankenswerterweise einen Aspekt: Ließ man den Menschen mehr Ruhe … – yepp, das ist mit ein Schlüssel und auch hier darf man sich wieder fragen, wo kommt denn die „Unruhe“ her? Findet man die Urheber hinterm dem Vorhang dieser „eienen Polarität“, welche nahezu komplett entmenschlicht wurde und wenn man einen „Langfrist-Rechenschieber“ zur Hand nimmt, wird man feststellen, daß sich das komplett, wie auch wirtschaftlich nicht rechnet … Doch wenn nicht nur die Gier das Hirn frißt … (Verzeihung für die „billige Anleihe“).
        Es bleibt so oder so, am Ende gar, die Frage nach der Intention und dem Geist der „Handelnden Personen“
        und das hatten wir hier ja auch schon auf dem Tapez.
        Drum, ich überspitze mal, die „Monopoly-Fraktion“ ist nicht der Bringen, ebenso diese Staat-Sozialisten – obwohl ich mich nicht erwehren kann, daß diese beiden Truppen von ein und den gleichen Geist genährt werden.

        Vielleicht darf ich es so auf den Punkt oder auch Slogan bringen:
        Dezentralisierung, Solidarität und auch Eigenverantwortung samt Potenzialentwicklung versus „Eine-Welt-Regierung, …-Wirtschaft usw.“ samt der Absage an irgendeine Selbstverantwortung (sprich kollektive 99%-Blödheit“

        Lieben Dank für deine Worte werte Monika, es ist und bleibt spannend und verharren wir bei den „alten Erfahrungen“ und verharren in diesem Geist, wird die Quadratur des Kreises eben nicht gelinden … (;-)

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      • Dank zurück, Raffa. Hier ein Schmankerl vom heutigen Tag in Sachen Korporatismus und nahrhafte Seite der Gesellschaft: https://www.welt.de/wirtschaft/article204901764/Joe-Kaeser-bietet-Luisa-Neubauer-einen-Sitz-in-Siemens-Aufsichtsgremium.html?fbclid=IwAR1hDxzMbm-SavjcGMh50LxNN5yduFnbRVU7BYmdKtro2oUwNAE_bTXC5zA Ist schon fast ein bisschen eklig. Könnte ich für Dein Fazit hier Herzen vergeben, dann hättest Du die Höchstanzahl: Dezentralisierung, freiwillige Solidarität, Eigenverantwortung, Schöfungswille … In dieser Welt lebe ich. Und ich weigere mich, in die andere auch nur einen Fussbreit zu setzen. Auf ein weiteres!! Herzlich. Monika

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      • Beruflich war und bin ich immer ein Fan der KMU, weil da Leben drin ist. Gesunder Menschenverstand statt Verwaltung , Personen und Inhalte im Mittelpunkt. Für das „Regelwerk“ reichen die wenigen Rahmenrichtlinien aus, dia auch sonst für alle gültig sind. Zum Sozialismus in der Politik mit kleinkarieten Regelungen kam mir letztens der Gedanke vom Sozialismus der Konzerne. Deswegen verstehen sich beide bestens. Ihr gemeinsames Ziel ist die Erstickung des Lebens. Endform: der Staat als sozialistischer Konzern, als Staats AG, als flächendeckender Friedhof. Aber der Staat kann auch nur der Rahmen sein für eine große Anzahl von KMUs s. Stichwort KIWI.

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      • Zum Sozialismus der Konzerne ist die „Revolution der Manager“ von James Burnham 1941 zu empfehlen. GENAU das, was wir heute sehen!! Austauschbaures, gleich-interessiertes Personal im Überbau des neuen „kapitalistischen“ Feudalsystems. Hervorragend von Ihnen auf den Punkt gebracht. Danke.

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  2. Inzwischen ist das „Staatliche“ (es bedenke einer die Parole: Wir sind der Staat… ), in meiner nicht exemplarischen Wahrnehmung, gefühlt immer mehr ins Private eingedrungen und somit der Gegensatz oben/unten .. zw. Regierenden, Eliten und Volk, künstlich zersetzt und aufgelöst.. verschleiert werden reale Machtverhältnisse…. das eher Eigene (materiell und geistige Ebene) wird in übergreifenden und gegenseitigen Abhängigkeiten und sog. „Arbeitsteilung“ unspürbarer .. nur so Gedanken im Nebel (morgen ist vll klarer 🙂

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  3. Es geht um Kontrolle und Macht. Dazu ist es notwendig, Eigeninitiative und Kreativität möglichst abzuschaffen und Menschen gleichzuschalten. Dies erreicht man, indem man Eigeninitiative bestraft und „Haltung“ und Staatshörigkeit belohnt. Ausserdem mit ständigen meist irrelevanten news bombardiert und so Adrenalin-junkies heran züchtet. Also verwirren und verblöden. Dazu noch eine Prise „Teile und Herrsche“ und Neid einpflanzen; und als Ausweg „das Klima retten“, anbietet. Schon schwimmen alle in die ausgelegten Reusen. Ich denke auch, dass die Verquickung der Hochfinanz und Grossunternehmen mit der Politik gewollt und sehr gefährlich ist. Damit das aber ja nicht angesprochen oder gar gemerkt wird, siehe oben. Das Ziel wird wohl tatsächlich ein „kommunistischer Kapitalismus“ sein, wie ihn China bereits praktiziert, inkl. Totalüberwachung und kruden Menschenrechtsverletzungen. Ich freue mich gar nicht auf diese „schönen neuen Zeiten“. Mir reicht es jetzt schon.

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