Der Nährboden schafft Klarheit

Vom französischen Arzt, Pharmazeut und Experimentalphysiologen C. Bernard[1] stammt die Aussage, dass die Mikrobe nichts, der Nährboden alles sei. Gemeint ist damit, dass ein Mikroorganismus, sei es ein Pilz, ein Virus oder eine Bakterie, per se keinen Schaden anrichtet, es sei denn er trifft auf einen Nährboden, auf dem er gedeihen und seine Wirkung entfalten kann.

Das gilt im übertragenen Sinn genauso für totalitäre Ideen: aus sich selbst heraus würden sie wohl bei den meisten vernünftigen Menschen nicht viel mehr als ein Schulterzucken oder Kopfschütteln auslösen. Fallen sie aber auf den präparierten Nährboden von Verantwortungslosigkeit, Missgunst und damit Misstrauen, dann fassen sie nicht nur Fuss, sondern beginnen sofort zu wuchern und ersticken mit der Zeit alles: zuerst das Vertrauen, dann die Menschlichkeit und am Ende den Menschen selbst. Oder anders gesagt: Am Anfang stehen immer die Absage an die personale Verantwortung, Neid und Vertrauensverlust – die Diktatur kommt erst dann, wenn aus einer Gemeinschaft verantwortlicher und sich gegenseitig vertrauender Menschen eine Gesellschaft von Judassen geworden ist. Sie könnte schlicht nicht entstehen und sich verfestigen ohne diesen Nährboden, auf dem Betrug und Verrat gedeihen.

Sich also die Frage zu stellen, was die Politik – egal in welchem Bereich – mit ihren Massnahmen fördert, bringt Klarheit über die Richtung, in die sie eine Gesellschaft führen will und führt: Entweder schafft sie einen Nährboden radikaler Verantwortung, auf dem begründetes Vertrauen und Kooperation gedeihen, oder aber sie setzt alles daran, den Menschen von seiner Verantwortlichkeit zu lösen und bereitet damit den Nährboden für ein anti-humanistisches und asoziales Hickhack stallgefütterter und ewig-bedürftiger Massenmenschen. Ersteres tut sie zugunsten der Menschen, Letzteres ausschliesslich zum eigenen Machterhalt und Machtausbau.


[1] Claude Bernard, 1813-1878

5 Gedanken zu “Der Nährboden schafft Klarheit

  1. So ist es „einfach nur“ ein Prinzip des Lebens!
    … und wir „Nährböden“ lassen es zu, uns zu verwirren, zu schwächen
    und vor allem gehen wir den lauten „24/7“-trompeten auf den Leim,
    um uns im vorauseilendem Gehorsam (!!) selbst zu schwächen.

    „What a game“ und die Strippenzieher, die Gesellen hinter den Kulissen
    samt ihrer diabolischen und alles auf den Kopf stellenden Agenda
    reiben sich die Hände und lachen sich „tot“.

    … und wir diskutieren noch über …

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  2. Liebe(r) Frank Jordan,
    zum Nährboden gehört leider auch, dass selbst „eigentümlich frei“, wo ich früher auch schrieb und wo ich Ihren Artikel zuerst sah, sich mittlerweile bemüssigt sieht, eine gewisse Migrantenquote zum optischen Neunormal zu befördern. Ob die Frauenquote durch den vermuteten zarten Finger auf dem Auslöser hinreichend berücksichtigt ist?

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    • Lieber Herr Preusse – über das visuelle Vorhandensein bzw. die visuelle Anwendung von Quoten bei ef kann ich nur sagen: Es ist mir nicht aufgefallen. Dasselbe betreffend Quoten von Geschlechtern. Hingegen kenne ich nur sehr wenige Leute, die in Wort und Tat und LEbenszeit und Lebenskraft mehr für die Schaffung eines Nährbodens von Vertrauen tun, als die Leute von ef. Ein Wort ist da meiner Erfahrung nach ebenso gewichtig wie ein Vertrag, ein Ja ist ein Ja, ein Nein ein Nein. Ich schätze dies als fast Unbezahlbar ein und bin dankbar, mit solchen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen. Herzlich. MH

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